Zur Debatte steht morgen Abend unter anderem, ob es legitim ist, die DDR auf Trabi, Ampelmännchen und Spreewaldgurken zu reduzieren und den diktatorischen Alltag fast gänzlich auszublenden. Wäre es nicht unabdingbar, auch das Leben derer zu reflektieren, die eine eigene Meinung vertraten und ausgeschlossen wurden von Abitur und Studium, von der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit, oder die gar jahrelang in politischer Haft saßen? Und wie soll die junge Generation, die den untergegangenen SED-Staat nicht aus eigenem Erleben kennt, angesichts des DDR-Kults für die Gefahren der Diktatur sensibilisiert werden? Letztlich soll die Debatte eine Prognose darüber wagen, wie die derzeitige Ostalgie-Welle die gesellschaftliche Erinnerung an die DDR-Vergangenheit beeinflusst und wie sich das Bild vom untergegangenen SED-Staat im kollektiven Gedächtnis dadurch verändert.