(openPR) Zeichner von WGF-Anleihen sollten wachsam sein. Da die Börse Düsseldorf den Handel mit Anleihen des Immobilienkonzerns WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG am 3. Dezember 2012 ausgesetzt hat, können Anleihezeichner ihre Papiere derzeit nicht über die Börse verkaufen. Den Anleihen droht sogar zum 29. Dezember 2012 der Widerruf zur Börsenzulassung im Freiverkehr. Wer die damit möglichen Wertverluste auffangen will, sollte frühzeitig seine Schadensersatzansprüche anmelden.
Nach den Börsenregeln musste die WGF ihren testierten Jahresabschluss zum 1. Juli 2012 veröffentlichen. Die Börse Düsseldorf setzte eine Nachfrist bis zum 30. November 2012, die die WGF auch verstreichen ließ. Ganz konsequent setzte Börse Düsseldorf dann auch am 3. Dezember 2012 den Handel mit sämtlichen WGF-Anleihen aus. Danach ist nunmehr auch davon auszugehen, dass die Börse Düsseldorf den angekündigten Widerruf der Zulassung der WGF-Anleihen zum Freiverkehr zum 29. Dezember 2012 vollziehen wird. „Bereits jetzt sollten Anleger in Betracht ziehen, gegenüber der WGF ihre Schadensersatzansprüche anzumelden. Schließlich verlieren die Anleihen bereits dann an erheblich an Wert, wenn sie nicht mehr über eine Börse gehandelt werden können“, kommentiert der Fachanwalt für Bank und Kapitalmarktrecht Prof. Julius Reiter von der Düsseldorfer Kanzlei baum, reiter & Collegen.
Der erneut nicht vorgelegte Jahresabschluss und der immer noch fehlende Konzernabschluss legen den Verdacht nahe, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten größer sind als bisher bekannt. Denn schon 2010 machte die WGF beim Immobilienhandel Verluste. Bei diesem Geschäft bietet die WGF Hypothekenanleihen mit einem Zinskupon zwischen 4,875% und 6.35% bei hundert Prozent Auszahlung zum Fälligkeitsdatum an. Die Anleihen sind mit erstrangigen Grundpfandrechten an Immobilien besichert, welche die WGF aus den Anleiheeinnahmen finanziert hat. Die Rückzahlung der Anleihen soll dann aus dem Erlös der Immobilienverkäufe erfolgen. Dabei stimmen die optimalen Verkaufszeitpunkte der Objekte nicht immer mit den Rückzahlungsterminen der jeweiligen Anleihen überein. Bereits im März 2012 veröffentlichte das Handelsblatt einen Bericht, nach dem sich die WGF AG von dem Konzept der Hypothekenanleihen verabschieden will. Stattdessen würde sich das Unternehmen ganz auf Private Placements verlegen, die auf das Volumen einer bestimmten Immobilien-Projektentwicklung beschränkt sind.
Wann der Jahresabschluss nun vorgelegt wird und wie es mit der WGF weitergeht, darf nun mit Spannung erwartet werden. Auf seiner Homepage teilt die WGF mit:
„Kundeninformation 03.12.2012: Thema Börsenhandel
Zum jetzigen Zeitpunkt können wir bestätigen, dass der Handel an der Börse Düsseldorf vorübergehend ausgesetzt wurde. Nach unserem Kenntnisstand ist der Handel an den übrigen Börsenplätzen möglich. Ob diese der Börse Düsseldorf folgen werden, ist uns nicht bekannt, da diese eigenständig entscheiden. Im Übrigen bitten wir Sie die Veröffentlichung des Jahresabschlusses am 10.12.2012 abzuwarten. Zu Spekulationen in den Medien nehmen wir aktuell keine Stellung und verweisen auf unsere Veröffentlichung vom 30.11.2012 auf unserer Homepage.“
Die Entwicklung der letzten 18 Monate sowie die vorstehende Kundeninformation lässt aus unserer Erfahrung für den Anleger kein gutes Ergebnis erwarten. Anleger sollten bereits aktiv werden.
An der Börse sind derzeit sechs Immobilienanleihen mit einem Emissionsvolumen von jeweils nominal zu € 50 bis € 100 Millionen notiert. Das Emissionsvolumen beträgt insgesamt nominal € 450 Millionen.










