(openPR) Interne Servicequalität als wichtiges Mitarbeiterbindungsinstrument
Anlässlich des europäischen Protesttags zur Gleichstellung der Menschen mit Behinderung am 5. Mai trafen sich die Expertin für Inklusion Cinderella Glücklich und der Autor und Service-Excellence-Experte Reiner S. Bandorf in München. Ort der Begegnung war eine Buchautorenkonfererenz im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München. Kontrovers diskutierten hier die beiden Fachleute den Stand der Inklusion in deutschen Unternehmen. Es galt herauszufinden, wie betroffene Beschäftigte selbst die Unterstützungsbereitschaft für Menschen mit Beeinträchtigung in Firmen und Institutionen einschätzen.
Frau Glücklich ist Beraterin und Journalistin mit Behinderung und musste in Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn mehrfach aktive Ausgrenzung erfahren. Herr Bandorf steht als Autor hauptsächlich für das Thema Kundenservicequalität, wies aber darauf hin, dass vor allem interner Service gleichermaßen für MitarbeiterInnen mit und ohne Beeinträchtigung ein wesentlicher Faktor zur Bindung wertvoller Fachkräfte sei.
Insbesondere in Zeiten akuten Fachkräftemangels werde die Unterstützungsqualität am Arbeitsplatz von Beschäftigten mit Beeinträchtigung als wichtiges Bindungsinstrument wahrgenommen, bestätigte Cinderella Glücklich. Als Beispiele hierfür nannte sie ergonomisch angepasstes Mobiliar am Arbeitsplatz oder kurze und barrierefreie Wege zu Besprechungs- und Waschräumen, Kantinen sowie Pausenräumen. Die Inklusionsexpertin schilderte, dass trotz bestehender arbeitsrechtlicher Grundlagen hier in vielen Unternehmen immer noch Mängel erkennbar seien.
Auch für Reiner S. Bandorf stehen unterstützende Faktoren in Unternehmen neben weiteren Maßnahmen zur Einbeziehung von Menschen mit Beeinträchtigung in unsere Gesellschaft im Vordergrund. „Ein wichtiger Indikator für interne Service-Qualität sind vor allem die Rahmenbedingungen, unter denen MitarbeiterInnen mit Beeinträchtigung ihre Aufgabe erfüllen“, betonte Herr Bandorf. Sie erwarteten gemäß Frau Glücklich keine Sonderbehandlung. Sie sollten ihre Arbeit aber auch nicht unter besonderer Kompromissbereitschaft gegenüber den Arbeitsbedingungen erfüllen müssen.
Maßgeblich für eine weitere positive Entwicklung der Inklusion in Unternehmen und Institutionen sind für beide Experten die unaufgeforderte Wahrnehmung der Bedürfnisse von Beschäftigten mit und ohne Beeinträchtigung am Arbeitsplatz und in unserer Gesellschaft. „Das ist gar nicht so schwierig,“ betonte Frau Glücklich als Expertin in eigener Sache, „wie es häufig wahrgenommen wird.“
Für die Zukunft erhoffen sich die beiden Gesprächspartner mehr Angebote der Arbeitgeber, die eine Aufgabenerfüllung unter angenehmen und leistungsfördernden Bedingungen möglich machen.










