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Konfliktmanagement mit systemischer Mediation

Bild: Konfliktmanagement mit systemischer Mediation

(openPR) Mediation wird üblicherweise als klassische Mediation in fünf Phasen abgehandelt:
Phase 1: Arbeitsbündnis - was brauchen die Medianden von mir um mit mir arbeiten und was brauche ich von den Medianden um mit ihnen arbeiten zu können.
Phase 2: Themensammlung und Bestandsaufnahme – worüber wird verhandelt und was wird an Fakten, Daten, Unterlagen etc. gebraucht, um darüber verhandeln zu können.
Phase 3: Sichtweisen und Bedürfnis - was ist passiert?, wie wurde es erlebt?, was wird gebraucht?, um was wird gebeten?
Phase 4: Optionen sammeln, priorisieren und bewerten.
Phase 5: Lösung verhandeln und vereinbaren.

Die systemische Mediation geht einen Schritt darüber hinaus, indem sie die dahinterliegenden Beziehungs- und Kommunikationsmuster abhandelt und sogar - noch weiter darüberhinausgehend - auch die dahinterliegenden Kindheits- und Biografiemuster anspricht. Damit grenzt systemische Mediation an Therapie (ohne ihn sie einzusteigen) und verlangt zusätzliche Kompetenzen des Mediators wie z.B. systemische und hypnosystemische Beratungsbefähigung inkl. der erforderlichen Stabilisierungs- und Ressourcentechniken.

Systemische Mediation eignet sich in ganz besondere Weise für jede Art von Beziehungs- und Partnerschaftskonflikte.
 
Und das sind die fünf Phasen der systemischen Mediation:

Sichtweisen klären (1)?
Das Streiten geht von alleine. Das Verhandeln muss man erlernen. In der Interaktion der Konfliktpartner bildet sich meistens ein bestimmter Streitstil, ein bestimmtes Konfliktmuster heraus, nämlich defensiv oder offensiv, je nach dem welche der beiden typischen Reaktionsweisen Kampf (Angriff) oder Flucht (Rückzug) vorherrscht. In der Mediation gilt es die dahinter liegenden Bedürfnisse und Anliegen der Medianden zu entdecken und aufzugreifen und den Streitzwang zu unterbrechen, der sich aus dem jeweiligen Konfliktmuster notgedrungenermaßen ergibt.

Gehirnneurologisch ist festgestellt, dass mit der Entscheidung für einen ganz bestimmten Standpunkt, den jeder Mediand natürlicherwiese einnimmt, eine Verengung der Wahrnehmungskanäle einhergeht. Mit anderen Worten: Der Mediand sieht und hört nur noch, was ihn in seinem Standpunkt bestätigt bzw. worin er sich ihn in seinem Standpunkt angegriffen fühlt. Gerald Hüther spricht in diesem Zusammenhang von dem „Brett vor dem Kopf“, das verhindert, dass in den gegenseitigen und mitunter sehr gegensätzlichen Sichtweisen eine Kommunikation stattfinden kann.

Verbindung herstellen (2)?
Mit der Verengung der Wahrnehmungskanäle geht auch eine Verlagerung des Aufmerksamkeitsfokusses einher und zwar weg vom kognitiven Teil des Erlebens hin zum emotionalen Erleben. Emotionales Erleben – insbesondere unter Stress – ist schneller als kognitives Erleben (i.S.v. Nachrationalisieren). Das hat den Nachteil, dass der Reiz-Reaktions-Puffer, – wie er sonst bei vernünftigen Menschen vorhanden ist -, verloren geht und sich die Medianden in einem Wort- und Streitgefecht wiederfinden, dem sie sich am Ende hilflos ausgeliefert fühlen. Man könnte auch sagen: Der Konflikt beherrscht die Medianden. Aus gehirneurologischer Sicht zeigt sich das in der Trennung / Spaltung der menschlichen Verbindung. „Menschen, die miteinander verbunden sind, können nicht gegeneinander streiten“, sagt Gerald Hüther. Genau darum geht es also im zweiten Schritt der Mediaiton, die im Streit verloren gegangene menschliche Verbindung wiederherzustellen. Nach Gerald Hüther (vgl. Du gehst mir auf die Nerven) gibt es ohne diese Verbindung kein gegenseitiges empathisches Verstehen und ohne gegenseitiges empathisches Verstehen gibt es auch gehrinneurologisch keine Wahlalternativen, und zwar weder auf der Handlungsebene (aktiv und re-aktiv), noch auf der späteren Lösungsebene. Der Mediand ist gewissermaßen in seiner Sicht auf die Dinge gefangen. An dieser Stelle im Mediationsprozess kann es auch sein, dass alte Kindheitsmuster, alte Glaubenssätze, alte Konflikt- und Strategiemuster etc. betrachtet und aufgelöst werden müssen, um die Verbindung wiederherstellen zu können.

Wendepunkt (3)?
Nach Dudley Weeks (Kernkompetenz für Mediation und Konfliktmanagement) tritt der Wendepunkt im Mediationsprozess ein, sobald das shared need gefunden ist. Was ist ein shared need? Shared need bedeutet übersetzt gemeinsames Bedürfnis. In der Regel ist das, was Menschen im Leben oder im Beruf zusammenkommen lässt, immer ein shared need. Ob es zum Beispiel um die Gründung einer Familie geht, oder ob es um den Aufbau einer Geschäftsexistenz geht, was die Menschen zusammenführt, ist die Erwartung der Erfüllung eines gemeinsamen Bedürfnisses. Nach Gerald Hüther gibt es in jedem Menschen zwei grundlegende Bedürfnisse, aus denen sich alle anderen Bedürfnisse ableiten. Das sind Verbindung und Wachstum, – eben jene beiden Bedürfnisse, die das Kind im Muttterleib erfahren und als Gehirnstruktur ausgebildet hat. Menschen erfüllen sich ihre Bedürfnisse durch unterschiedliche Strategien. Mit anderen Worten: Menschen unterscheiden sich nicht in ihren Bedürfnissen, sie unterscheiden sich aber in ihren Strategien der Bedürfniserfüllung. Es geht also zunächst darum, die Strategien von den Bedürfnissen zu unterscheiden, um dann zu jenem gemeinsamen Bedürfnis zurückzufinden, mit dem alles begann. Im Wendepunkt geschieht folgendes: Die Medianden anerkennen nicht nur die gegenseitigen Bedürfnisse, sondern sie sind auch bereit sind, sich gegenseitig in der Erfüllung der Bedürfnisse zu unterstützen. Denn, – und das liegt in der menschlichen Natur begründet -, über Strategien kann verhandelt werden, über Bedürfnisse dagegen nicht.

Lösungsoptionen (4)?
Ist die Verbindung hergestellt und der Wendepunkt erreicht, dann lassen sich die Lösungs- und Handlungsoptionen leicht entwickeln. Bischop (Hanseatisches Institut) empfiehlt an dieser Stelle den Ökologiecheck, also die vorausschauende Berücksichtigung der voraussichtlichen Auswirkungen durch geplante Veränderungen in einem System. Mit anderen Worten: Konflikte sind oft begleitet von einem sogenannten sekundären Gewinn, der auf eine andere und sogar bessere Weise ausgeglichen werden muss, damit sich die Veränderung nachhaltig positiv auswirkt.

Vereinbarung (5)?
Finden die Medianden für einen Teil oder die Gesamtheit ihres Rechtsstreits eine Lösung, können sie zum Abschluss der Mediation eine Mediationsvereinbarung schließen. Sie können die Mediationsvereinbarung als öffentliche Urkunde beurkunden lassen.

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