„Eine Lebendspende kann mit hohen Risiken verbunden sein. (...) Eine umfassende Aufklärung ist daher umso wichtiger. Die Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“
Hermann Gröhe (Bundesgesundheitsminister 2013 bis 2018)
Berlin – Am 10.09.2019 hat das ZDF in der Reihe 37 Grad, unter dem Titel „Ich gebe Dir meine Niere“, um 22:15 Uhr die Geschichten von drei Nierenlebendspenden gesendet.
Eine Mutter möchte ihrem nierenkranken Sohn eine Niere spenden, eine Frau ihrem Mann und ein Mann seinem besten Freund. Alle drei Konstellationen sind hervorragend geeignet, um die Problematik der Nierenlebendspende von allen Seiten zu beleuchten.
Tatsächlich dürfte die Organlebendspende für das eigene Kind die emotionalste Variante sein. Dafür sind viele Mütter und Väter be…
Berlin – Eine Nierenlebendspende ist mit hohen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken verbunden. Darauf weist die Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. (IGN) zum Tag der Organspende hin.
Durch den Verlust einer Niere sinkt beim Lebendspender die restliche Nierenfunktion auf ca. 70 % der Ausgangsfunktion. In einzelnen Fällen kann es zu noch größeren Funktionsverlusten kommen. Da die von der Transplantationsmedizin selbst gesetzten Grenzen der Nierenausgangsfunktion nach Auffassung der IGN deutlich zu niedrig sind, sind zahlre…
Berlin - Der VI. Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) hat am 29.01.2019 in Karlsruhe in zwei Fällen von nicht ordnungsgemäß aufgeklärten Nierenlebendspendern (Aktenzeichen VI ZR 495/16 und VI ZR 318/17) Urteile gesprochen, die man als juristische Sensation bezeichnen darf. Siehe auch unsere Pressemeldungen vom 09.04.2018 und 15.08.2018 und die persönliche Erklärung des 1. Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. (IGN e. V.) vom 23.01.2019.
Der BGH hat in seiner Grundsatzentscheidung die Anwendung der „hypothetischen Ei…
Persönliche Stellungnahme von Ralf Zietz, 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V.
Am 13. November 2018 fand unter großer Medienanteilnahme vor dem VI. Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) die Verhandlung zu meiner Klage, Aktenzeichen VI ZR 318/17, (und einer weiteren Klage in ähnlicher Sache, VI ZR 495/16) gegen Ärzte des Universitätsklinikums Essen wegen fehlerhafter Aufklärung und Behandlungsfehlern bei meiner Nierenlebendspende zu Gunsten meiner Frau statt.
Nun nähert sich der Termin der Urteilsverkündung am 29.…
Der BGH verhandelt im Oktober 2018 zwei Fälle von falsch und unvollständig aufgeklärten Nierenlebendspendern (Aktenzeichen VI ZR 495/16 und VI ZR 318/17). Diese hatten die aufklärenden Ärzte des Universitätsklinikums Essen verklagt, scheiterten jedoch sowohl vor dem Landgericht Essen, als auch vor dem Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 3 U 6/16 und Aktenzeichen 3 U 172/16).
Das OLG Hamm bestätigte formale und inhaltliche Aufklärungsversäumnisse. Im Vorfeld der Spenden fehlte bei der Risikoaufklärung der gesetzlich vorgeschriebene unabhängi…
Der Gesetzgeber stellt die Organlebendspender unter besonderen Schutz.
Vor 20 Jahren, am 01. Dezember 1997 trat das Transplantationsgesetz (TPG) in Deutschland in Kraft. Ziel war eine einheitliche gesetzliche Regelung für die Organentnahme bei verstorbenen und lebenden Spendern, um erkrankten Menschen einen gesundheitlichen Vorteil zu verschaffen.
Die Organlebendspende wurde ausdrücklich zugelassen, obwohl auch noch nach Inkrafttreten des Gesetzes kaum belastbare Langzeitdaten über die gesundheitlichen Risiken für die Spender vorlagen (Bu…
OLG Hamm wertet Liebe und Hilfemotivation zur Nierenlebendspende als Einwilligung trotz Aufklärungsmängel!
Im Jahr 2010 hat der seinerzeit 46 Jahre alte, selbstständige Unternehmer und Vater von vier Kindern seiner dialysepflichtigen Frau seine rechte Niere gespendet. Im Vorfeld hatten beide gegenüber den behandelnden Ärzten immer wieder deutlich gemacht, dass eine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung des Klägers ausgeschlossen sein muss. Als Alleinernährer war er verantwortlich für die Familie und 30 Mitarbeiter im Betrieb.
Seitens der…
Zahlreiche geschädigte Nierenlebendspender von Medizin, Justiz, Versicherungen, Medien und Politik allein gelassen!
Am 03. Juni 2017 wird der Tag der Organspende, diesmal in Erfurt, begangen. Auf der offiziellen Homepage unter www.organspendetag.de zu diesem Ereignis steht:
"Über 3.000 Menschen in Deutschland wurde im letzten Jahr durch Organspenden die Chance auf ein neues Leben geschenkt. Dafür soll gedankt werden. Den Menschen, die mit einer Organspende geholfen haben. Den Menschen, die sich zu Lebzeiten für eine Organspende entschieden …
Zwei Urteile, die sich mit der Aufklärung vor einer Nierenlebendspende beschäftigen, sorgen aktuell für Aufmerksamkeit.
Oberlandesgericht Düsseldorf - Aktenzeichen I-8 U 115/12
Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf gab am 25. August 2016 einer Klägerin in zweiter Instanz Recht, fehlerhaft über die Risiken der Nierenlebendspende aufgeklärt worden zu sein. Die Fluglotsin hatte 2007 ihrer Mutter am Universitätsklinikum Düsseldorf eine Niere gespendet und war in Folge des Nierenverlustes berufsunfähig geworden. Das Gericht sah es als erwiesen a…
Haben Düsseldorfer Transplantationsmediziner Nierenlebendspenderin falsch aufgeklärt?
Mit Spannung wird die Gutachteranhörung am Donnerstag, den 21. April 2016 um 14.00 Uhr vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf (Aktenzeichen I-8 U 115/12) zur Klage einer Nierenlebendspenderin, die nach der Spende an Fatigue erkrankte, erwartet. In Folge der Nierenlebendspende im Jahr 2007 kam es bei der Spenderin zu erheblichen Leistungseinbußen und immer wiederkehrenden Erschöpfungszuständen, so dass die ehemals sehr sportliche junge Frau ihren Beruf als Flu…
Zumindest ist eine juristisch-ethische Diskussion dazu überfällig, meint die Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. (IGN e. V.) im Rahmen ihres nächsten Newsletters
Der Februar-Newsletter der IGN e. V. wird in der nächsten Woche (8. KW) den Verlust der Nierenfunktion durch eine Nierenlebendspende thematisieren. Beleuchtet wird dies aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln:
- medizinisch
- medizinrechtlich
- versicherungsrechtlich
Das Fazit ist für die IGN e. V. eindeutig. Der Nierenverlust und der Nierenfunktionsverlust durch eine …
Christian Carl (28) aus Metternich, Betriebswirt und Schatzmeister der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. hat an den 20. World Transplant Games in Argentinien teilgenommen. Er nahm an insgesamt sechs Wettkämpfen als Läufer, Radfahrer und Schwimmer teil. Nachdem er bei seiner „Königsdisziplin“ 20 km Straßenrennen, wegen technischer Probleme ausscheiden musste, konnte er im Einzelzeitfahren den 5. Platz und im 50 m Rückenschwimmen den 4. Platz für sich verbuchen.
Noch vor einigen Jahren sah es so aus, dass der sportliche junge Man…
Zum Tag der Organspende nehmen traditionell die Werbebemühungen der Transplantationsbefürworter stark zu. Unkritisch und ohne jede Reflektion werden die Schicksale kranker Menschen nach den Regeln des Produktmarketings emotional ausgeschlachtet, um Bürger zur Organspende zu bewegen. Lästige Details, wie die Hirntoddefinition werden nur oberflächlich angesprochen. Sogar der deutsche Ethikrat sieht sich nicht in der Lage eine einheitliche Position zum Hirntod zu verabschieden. Undifferenziert wird seitens der Medien verbreitet, dass ohne Transp…
Willi Germund, Journalist und Ostasien-Korrespondent, veröffentlicht ein Buch „Niere gegen Geld“. Dort beschreibt er seine Motive und den Weg zur Transplantation einer Niere. Eine Niere, die er von einem Afrikaner gekauft hat. In den letzten Wochen wurde hierüber mehrfach in den Medien berichtet, u. a. bei „Markus Lanz“ im ZDF (Sendung vom 15.01.2015), im „Stern“ (Ausgabe vom 29.01.2015) und in der ARD „Brisant“ (Sendung vom 16.02.2015).
Das Handeln von Organen ist nach deutschen Gesetzen verboten. Dies gilt auch für Deutsche, die im Ausland…
Willi Germund, Journalist und Ostasien-Korrespondent, veröffentlicht ein Buch „Niere gegen Geld“. Er hat sich die Niere eines Afrikaners gekauft. Völlig fassungslos macht der Umstand, dass Herr Germund aus seinem Verhalten nun in Form eines Buches und medialer Aufmerksamkeit (z. B. bei „Markus Lanz“ am 15.01.2015 im ZDF) scheinbar noch weitere Vorteile ziehen möchte.
Prof. Dr. med. Karl-Walter Jauch, Direktor der Chirurgischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Großhadern, München und Plenarmitglied der Bundesärztekammer bedauert …
Ein weiteres erfolgreiches Jahr der Vereinsarbeit der IGN e. V. geht zu Ende. Seit über drei Jahren besteht der Verein, der sich pharmaindustrieunabhängig finanziert. In 2014 hat die IGN e. V. wieder ein hohes Maß an Aufklärungsarbeit geleistet und weitere Schritte zur Absicherung der Nierenlebendspender in die Wege geleitet.
Öffentlichkeit hilft bei der Aufklärung
Im zu Ende gehenden Jahr hat die Süddeutsche Zeitung über die Schicksale von Nierenlebendspendern berichtet:
„Geben und Nehmen“ vom 10. Mai 2014 (ein Nierenlebendspender wird dial…
Vortragsreihe „Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. (IGN) informiert“
Teil 1: Schadensregulierung nach Nierenlebendspende – Theorie und Praxis
Trotz der Neufassung des Transplantationsgesetzes im Jahr 2012, in dem auch grundlegende Änderungen zum Schutz der Lebendorganspender vorgenommen worden sind, besteht versicherungsrechtlicher Informations- und Aufklärungsbedarf. Mittlerweile ist erkennbar, dass sich durch die Gesetzesänderung neue rechtliche Fragen ergeben. Dies hatte der Gesetzgeber sicher nicht im Sinn.
So stellt sich u…
Als Reaktion auf die Artikel „Geben und Nehmen“ vom 10. Mai 2014 (ein Nierenlebendspender wird dialysepflichtig) und „Operation fatal“ vom 25. Juli 2014 (ein Empfänger einer Nierenlebendspende verstirbt) in der Süddeutschen Zeitung (SZ), wehrt sich die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) mit einer Stellungnahme vom 1. August 2014 gegen die „pauschale Behauptung“ der SZ „Mediziner gehen immer höhere Risiken bei der Organspende von Lebenden ein“.
Die Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. (IGN) nimmt nunmehr ihrerseits wie f…
Aufgrund der stetig sinkenden postmortalen Organspendebereitschaft liegt der Fokus zum Tag der Organspende darauf, das verlorene Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Bundesweite Aktionen werben für dieses Anliegen.
Ausgelöst durch den Mangel an Spendeorganen wird von einigen Transplantationsmedizinern die Ausweitung der Organlebendspende gefordert. Bei der Organlebendspende handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff an einem gesunden Menschen ausschließlich zum Wohle eines Anderen. Die öffentliche Darstellung vermittelt, dass spe…
Nierenlebendspender klagen gegen Transplantationszentren in Heidelberg, Düsseldorf und Essen
Rechtsanwalt Martin Wittke, LL.M., Fachanwalt für Sozial- und Medizinrecht, Partner der Sozietät Rassek, Ehinger & Partner (Bühl – Baden Baden – Offenburg) und juristischer Beirat der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. (IGN e. V.), berichtete mit Zustimmung der Betroffenen dem Vorstand der IGN e. V. über den aktuellen Stand zivilrechtlicher Klageverfahren geschädigter Nierenlebendspender gegen verschiedene deutsche Transplantationszentre…