(openPR) Der theologische, ethische und rechtliche Diskurs an der Schnittstelle zwischen „Leben und Tod“, aber auch die Fragen einer Personenzentrierung in der (psychiatrischen) Pflege, haben ganz maßgeblich dass Jahr 2005 geprägt. Auch im Jahre 2006 steht nicht zu befürchten an, dass das „Gespenst von der herrschenden Lehre“ – getrieben von einem beachtlichen und zuweilen beängstigenden Missionierungseifer mancher Interessenverbände und Patientenanwälte – die Oberhand über die Herrschaft der „Würde des Menschen“ gewonnen hat.
Es scheint sich in allen Professionen ein Paradigmenwechsel anzubahnen, der zu heftigen Fehden nicht nur zwischen den Juristen, Theologen, Mediziner und Soziologen führt, sondern vielmehr auch innerhalb der einzelnen Wissenschaften.
M. Herdegen hat die verfassungsrechtliche Debatte spätestens mit der Neukommentierung des Art. 1 Grundgesetzes in dem renommierten Großkommentar zum Grundgesetz Maunz/Dürig (2003) erneut eröffnet. Ein „Altmeister“ des Staats- und Verfassungsrechts, namentlich E.W. Böckenförde ließ sich nicht lange „bitten“, hierauf in einem Artikel der F.A.Z. scharf zu reagieren.
Der „Irrsinnsaussto? in der Literatur ist kaum noch zu überblicken. Einen halbwegs geordneten systematischen Überblick leisten zu wollen, ist zwangsläufig zum Scheitern verurteilt, denn es gibt in dem Diskurs nichts, was nicht vertreten wird.
Allen voran ringt die Praxis um Orientierungshilfen bei den zentralen Fragen am Beginn und Ende des menschlichen Lebens. Die Wissenschaften bemühen sich, mit einem halbwegs tragbaren Konsens in der unendlichen Debatte den Weg in der Praxis zwar nicht zu ebnen, sondern allenfalls transparenter machen zu können. Dass dies derzeit nicht gelingt, hängt entscheidend davon ab, dass die Fundamentalpositionen über den Grund und die Grenze der Menschenwürde nach wie vor unversöhnlich gegenüberstehen. Der geistige Meinungskampf wird mit unverminderter Härte geführt.
Der ethische Diskurs ist eben zunächst kein „gesamtgesellschaftlicher Diskurs“, sondern er findet zunächst auf der Mikroebene der einzelnen Wissenschaftsdisziplinen statt. »»»
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http://www.iqb-info.de/Wege_der_Menschenwuerde.pdf











