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Schlachtfeld Asphalt: über die Risiken auf Südafrikas Straßen

22.11.200715:39 UhrTourismus, Auto & Verkehr

(openPR) Wenn über die Risikofaktoren Südafrikas berichtet wird, steht die Kriminalität ganz oben auf der Liste – zu Recht. Kaum jemand aber erwähnt, dass es auch im Straßenverkehr ungemein gefährlich ist. Ich habe in meinem “Handbuch Südafrika” hierauf aufmerksam gemacht und kam mir vor wie ein einsamer Rufer. Die Zahlen zu den Verkehrstoten sind erschreckend. Gleichwohl hat das Thema Verkehrssicherheit in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle gespielt. Dabei kann man sich gegen Verbrechen in einem gewissen Umfang schützen. Wenn man sich aber hinters Lenkrad setzt, sind die Möglichkeiten der Vorsorge schon begrenzt.



Ich möchte die Dimensionen des Risikos mit einem Vergleich von Deutschland und Südafrika durch einige Zahlen aufzeigen:

• Verkehrstote 2004, 2005 + 2006
o Deutschland 5.844 / 5.361 ( -8,2%) / 5.094 (-2,7%)
o Südafrika 12.664 / 14.135 (+10,6%) / 15.393 (+8,9%)

• Zugelassene Kraftfahrzeuge 2006
o Deutschland 54.9 Mio
o Südafrika 8,5 Mio

Schon die absoluten Zahlen zeigen das ungleich höhere Risiko auf südafrikanischen Straßen. Erschreckend ist auch der rasante Anstieg Opfer der letzten Jahre in Südafrika, während Deutschland von Jahr zu Jahr sicherer wird. Wenn man die Verkehrstoten in Relation zu Einwohnern und Zulassungen setzt, wird das ganze Ausmaß des Risikos am Kap überdeutlich.

• Verkehrstote / 1 Mio Einwohner 2006
o Deutschland 62
o Südafrika 335

• Zugelassene Kfz / Verkehrstote 2006
o Deutschland 10.778
o Südafrika 552

Um es ganz deutlich zu machen: Es ist in Südafrika 19,5 mal wahrscheinlicher, dass ein Fahrzeug in einen tödlichen Verkehrunfall involviert wird.
Die Gründe für die horrenden Unfallzahlen sind zum Greifen nahe; man kann sie täglich erleben: Der miserable Zustand der meisten Autos, die sich auf den Straßen des Landes tummeln, gepaart mit einem zum Teil geradezu dilettantischen Fahrverhalten. Die statistischen Vergleiche zeigen die Dimension auf, rütteln aber nicht richtig wach, weil der Tod auf der Straße so fern ist wie der Mord durch die Hand eines Verbrechers, solange es nicht die Familie, den Freund, Nachbarn oder Kollegen trifft.

Jetzt scheint der Stein ins Rollen zu kommen. Die National Vehicle Testing Association (NVTA) hat die Ergebnisse von 1.000 Kfz-Tests in den Provinzen Western Cape und KwaZulu-Natal an die Öffentlichkeit gebracht: 80% aller Fahrzeuge waren nicht verkehrstauglich! Nun ist das sicherlich nicht ganz repräsentativ; die Automobil Association (AA) – vergleichbar dem deutschen ADAC – schätzt die Zahl auf 20%, basierend auf eigenen Untersuchungen in deren Test-Centern. Kenner der Lage melden sich nun zu Wort; sie sehen die Wahrheit irgendwo in der Mitte zwischen NVTA und AA. Und wer sich jahrelang in Südafrika bewegt hat, kommt zu ähnlichen Vermutungen. Es sind einfach ungeheuer viele Fahrzeuge unterwegs, denen man auf den ersten Blick ansieht, dass sie auf den Schrottplatz gehören, aber nicht auf die Straße.

Deutschland hat bekanntlich ein System von obligatorischen technischen Überprüfungen, dem kein Fahrzeug entgehen kann. Solch ein Check ist in Südafrika nur für Busse, Minibusse und Lastkraftwagen vorgeschrieben. Alle anderen Fahrzeuge müssen nur dann ein “Roadworthy Certificate” vorweisen, wenn der Halter wechselt. Wer also seinen fahrbaren Untersatz 20 Jahre in Bewegung hält, fällt nur auf, wenn er liegen bleibt oder in einen schweren Unfall verwickelt wird. Nur sehr sporadisch kann man beobachten, dass die “Traffic Police” mal ein Auto aus dem fließenden Verkehr zieht, weil die Untauglichkeit als Mittel der Fortbewegung allzu offenkundig ist. In der Regel ist es so, dass man sich wundern muss, wenn die Polizei mal wieder an einer erkennbar defekten Rostlaube vorbeizieht, ohne die rote Kelle zu zücken.

Ein ganz besonderer Fall im Zusammenhang mit der Verkehrssicherheit sind die Minibus-Taxis, jene 16-Sitzer, die das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs bilden. Es ist schon ein Skandal, was da alles toleriert wird. Nicht nur, dass die Fahrer sich wie Cowboys aufführen, für die Regeln nicht zu gelten scheinen. Eine Vielzahl von Gefährten ist so augenscheinlich verkehrsuntauglich, dass man sich fragt, wie die durch den letzten Check gekommen sind (und unweigerlich erinnere ich mich dann daran, wie oft schon auf Parties einige Zeitgenossen damit angegeben haben, dass sie sich das “Roadworthy Certificate” für wenig Geld “gekauft” hatten). Dann nimmt es nicht Wunder, wenn mal wieder ein Minibus-Taxi einen Unfall hat, bei dem dann auf einen Schlag alle Insassen (16 oder manchmal eben auch noch mehr) ums Leben kommen.

Oft denke ich dann daran, dass sich eigentlich der Verkehrsminister strafrechtlich verantworten müsste – wegen fortgesetzter fahrlässiger Tötung durch Unterlassen. Für den Juristen gibt es eine solche Straftat durch Unterlassen, wenn eine Rechtspflicht zum Handeln besteht. Wer sich den Zustand der Straßensicherheit in Südafrika, insbesondere diese kontinuierlichen Steigerungsraten der Verkehrstoten, nüchtern anschaut, könnte geneigt sein, solche Gedanken zu entwickeln.

Zahlenmaterial von den Websites www.kba.de+ www.arrivealive.co.za

Artikel: Dr. Günter Pabst
Kapstadt, den 21.11.2007

Artikel unter: http://www.capetown-online.com/index.php?id=184,3315,0,0,1,0

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