Der Vorstand der WGF AG hat am 4. März 2013 angekündigt, dass voraussichtlich Anfang / Mitte April 2013 das Insolvenzgericht für jede Anleihe eine Anleihegläubigerversammlung einberufen wird. Auf diesen Versammlungen sind die Anleihegläubiger aufgefordert, einen gemeinsamen Vertreter zu bestimmen. Sollte ein gemeinsamer Vertreter bestellt werden, steht nur diesem das Recht zu, die Forderungen der einzelnen Gläubiger anzumelden. Die bereits vorher zur Insolvenztabelle angemeldeten Forderungen der Anleger wären dann hinfällig; bis dahin aufgewe…
Mit Beschluss vom 1. März 2013 (Az. 504 IN 269/12) hat das Amtsgericht Düsseldorf innerhalb der üblichen Fristen das Insolvenzverfahren über das Vermögen der WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet. Zum Sachwalter wurde Prof. Rolf Rattunde ernannt.
Die Insolvenzgläubiger sind nunmehr dringend aufgerufen, ihre Forderungen bis zum 26. April 2013 beim Sachwalter anzumelden. Der Termin für die erste Gläubigerversammlung wurde auf den 22. Mai 2013 bestimmt. Aufgrund zu erwartender mehrerer …
Das Immobilien-Unternehmen WGF AG hat Insolvenz angemeldet - Zehntausende Geldanleger fürchten nun um ihre Ersparnisse, die sie in sicher geglaubte „Immobilien-Anleihen“ der WGF AG investiert haben. Wie geht es weiter, was können Anleger tun? Interview mit Anleger-Anwalt Prof. Dr. Julius Reiter aus der Düsseldorfer Kanzlei Baum, Reiter & Collegen.
1. Wie geht es nach dem Insolvenz-Antrag erst mal weiter mit der WGF AG?
Nachdem die Börse Düsseldorf den Handel mit WGF-Anleihen bereits am 03. Dezember 2012 ausgesetzt hat, weil der Jahresabschl…
Die schlimmsten Befürchtungen haben sich nunmehr bewahrheitet. Die WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG („WGF“) hat heute (11.12.2012) bei dem Amtsgericht Düsseldorf Insolvenzantrag gestellt und strebt die Abwicklung in Eigenregie an. Daher wird kein Insolvenzverwalter, sondern ein sog. Sachwalter eingesetzt, der zusammen mit dem Vorstand eine Sanierung des Unternehmens versuchen soll.
Die von WGF mehrfach hinausgezögerte Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2011 ließ erahnen, dass die Zahlen desaströs sein werden. Der nunm…
Zeichner von WGF-Anleihen sollten wachsam sein. Da die Börse Düsseldorf den Handel mit Anleihen des Immobilienkonzerns WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG am 3. Dezember 2012 ausgesetzt hat, können Anleihezeichner ihre Papiere derzeit nicht über die Börse verkaufen. Den Anleihen droht sogar zum 29. Dezember 2012 der Widerruf zur Börsenzulassung im Freiverkehr. Wer die damit möglichen Wertverluste auffangen will, sollte frühzeitig seine Schadensersatzansprüche anmelden.
Nach den Börsenregeln musste die WGF ihren testierten Ja…
In allen von der Kanzlei baum ? reiter & collegen geführten Rechtsstreitigkeiten, betreffend der MS Eaststar Reederei GmbH & Co. KG, MS Bluestar Reederei GmbH & Co KG, Nordstar Reederei GmbH & CO KG, konnte in erster Instanz ein Erfolg erzielt werden. Das Emissionshaus Embdena wurde vom Landgericht Aurich, Urteil AZ (6 O 726/11 ff.), zur vollumfänglichen Rückabwicklung wegen eines Prospektfehlers verurteilt.
Die Urteile stützen sich auf den Umstand, dass die Embdena zusätzlich zu den üppigen Provisionen in Höhe von 25% des Anlagebetrages und…
Zwischen 2007 und Ende 2011 eingereichte Klagen gegen die Badenia Bausparkasse fallen nicht unter Verjährungsfristen. Die Düsseldorfer Kanzlei Baum, Reiter & Collegen (BRC) hat mit einer am 29.9.2011 eingereichten Klage die Badenia Bausparkasse in Karlsruhe erfolgreich auf Schadenersatz verklagt. Bisher hatten Schrottimmobilienerwerber, die nach 2007 gegen die finanzierende Badenia Bausparkasse klagten, schlechte Karten. Hintergrund: Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe hatte in der Vergangenheit mehrere Klagen mit der Begründung abgeschmett…
Die politische Entscheidung zur Abwahl von Oberbürgermeister Sauerland darf nicht den Blick dafür verstellen, dass damit nicht festgestellt ist, wer neben der Stadt wirklich die Verantwortung für die Katastrophe trägt. Es geht um die strafrechtliche Dimension, aber auch eklatantes Organisationsversagen. Aus unserer Sicht tragen alle Beteiligten Verantwortung: die Stadt, der Veranstalter und das Land Nordrhein-Westfalen. In welchem Maße diese erantwortung einzelne Personen und Organisationen trifft, muss so schnell wie möglich festgestellt wer…
Stolze 15,5 Prozent Rendite bei mindestens zwölf Monaten Laufzeit wurde jahrelang Kunden versprochen, wenn diese ihr Geld bei der New Yorker Firma Business Capital Investors (BCI) anlegen. Ende November 2011 jedoch platzten die Träume vom schnellen Geld, als Ermittler in Deutschland, Litauen, Spanien und Kanada Büroräume der BCI durchsuchten. In Deutschland verhafteten die Strafverfolger drei Vermittler, da sie keine renditeträchtige Geschäftstätigkeit des Unternehmens und hinter der angeblich lukrativen Geldanlage ein dubioses Schneeballsyst…
Zu der heute bekannt gewordenen Vereinbarung der Versicherung AXA und der Stadt Duisburg erklärt die Kanzlei Baum Reiter & Collegen folgendes:
Es ist zu kritisieren, dass die Vereinbarung zwischen der AXA Versicherung und der Stadt Duisburg ohne Mitwirkung der Opfer und deren anwaltliche Vertreter zustande gekommen ist. Sie kann nur ein Angebot sein. Der Inhalt ist bisher nicht bekanntgegeben worden. Auf jeden Fall muss das mitverantwortliche Land als dritter Beteiligter an einer Entschädigungsregelung teilnehmen, die den berechtigten Ansprü…
Der Spiegel-Artikel zeigt eine erdrückende Faktenlage, die bestätigt, dass alle Beteiligten, also Veranstalter, Stadt und Land Verantwortung tragen. Es gibt keine Alleinursache und keinen Alleinverursacher der Katastrophe. Es gibt vielmehr ein Versagen aller drei Beteiligten, die gemeinsam Verantwortung und Schuld tragen. Das Land Nordrhein-Westfalen kann seine Mitverantwortung nun nicht mehr in Abrede stellen.
Es kommt auch nicht darauf an, welchen Prozentsatz an Schuld jeder Beteiligte im Einzelnen zu verantworten hat. Die Verursachungsquo…
Die neunziger Jahre bis Anfang des Jahrtausends waren für Verkäufer von teuren und riskanten Anlageprodukten goldene Jahre. Auf dem grauen Kapitalmarkt wurden hunderttausende von Schrottimmobilien unters Volk gebracht. Auch geschlossene Fonds, vor allem Immobilienfonds, fanden reißenden Absatz. Doch vielen Käufern brachten diese Anlagen nichts als Verluste. Nicht wenige stehen deshalb vor dem finanziellen Ruin. Trotzdem haben die meisten von ihnen, die sich falsch beraten fühlen, noch nicht geklagt – wohl auch, weil sie zunächst höchstrichter…
Heutige Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Az.: XI ZR 33/10) im Zins-Swap-Verfahren gegen die Deutsche Bank: Deutsche Bank zum Schadensersatz verurteilt.
Der BGH hat heute in einem Grundsatzurteil über so genannte Zins-Swaps (Zinsaustauschverträge) entschieden und dabei sehr hohe Anforderungen an die Beratungspflichten der Bank gestellt: Sie muss den Kunden rückhaltlos über ihre interne Risikobewertung informieren und ihn gleichsam auf Augenhöhe bringen, damit er die Zinswette voll verantwortlich abschließen kann. Wenn die Bank diese Risik…
Die Entscheidung in Kurzform:
- Badenia wird weiterhin zu Schadenersatz aus der Finanzierung sog. „Schrottimmobilien“ verurteilt.
- Die Steuervorteile des Anlegers mindern nicht mehr den Schadensersatzanspruch des Anlegers (neue Grundsatzentscheidung!), Az. XI ZR 96/09.
- Zukünftig können Anleger ihren Schadensersatzanspruch grundsätzlich einfacher und ohne Abzug der erzielten Steuervorteile geltend machen.
- Anleger in Badenia-Fällen müssen noch in 2011 handeln, da sonst Verjährung droht.
Am 01.03.2011 ist erneut eine Entscheidung des BGH …
Am 11.01.2011 hat der BGH in acht weiteren Fällen seine Rechtsprechung zu Schadenersatzpflichten der Bausparkasse Badenia bei der Finanzierung sog. „Schrottimmobilien“ fortgesetzt. Schon bei der Verhandlung eines gleich gelagerten Falles am 29.06.2010 (Az.: XI ZR 104/08) hatte der Vorsitzende Richter des Bankrechtssenats beim BGH, Ulrich Wiechers, der Badenia geraten, sich mit den Käufern der von ihr finanzierten Schrottimmobilien zu vergleichen. Diesen Hinweis ignorierte die Badenia, so dass sie nicht nur im damaligen Verfahren zu Schadeners…
Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Anlegerschutz, der am 01.12.2010 Gegenstand einer öffentlichen Anhörung im Finanzausschuss ist, trägt wenig dazu bei, Verbraucher besser zu schützen. Darauf hat die auf Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierte Düsseldorfer Kanzlei Baum, Reiter & Collegen aufmerksam gemacht. „Unseriöse Vermittler von Kapitalanlagen haben weiter ihre Spielwiese. Auch in Zukunft fehlen effektive Kontrollen, wenn es bei den geplanten Regelungen bleibt“, sagte Anleger-Anwalt Julius Reiter.
Nachdem schlecht beratene B…
Die Horror-Schlagzeilen um offene Immobilienfonds nehmen kein Ende. Erst jüngst schlossen der Kanam-US-Grundinvest, der Degi-Europa und der Morgan-Stanley P2 Value ihre Pforten. Der Exitus weiterer Immobilienfonds droht. Selbst Fonds mit solidem Immobilienbestand und hohen Vermietungsquoten machen da keine Ausnahme. Kommt es wegen mangelnden Vertrauens in die Fondsgattung weiter zu hohen Mittelabflüssen, entscheidet die jeweilige Liquiditätsquote, ob einzelne Fonds überhaupt noch zukunftsfähig sind. So waren die bisherigen Fondsauflösungen un…
Anlegerschutz aufgeweicht: Die Bundesregierung muss ihren Gesetzesentwurf unbedingt nachbessern
Der Name klingt gut: „Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes“. Am Mittwoch, 21. Juli, wird das Bundeskabinett voraussichtlich den Entwurf neuer gesetzlicher Vorgaben für die Finanzbranche verabschieden. Doch der Inhalt lässt zu wünschen übrig, vor allem bei den Regelungen für den so genannten Beipackzettel für Finanzprodukte und das Beratungsprotokoll. „Der vorliegende Gesetzentwurf ist kein wesentlicher Fortschritt für den Verbraucherschutz und …
„Zins ab 2,99 Prozent?“ Solche Werbeslogans für Ratenkredite klingen attraktiv. Dahinter verbirgt sich allerdings häufig nur eine Mogelpackung. Tests von Verbraucherschützern zeigen, dass Banken in den allermeisten Fällen statt der angepriesenen günstigen Zinsen plötzlich acht, zehn oder noch mehr Prozent Zinsen verlangen. Stets verweisen die Geldhäuser dann darauf, dass der Kunde nicht die geforderte Bonität mitbringe. Mit diesen Lockvogel-Angeboten ist ab diesem Freitag, 11.06.2010, Schluss. Dann treten neue Vorschriften in Kraft, die nicht…
Die 2009 gegründete Anja-Schüller-Stiftung e.V. hat in diesem Jahr erstmals die mit je 1000 Euro dotierten Preise für investigativen Journalismus zum Thema Schrottimmobilien verliehen. Die Preise gehen an die Journalisten Dr. Ulrich Neumann (SWR), Thomas Öchsner (Süddeutsche Zeitung) und Hans- Peter Schütz (Stern). An der Veranstaltung nahmen neben DGBVorstandsmitglied Claus Matecki, Stiftungsgründer und DGB-Kollege Klaus Schüller auch der ehemalige Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Frau Prof. Dr. Edda Müller, sowie Bundesinne…