(openPR) Jena. Am Hochtechnologiestandort Jena haben Entwicklungsingenieure aus dem Bereich Biomedizinische Technik und Kybernetik eine Methode erfunden, die es ermöglicht, Funktion und Regelmechanismen von Mikrogefäßen im Auge zu analysieren. Damit können Risikofaktoren für Krankheiten wie Demenz, Schlaganfall, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermittelt werden. Das weltweit einzigartige Verfahren der Dynamischen Gefäßanalyse (DVA) verläuft dabei unkompliziert und schmerzfreie.
„Das Auge ist das einzige Organ, bei dem wir von außen Mikrogefäße und deren Funktion beobachten und messen können, ohne, dass wir dabei in den Körper eindringen müssen“, erklärt Dr. Walthard Vilser, Geschäftsführer und Mitbegründer der Imedos Systems GmbH. Bereits seit vielen Jahren arbeitet das Unternehmen an der Präzisierung der Methode. „Es gibt bereits Geräte, die die die Gefäße des Auges aufnehmen können. Diese zeigen jedoch nur bereits entstandene Schäden. Wir liefern Ergebnisse zu Funktionsstörungen bevor die ersten Symptome der Krankheit entstehen“, so Vilser über die DVA, die vor allem die Erforschung und die damit verbundene Therapie von Volkskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck revolutionieren könnte.
Während der Untersuchung setzt eine spezielle Kamera die Netzhaut des Auges für 10 Sekunden einem schnellen Lichtreiz aus. Gleichzeitig wird in kurzen Abständen ein bestimmtes Gefäßsegment gemessen und der Augenhintergrund fotografiert. Die DVA gibt Aufschluss über mögliche Störungen in der Gefäßregulation. Dies ermöglicht es dem Patienten, präventive Maßnahmen gegen das Fortschreiten einer Erkrankung einzuleiten, wenn die Messwerte negativ sind. Eine kürzlich erschienene Studie des Universitätsspitals in Zürich konnte mit der DVA aus Jena nachweisen, dass Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren (Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes) ohne nachweisliche Herzerkrankung eine eingeschränkte Funktion der Mikrozirkulation im Auge aufzeigen. Dr. Vilser ist sicher: „Die Rolle der kleinen Gefäße blieb bislang unberücksichtigt. Dabei sind sie der Schlüssel zur Erforschung und Therapie zahlreicher Erkrankungen. Die Mikrozirkulation wir in den kommenden Jahren weiter in den Fokus von Medizin und Wissenschaft rücken.“
Die Erforschung und Entwicklung der Methode der Dynamischen Gefäßanalyse erfolgte in Kooperation mit dem Institut für Biomedizinische Technik und Informatik (BMTI) der Technischen Universität Ilmenau und mit verschiedenen klinischen Einrichtungen. Die Methode wurde u.a. durch Förderprojekte des Bundes und des Landes Thüringen ermöglicht.
Für Rückfragen: Dr. Ing.-habil. Walthard Vilser, Geschäftsführer, Telefon: 03641-6396-1









