openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Aber es sind „nur“ Verkehrstote

19.03.201808:20 UhrTourismus, Auto & Verkehr
Bild: Aber es sind „nur“ Verkehrstote
Unfall auf der Autobahn
Unfall auf der Autobahn

(openPR) 3.177 Tote sind im vergangenen Jahr nicht die Opfer von Mord und Totschlag geworden, sondern mehr als 90 % von ihnen sind auf der Straße gestorben, und zwar als Folge von vermeidbaren Verhaltensfehlern. Wären sie Opfer von Gewaltverbrechen geworden, der Aufschrei der Gesellschaft wäre gewiss gewesen und ebenso der Ruf nach mehr Polizei, die uns vor dieser Art von Gewalt schützen soll.


Aber es sind „nur“ Verkehrstote und damit für den größten Teil der Gesellschaft der Preis unserer Mobilität. Wie zynisch! Mit einem Verkehrstoten leiden mehr als 100 Hinterbliebene ihr ganzes Leben mit und Tausende von schwerverletzten Menschen leiden ein Leben lang an den körperlichen und seelischen Unfallfolgen. Was würden sie nicht alles dafür geben, diesen Unfall ungeschehen zu machen – ?
Und dabei unterscheiden sich Mord und Unfalltod auf eine ganz profane Weise. Morde sind fast immer Beziehungstaten, die zu mehr als 90 % aufgeklärt werden und nicht durch Prävention verhindert werden können. Verkehrstode sind immer Unfalltode, deren zugrundeliegenden Verhaltensfehler fast immer durch Prävention verhindert werden könnten. Wer bemerkt den Fehler?
Auf den Straßen in Deutschland könnten weit mehr Menschen überleben, wenn in der Politik und in den Institutionen der drei Staatsgewalten Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung die richtigen lebensschützenden Entscheidungen getroffen würden, anstatt sich um politische Nichtigkeiten nur deshalb zu kümmern, weil sie mehr im öffentlichen Fokus einer immer oberflächlicher werdenden Mediengesellschaft stehen. Auch die Gesellschaft, also wir alle und mitsamt der Medien, die wir konsumieren, tragen eine moralische Mitschuld.
Anstatt dankbar dafür zu sein, dass die Polizei und die Kommunen den Straßenverkehr überwachen und Verstöße feststellen und kontrollieren, ärgern wir uns über Verwarnungen und Bußgelder, obwohl wir selbst diese Fehler begangen haben und uns selbst die Schuld geben müssten. Wie viel weniger Verkehrstote es gäbe, wenn die gleiche Anzahl der fleißigen Knöllchenschreiber für die vorbeugende Überwachung der wichtigsten Unfallursachen für Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten eingesetzt würde, ist eine hypothetische Frage, die nie beantwortet werden wird. Es ist den verantwortlichen Haushaltspolitikern in den Städten und Landratsämtern allemal lieber, mit den Geldern für Parkverstöße ihre Stadtsäckel zu füllen, als Verhaltensverstöße der StVO zu überwachen. Es ist eben viel einfacher zu fotografieren und aufzuschreiben, als zu schulen, zu beobachten, unterstützt durch die Polizei anzuhalten und mit einem rechtswidrig handelnden Fahrer Auge in Auge über seine fahrerische Fehlleistung zu sprechen. Nicht einmal die Rechtsgrundlagen für eine gemeinsame Überwachung durch Polizei und Kommunen gibt es in den 16 Bundesländern und dabei liegt es doch auf der Hand, die geringer gewordenen Kräfte sinnvoll mit dem Ziel zu bündeln, das Problem an der Wurzel zu packen. Aber nein, jeder arbeitet für sich, ein Miteinander für die Verkehrssicherheit gibt es nicht. Wie auch, wenn die Politik es nicht einmal fertig gebracht hat, die Tausenden von Bundespolizisten und Zollbeamten, die ohnehin jeden Tag kontrollierend auf den Straßen ihren Dienst tun, in ein durchdachtes Konzept zur Verkehrsüberwachung sinnvoll einzubinden.
Im Gegenteil: In Sachsen aber auch andernorts in Deutschland erleben wir zurzeit einmal mehr, wie niedrig der Stellenwert der so dringend notwendigen Verkehrsspezialisten in der Polizei ist. Für die Verkehrssicherheit dringend notwendige Personalaufstockungen erfolgen nicht, weil eine ignorante Polizeiführung diese auf der Hand liegenden Prioritäten nicht erkennt und eine unwissende oder gar desinteressierte politische Führung sie ohne Korrektur einfach gewähren lässt.
Die polizeilich nach einem mehr als 40 Jahre alten Raster erhobenen Unfallursachen sind übrigens inzwischen untauglich, als ausreichend verifizierte Erkenntnisgrundlage für ein Umsteuern in der Taktik zur Verhinderung von Verkehrsunfällen zu dienen. Nur die Bundeshauptstadt Berlin erfasst zurzeit die wichtigste Unfallursache der Ablenkung am Steuer und 16 Bundesländer sind immer noch nicht dazu in der Lage, sich auf eine moderne Datenbasis zu einigen. Weit entfernt sind wir davon, die wahren und oft in der Motivation begründeten Ursachen hinter den vordergründig festgestellten Verkehrsverstößen zu ermitteln, um gezielt gegensteuern zu können.
Verhaltensfehler sind die eine Seite, fehlende gesetzliche Änderungen sind eine andere Seite. Noch immer ist es den Besitzern der Autos erlaubt zu lügen, wenn sie bei einem Geschwindigkeits-, Abstands- oder Rotlichtverstoß erwischt und fotografiert werden, aber nur das Kennzeichen lesbar ist. Deutschland ist fast das einzige Land in Europa, das in diesen Fällen die Verfahren einstellt, während in anderen Staaten der Autobesitzer die Zeche zahlen muss, die mit seinem Auto angerichtet wurde. Eine Gesetzesänderung wäre Sache des Bundestages, aber der hat scheinbar wichtigere Dinge zu tun, als für die notwendigen Bestrafungen bewiesener Verkehrsverstöße die notwendige Gesetzesänderung vorzunehmen.
Seien wir doch mal ehrlich. Nur wer für einen Verkehrsverstoß auch zahlen muss, wird diese Sanktion in der Zukunft durch eine Verhaltensänderung zu verhindern versuchen. Wer nicht herangezogen wird, ändert sein Verhalten nicht. Warum auch? Und wenn er einmal zahlen muss, dann tut er es aus der Portokasse, weil das reichste Land Europas sich einen Bußgeldkatalog leistet, dessen Höhe oder besser Milde der Geldbußen von den Fahrern aus anderen europäischen Staaten schon längst nicht mehr ernst genommen wird, wenn nicht ihre gestochen scharfen Fotos schon deshalb in den Bußgeldstellen gelöscht werden, weil es sich eben nicht wirtschaftlich lohnt, Bußgelder in Polen oder Tschechien einzutreiben.
Dieses Desinteresse gilt übrigens auch für fehlende Verkehrsschulungen, für die es im § 48 StVO sogar eine gesetzliche Grundlage gibt, die aber deswegen bundesweit fast nicht angewandt wird, weil das notwendige Schulungspersonal fehlt. So müssen fehlerhaft handelnde Fahrer nicht nachsitzen und das richtige Verhalten im Straßenverkehr einpauken wie es im vergangenen Jahr z. B. bei 1,4 Millionen britischen Fahrern erfolgreich praktiziert wurde. Nicht von ungefähr wird nämlich auf britischen Straßen viel weniger gestorben, als in Deutschland. Das ist übrigens auch in sechs anderen europäischen Staaten so, die allesamt in der Unfallbilanz deutlich besser dastehen als unser Vaterland und Heimatland. Deutschland hat den Anschluss schon fast verloren, auch wegen politischer Fehlentscheidungen in Bund und Ländern. Fehlentscheidungen, die Leben kosten. Aber Deutsche schauen immer gerne auf Andere herab und daher vergleichen wir uns in dieser Bilanz lieber mit Staaten, die noch schlechter dastehen wie Italien, Griechenland oder Polen. Ein schlechter Charakterzug, nicht von den Besten lernen zu wollen – leider typisch deutsch.
Ich könnte noch viele Argumente und Ideen anführen, die Leben retten würden, aber sie verpuffen wirkungslos, weil sie an der Ignoranz derjenigen scheitern, die wirklich etwas zu sagen haben und Änderungen mit einem Federstrich veranlassen könnten.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 996887
 537

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Aber es sind „nur“ Verkehrstote“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Abstand halten für Rettungsgasse / Rescue corridor

Bild: Desinteresse und HochnäsigkeitBild: Desinteresse und Hochnäsigkeit
Desinteresse und Hochnäsigkeit
Desinteresse und Hochnäsigkeit Wir von „Abstand halten für Rettungsgasse / Rescue corridor“ haben in den letzten zwei Monaten versucht, eine Zusammenarbeit mit Verbänden, Organisationen, Firmen und vielen anderen in Sachen Rettungsgasse und Verkehrssicherheit herzustellen. Und sind in sehr vielen Fällen mit, Desinteresse aber auch mit einer groben Art von Hochnäsigkeit behandelt worden, das dies nicht mehr schön ist! Eigentlich sollte man, wenn es um die Sicherheit von Angestellten, -wie z.B. der Fahrer im Speditionsgewerbe-, geht, sich a…
Bild: „Projekt First Responder Rettungsgasse©“Bild: „Projekt First Responder Rettungsgasse©“
„Projekt First Responder Rettungsgasse©“
„Projekt First Responder Rettungsgasse©“ Projekt First Responder ist ein speziell ausgestattetes Fahrzeug zur Absicherung einer Gefahrenstelle und zur Aufforderung die Rettungsgasse zu bilden! Dieses Fahrzeug hat mehrere Aufgaben:Verkehrsteilnehmer vor einem Stauende zu warnen.Diese zu Bildung der Rettungsgasse zu zwingen.Die Rettungsgasse offen zuhalten für nachfolgen Rettungs- bzw. Bergefahrzeuge. Bei Stau sind immer öfters Nachfolgeunfälle an der Tagesordnung, mit Toten und Verletzten, diese könnten mit dem First Responder Fahrzeug© eff…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: „Idiotentest“ MPU Test kein Modell für EU MitgliedsländerBild: „Idiotentest“ MPU Test kein Modell für EU Mitgliedsländer
„Idiotentest“ MPU Test kein Modell für EU Mitgliedsländer
… Maßnahmen wie Sie in Deutschland angewendet werden die Verkehrssicherheit nicht in dem Maße wie in anderen EU Ländern erhöhen. Deutschland weist wesentlich mehr Unfallopfer als auch Verkehrstote auf 100.000 Einwohner gerechnet auf als die alten EWG Staaten und ist Spitzenreiter im negativen Sinne und übt somit keinerlei Vorbildfunktion aus. Die Einführung …
Positive Entwicklung der Verkehrsunfallstatistik bei jungen Erwachsenen
Positive Entwicklung der Verkehrsunfallstatistik bei jungen Erwachsenen
… weiter zurück. Nach vorläufigen Ergebnissen des Bundesamtes ging die Zahl der verletzten Personen im Vergleich zum November 2011 um 1,5 % auf rund 29 700 Personen zurück, die Zahl der Verkehrstoten sogar um 14,3 Prozent auf 75 Menschen. Nimmt man die Zahlen der 18-25 Jährigen in den Fokus, stellt sich die Entwicklung wie folgt dar: Im Oktober 2012 ging …
Bild: Wilde Zeiten: Vor 50 Jahren gab es mehr Verkehrsunfälle als heuteBild: Wilde Zeiten: Vor 50 Jahren gab es mehr Verkehrsunfälle als heute
Wilde Zeiten: Vor 50 Jahren gab es mehr Verkehrsunfälle als heute
Kempten, Juni 2007 - So wenig Verkehrstote wie heute gibt es seit den 50er Jahren nicht mehr (Quelle: Focus vom 29.04.2007). Früher war nicht alles besser: Wirtschaftswunderzeit und automobiler Wohlstand bringen auch Schattenseiten mit sich. Oft ist der Abstand zwischen Gaudi und Entsetzen nur gering. Blitzende Oldtimer und spektakuläre Autobahnszenen …
Bild: Tag der Verkehrssicherheit: Aktion „Freiwillig 130 km/h“ bei VITRONICBild: Tag der Verkehrssicherheit: Aktion „Freiwillig 130 km/h“ bei VITRONIC
Tag der Verkehrssicherheit: Aktion „Freiwillig 130 km/h“ bei VITRONIC
… mehr Unternehmen und Bürger diesem Beispiel folgen und aus freien Stücken die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen einhalten“, kommentiert Michael Beckmann die Initiative. „Jeder Verkehrstote aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit ist einer zu viel.“ VITRONIC ist seit 2016 Mitglied des DVR. „Ein Grund mehr, die Vision Zero – und damit Zeit …
Bild: Project Edward macht Station in WiesbadenBild: Project Edward macht Station in Wiesbaden
Project Edward macht Station in Wiesbaden
… die einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten. Edward steht dabei für European Day Without A Road Death, also einen Tag ohne Verkehrstote in Europa. Empfangen wurde das Project Edward-Team von VITRONIC Vertriebsleiter Daniel Scholz-Stein, der die Bedeutung von Aufklärung für die Risiken des Straßenverkehrs hervorhob. Gemeinsam …
Bild: Unfallursache Smartphone – stetig steigend. Eine Verkehrssicherheitskampagne hält dagegenBild: Unfallursache Smartphone – stetig steigend. Eine Verkehrssicherheitskampagne hält dagegen
Unfallursache Smartphone – stetig steigend. Eine Verkehrssicherheitskampagne hält dagegen
… was auf der Straße vor einem passiert. Die derzeit steigenden Unfallzahlen belegen ebenfalls diese These. Laut einer amerikanischen Hochrechnung gab es dort rund 3.000 Verkehrstote im Jahr durch Ablenkung am Steuer bei rund 100.000 Verletzten. Heruntergerechnet auf Deutschland wären das 750 Verkehrstote pro Jahr und 25.000 Verletzte. Der Automobilclub …
Bild: TÜV-Verband unterstützt die Initiative für sichere Straßen auf visionzero.orgBild: TÜV-Verband unterstützt die Initiative für sichere Straßen auf visionzero.org
TÜV-Verband unterstützt die Initiative für sichere Straßen auf visionzero.org
… engagiert sich auf der Plattform visionzero.org. Gemeinsam setzen sich beide Partner für die konsequente Umsetzung der Vision Zero ein – das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten langfristig auf null zu senken. Gleichzeit präsentiert das Portal die neuesten Zahlen zur Entwicklung der Vision Zero Ziele in deutschen Städten und Kommunen.Seit …
Schlachtfeld Asphalt: über die Risiken auf Südafrikas Straßen
Schlachtfeld Asphalt: über die Risiken auf Südafrikas Straßen
… Straßenverkehr ungemein gefährlich ist. Ich habe in meinem “Handbuch Südafrika” hierauf aufmerksam gemacht und kam mir vor wie ein einsamer Rufer. Die Zahlen zu den Verkehrstoten sind erschreckend. Gleichwohl hat das Thema Verkehrssicherheit in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle gespielt. Dabei kann man sich gegen Verbrechen in einem gewissen …
Bild: Smartphones sorgen für mehr Verkehrstote als AlkoholBild: Smartphones sorgen für mehr Verkehrstote als Alkohol
Smartphones sorgen für mehr Verkehrstote als Alkohol
Ein Smartphone wird pro Tag durchschnittlich 85 Mal gecheckt - leider auch während der Teilnahme am Straßenverkehr. Mittlerweile sorgen Smartphones für mehr Verkehrstote als Alkohol. Die Nachricht die von Ihrer Kürze in eine SMS passt ist dramatisch. "Mittlerweile sorgen Smartphones für mehr Verkehrstote als Alkohol" wertet die LVM Autoversicherung …
Bild: Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur in MünsterBild: Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur in Münster
Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur in Münster
… stadtweiten Tempolimit auf 30km/h könnten wir einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität erreichen. Das Stickoxid- , Feinstaub- und Lärmproblem wäre gelöst, es gäbe weniger Verkehrstote und Verletzte. Der begrenzte Verkehrsraum könnte endlich im Interesse der Bürgerinnen und Bürger neu verteilt werden!“, fordert auch der Kreisvorsitzende der ÖDP, Michael …
Sie lesen gerade: Aber es sind „nur“ Verkehrstote