openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Kein Absenken der Fachkraftquote!

07.06.201812:55 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Kein Absenken der Fachkraftquote!

(openPR) In einem neuen Positionspapier bezieht der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Stellung zu vermehrten Diskussionen um die Höhe der Fachkraftquote im Bereich SGB XI. Die Quote, die bislang in allen Bundesländern knapp über der 50%-Marke liegt, wird immer häufiger unterlaufen, unterschritten und infrage gestellt. Die Folgen einer in Quantität und Qualifikation unzureichenden Pflegepersonalbemessung sorgen aber seit langem und gerade in der laufenden Woche für Schlagzeilen. Vor wenigen Tagen veröffentlichte Zahlen der AOK zu Antipsychotika-Verordnungen, Dekubitus-Fällen und Krankenhaus-Einweisungen in vielen Pflegeheimen machen die erheblichen Versorgungsdefizite deutlich. Und ein Artikel im aktuellen SPIEGEL (Der Tod kam im Plastikbecher; DER SPIEGEL Nr. 23, Seiten 102 f) beschreibt die Missstände und belegt, wie dramatisch sich Fachkräftemangel für Bewohner und Mitarbeiter auswirken kann. „Die Versorgungsmängel sind seit langem bekannt und nehmen zu. Vor diesem Hintergrund ein Aussetzen oder Absenken der Fachkraftquote zu fordern ist unverantwortlich. Betrachtet man den immer komplexeren Pflegebedarf und die weiter steigenden fachlichen Anforderungen, müsste die Quote sogar deutlich angehoben werden. Jedes Aufweichen ist eine unmittelbare Gefährdung der Patientensicherheit und macht zudem die Arbeitsplätze in der Langzeitpflege für Pflegefachpersonen unattraktiv“, sagt DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel.



Die Personalbemessung in der stationären Langzeitpflege ist Aufgabe der Länder. Während die Personalschlüssel zwischen den Leistungserbringern und den Leistungsträgern verhandelt werden, ergibt sich die Pflegefachkraftquote aus der jeweiligen Heimgesetzgebung des Landes. Sowohl die Personalschlüssel als auch die Pflegefachkraftquote wurden dabei relativ willkürlich auf der Basis von empirischen Werten festgelegt. Die Personalschlüssel unterscheiden sich zwischen den Bundesländern erheblich. Aktuell werden erste Ansätze, von der allgemein gültigen Pflegefachkraftquote von 50% abzuweichen, bereits Bestandteil in Länderregelungen. Zudem beherrschen die Diskussion um die Personalbemessung nicht Fragen der Versorgungsqualität und -bedarfe, sondern vor allem die Fokussierung auf die Verrichtungen und der mit dem eingesetzten Personal verbundene Kostenaufwand sowie der (hausgemachte) Personalmangel in der Pflege.

Aus fachlicher, qualitativer und ethischer Sicht sind Überlegungen, ob Pflegefachkraftquoten weiter abgesenkt werden können, nicht haltbar. Eine gegenteilige Entwicklung muss jetzt beginnen: neben den Pflegefachpersonen, die eine regelhafte Versorgung übernehmen, braucht es auch hochschulisch ausgebildetes Personal, das sich auf die Versorgung hochkomplexer Fälle fokussiert und dabei die durch das Studium erworbenen zusätzlichen Kompetenzen für die Versorgung und das Team nutzbar macht .

Der DBfK fordert daher:
- den Erhalt der aktuell geltenden Pflegefachkraftquote von mindestens 50% in der stationären Altenpflege sowie eine ergebnisoffene, kontrollierte Evaluation dieser Quote in Bezug auf die Endpunkte Pflegequalität und Belastung der Pflegefachpersonen.
- ein Personalbemessungsinstrument, das sich an den Versorgungsbedarfen der zu pflegenden Menschen und professionellen Anforderungen orientiert.
- ein Sofortprogramm für die Langzeitpflege mit der Schaffung von 50.000 Stellen und einem perspektivischen Ausbau auf 100.000 Stellen.
- eine Offensive in der beruflichen und der hochschulischen Ausbildung mit der Gewährleistung guter Ausbildungsbedingungen – insbesondere Praxisanleitung – und ohne Absenken der Qualifikationsanforderungen.
- eine bundeseinheitlich geregelte 2jährige Pflegeassistenzausbildung.
- eine Systematisierung von Qualifizierung mit weniger als einem Jahr Dauer mit der Chance, eine weitere darauf aufbauende Qualifikation zu erreichen.
- deutlich bessere Rahmenbedingungen pflegerischer Arbeit, um Pflegefachpersonen im Beruf zu halten und Interessent/innen für Ausbildung und Studium zu gewinnen.
- eine Investition in die Zusatzqualifizierung von Pflegefachpersonen mit Leitungsaufgaben.


Das ausführliche Positionspapier ist als Download unter www.dbfk.de/de/veroeffentlichungen/Positionspapiere.php abzurufen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1006657
 648

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Kein Absenken der Fachkraftquote!“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, Bundesverband e.V.

Bild: Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine PrämieBild: Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine Prämie
Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine Prämie
Seit Wochen war sie im Gespräch, nun haben Bundestag und Bundesrat für beruflich Pflegende eine steuerfreie Belohnung ihrer harten Arbeit unter Corona-Bedingungen beschlossen. „Die jetzt nach längerem und streckenweise unwürdigem Geschacher um ihre Finanzierung bewilligte Prämie ist leider ein Dankeschön mit fadem Beigeschmack“, erklärt Prof. Christel Bienstein, die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Über Wochen konnten die Pflegenden erleben, dass die Prämie zwar vollmundig versprochen, dann aber ein Streit da…
Bild: DBfK-Aktion #PflegeNachCorona – die Neubewertung der PflegeBild: DBfK-Aktion #PflegeNachCorona – die Neubewertung der Pflege
DBfK-Aktion #PflegeNachCorona – die Neubewertung der Pflege
Beruflich Pflegende sind „systemrelevant“ – darüber sind sich Politik und Gesellschaft seit Beginn der Covid-19-Pandemie offenbar einig. Der anfängliche Applaus im Bundestag und auf den Balkonen verklingt jedoch, der angekündigte Pandemie-Bonus wird längst nicht alle professionell Pflegenden erreichen. Von vielen Politikern in Bund und Ländern ist in diesen Wochen der Krise eine Neubewertung des Stellenwerts der Pflegeberufe und die Neujustierung des Gesundheitssystems in Aussicht gestellt worden. Allerdings steht zu befürchten, dass diese Ve…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Säule mit elektrischem AntriebBild: Säule mit elektrischem Antrieb
Säule mit elektrischem Antrieb
Die Modelle „pergola“ und „pergola compact“ von markilux lassen sich nun per Knopfdruck absenken Die „pergola“ und „pergola compact“ von markilux sind über eine der beiden Säulen, die die Markisen vorne stützen, höhenverstellbar. So kann Regenwasser während eines Schauers von der Tuchoberfläche abfließen. Bisher geschah dies mit einer Handkurbel. Nun …
Bild: Säule mit elektrischem AntriebBild: Säule mit elektrischem Antrieb
Säule mit elektrischem Antrieb
Die Modelle „pergola“ und „pergola compact“ von markilux lassen sich nun per Knopfdruck absenken Die „pergola“ und „pergola compact“ von markilux sind über eine der beiden Säulen, die die Markisen vorne stützen, höhenverstellbar. So kann Regenwasser während eines Schauers von der Tuchoberfläche abfließen. Bisher geschah dies mit einer Handkurbel. Nun …
Gute Pflege nur mit genügend Pflegepersonal möglich
Gute Pflege nur mit genügend Pflegepersonal möglich
… auch ausreichend Zeit haben." - Ein neues Berufsgesetz (PflBG) oder ein Herumbasteln an der Fachkraftquote werden den Pflegenotstand nicht auflösen: http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?f=3&t=21461 / http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?f=3&t=21387 Wie vielfach beschrieben: Wir brauchen dringend Personalbemessungssysteme …
Bild: Qualität im Fokus: DBfK zur FachkraftquoteBild: Qualität im Fokus: DBfK zur Fachkraftquote
Qualität im Fokus: DBfK zur Fachkraftquote
… 2014 In einem heute veröffentlichten Positionspapier fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) eine Konkretisierung und Neudefinition der Fachkraftquote in stationären Pflegeeinrichtungen. „Stationäre Einrichtungen sind zunehmend mit einer Bewohnerstruktur konfrontiert, die von Hochaltrigkeit, Multimorbidität und gerontopsychiatrischen …
Bild: Pflegepersonal-Stärkungsgesetz weckt Hoffnung auf bessere Zeiten für PflegepersonalBild: Pflegepersonal-Stärkungsgesetz weckt Hoffnung auf bessere Zeiten für Pflegepersonal
Pflegepersonal-Stärkungsgesetz weckt Hoffnung auf bessere Zeiten für Pflegepersonal
… für zusätzliches Pflegepersonal im Rahmen der Behandlungspflege. Hierbei darf nicht zugelassen werden, dass statt Fachkräften Helfer zum Einsatz kommen. Das würde die Fachkraftquote weiter aushöhlen und die Qualität der Behandlungspflege unzulässig absenken. Die hohe Teilzeitquote – häufig auch unfreiwillig – lässt den Einrichtungen genügend Spielräume, …
Bild: Baden-Württemberg - 50%ige Fachkraftquote in Pflegeeinrichtungen bleibt unangetastetBild: Baden-Württemberg - 50%ige Fachkraftquote in Pflegeeinrichtungen bleibt unangetastet
Baden-Württemberg - 50%ige Fachkraftquote in Pflegeeinrichtungen bleibt unangetastet
… die Ministerin daher die Verbesserung der Qualität in den Einrichtungen. „Ein wesentlicher Faktor“ sei hierzu ausreichendes und qualifiziertes Personal. „Wir schreiben daher die Fachkraftquote gesetzlich fest. Künftig müssen 50 Prozent des Personals Fachkräfte sein“, so die Ministerin. Ihrer Ansicht nach führe eine zu geringe Besetzung mit Fachkräften …
Mehr Demokratie wagen
Mehr Demokratie wagen
… sozialdemokratische Linie in Nordrhein-Westfalen durchzusetzen.“ Besonders das Ziel der Koalition, das Wahlalter für die Landtagswahlen auf 16 zu senken, begrüßen die Jusos Unterfranken. „Das Absenken des Wahlalters ist ein Schritt zu mehr Demokratie“, so die unterfränkische Juso-Vorsitzende Doris Aschenbrenner. „Darauf darf man es jedoch nicht beruhen lassen: …
Bild: NRW: Landeskabinett hat Eckpunkte für ein Landesheimgesetz beschlossenBild: NRW: Landeskabinett hat Eckpunkte für ein Landesheimgesetz beschlossen
NRW: Landeskabinett hat Eckpunkte für ein Landesheimgesetz beschlossen
… Mitarbeiterteam muss nicht zwingend nur aus Pflegefachkräften bestehen, so die Auffassung in NRW. Es bleibt abzuwarten, ob mit dem Hinweis hierauf ggf. eine Änderung der 50%igen Fachkraftquote beabsichtigt wird. Dies wäre dann allerdings in der Folge ein Schritt in die falsche Richtung. Aus der Rede des NRW-Sozialministers können wir allerdings entnehmen, …
Bild: Neuerlicher Pflegeskandal - Der Ruf nach neuem Personalschlüssel erhallt alle Jahre wiederBild: Neuerlicher Pflegeskandal - Der Ruf nach neuem Personalschlüssel erhallt alle Jahre wieder
Neuerlicher Pflegeskandal - Der Ruf nach neuem Personalschlüssel erhallt alle Jahre wieder
… „Wir fordern daher von der Politik die Einführung eines Personalbemessungsverfahrens in deutschen Pflegeheimen, das den tatsächlichen Pflegeaufwand berücksichtigt. Die heute gesetzlich vorgeschriebene Fachkraftquote von 50 Prozent dürfte dann in vielen Wohnbereichen nicht mehr ausreichen“, so Wagner weiter. In vielen Heimen wird es wegen des Kostendrucks …
Bild: Casa Reha informiert: Die Suche nach qualifizierten PflegefachkräftenBild: Casa Reha informiert: Die Suche nach qualifizierten Pflegefachkräften
Casa Reha informiert: Die Suche nach qualifizierten Pflegefachkräften
Casa Reha berichtet über die Personalarbeit in Pflegeunternehmen und das Thema Fachkraftquote Oberursel – September 2011. Casa Reha informiert: Aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland steigt die Zahl der pflegebedürftigen Personen in den kommenden Jahren drastisch an. Gleichzeitig nimmt die Gesamtbevölkerung ab. Die Experten rechnen, dass …
Sie lesen gerade: Kein Absenken der Fachkraftquote!