(openPR) Bewerber stehen unter hohem Qualifikationsdruck, Weiterbildung jedoch auf historischem Tiefstand
Nürnberg, 06.06.2018. Der Europäische Webmasterverband Webmasters Europe e.V. (WE) hat heute das Ergebnis seiner aktuellen Analyse des Arbeitsmarktes für Internetexperten vorgestellt. Die Zahl der offenen Stellen hat sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 8% erhöht. Dabei gibt es teilweise drastische Veränderungen bei Berufsprofilen und geforderten Fachkenntnissen. Die Weiterbildungsquote ist jedoch auf einem historischen Tiefstand.
Webmasters Europe hat in seiner aktuellen Arbeitsmarktanalyse die Stellenangebote für Internetexperten der Fachgebiete Webdesign, Webentwicklung, Online Marketing, Projektmanagement und Administration ausgewertet.
Ergebnis: Die Nachfrage nach Internetexperten ist gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 7,8% gestiegen. Aktuell gibt es Tausende offene Stellen für Internetexperten aller Fachrichtungen. Die inhaltliche Analyse der Stellenanzeigen zeigt, dass die Anforderungen an Bewerber im Hinblick auf Aktualität und Breite ihrer fachlichen Kompetenzen gestiegen sind. Der Qualifikationsdruck auf Bewerber am Stellenmarkt hat sich verstärkt. Dieser Entwicklung steht paradoxerweise eine stark gesunkene Weiterbildungsquote gegenüber.
Online-Marketing-Berufe in Bewegung: Berufsbilder differenzieren sich immer weiter aus
Typische Online-Marketing-Berufe wie beispielsweise Suchmaschinenoptimierer und Social-Media-Manager sind auf dem Arbeitsmarkt mit +9% und +18% im Vergleich zum Vorjahr noch mehr gefragt. Die Studie stellt allerdings fest, dass es in Stellenausschreibungen immer mehr unterschiedliche Anforderungsprofile und Jobtitel gibt: Mittlerweile gibt es über zwanzig verschiedene Online-Marketing-Berufe mit nennenswerter Nachfrage auf dem Stellenmarkt. Das Spektrum an Berufsbildern wird immer größer. Die Palette reicht von derzeit besonders häufig gesuchten Community Managern (+19%), über Experten für Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising, kurz SEA), Content Marketing und E-Mail-Marketing, bis hin zum SEM-Manager (Search Engine Marketing) und Spezialisten für Google Analytics.
Der Shooting Star im Bereich Webdesign: die Stylesheet-Sprache SCSS
Webdesigner werden mit einem Plus von 32% bei den Stellenangeboten im Vergleich zum Vorjahr deutlich häufiger gesucht, besonders dann, wenn sie über Kenntnisse der noch recht jungen Stylesheet-Sprache SCSS/SASS verfügen.
Effizienz, Wartbarkeit und Automatisierung sind Trumpf
Die bevorzugten Projektmethoden im Bereich der Web-Anwendungsentwicklung rücken Effizienz, Wartbarkeit und Automatisierung in den Fokus: DevOps, Scrum und Clean Code gehoren zu den am haufigsten erwahnten Kompetenzen, wobei ihr Nachfrageplus gegenüber dem Vorjahr ebenfalls beachtlich ist (+82%, +31% und +40%).
Die objektorientierte Programmiersprache Scala weist im Fachgebiet Webentwicklung mit +322% aktuell das größte Nachfragewachstum auf. Sie wird offensichtlich immer häufiger von Unternehmen eingesetzt. Aber auch Java und Python erfreuen sich im Vergleich zum Vorjahr mit +15% und +64% einer deutlich höheren Nachfrage.
Fachkräftemangel weitet sich aus, es wird viel zu wenig weitergebildet
Praktisch alle Unternehmen der Internetbranche beklagen einen Mangel an qualifizierten Bewerbern und haben Schwierigkeiten, ihre offenen Stellen zu besetzen. Vor allem Webentwickler mit aktuellen Kompetenzen sind nur schwer zu finden.
Eine Blitz-Umfrage unter den dem Verband angeschlossenen Bildungsträgern ergab paradoxerweise, dass seit Anfang des Jahres die Nachfrage nach Weiterbildungen im Webbereich stark rückläufig ist. Einige Bildungsinstitute berichten, dass der Markt der geförderten Weiterbildung stark eingebrochen ist, da nur noch wenige Bildungsgutscheine ausgegeben werden – ein Trend, der bereits seit Jahren anhält. Viele Institute erwägen sogar, sich aus dem Markt der geförderten Weiterbildung zurückzuziehen, da die Aufwände für Zulassung/Zertifizierung und Verwaltung sich bei der geringen Zahl an geförderten Teilnahmen sich für sie nicht mehr rechnen.
Auf der anderen Seite ist auch die Bereitschaft vor allem kleinerer und mittlerer Unternehmen, selbst in die Weiterbildung ihrer Angestellten zu investieren, nur wenig ausgeprägt.
„Der Fachkräftemangel nimmt vor allem bei den Webentwicklern inzwischen dramatische Ausmaße an, während immer weniger Weiterbildung stattfindet“ kommentiert Verbandschef Dr. Thorsten Schneider diese dramatische Entwicklung. „In Zeiten niedriger Arbeitslosigkeit brauchen wir dringend neue Förderinstrumente mit geringeren bürokratischen Hürden, um eine höhere Weiterbildungsquote zu erreichen, wenn wir im internationalen Wettbewerb nicht noch weiter zurückfallen wollen“, so Dr. Schneider weiter.
Die vollständige Arbeitsmarktanalyse mit allen Detailangaben steht auf dem Webportal des Verbandes unter Website des Webmasters Europe e.V. kostenlos zum Download bereit.











