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Ein Tettnanger, der die Stiftung Liebenau prägte

24.01.2018 • 16:45 Uhr • Gesundheit & Medizin
Gemeinsames Gedenken an Johann Capar Bueble.
Gemeinsames Gedenken an Johann Capar Bueble.

(openPR) MECKENBEUREN-LIEBENAU – Der Tettnanger Johann Caspar Bueble (1830 bis 1918) war zusammen mit Kaplan Adolf Aich maßgeblich an der Gründung der „Pfleg- und Bewahranstalt für Unheilbare“ in Liebenau beteiligt und prägte sie in seiner Zeit als Vorstand. Die Stiftung Liebenau und die Volksbank Tettnang, für die sich Bueble ebenfalls verdient gemacht hat, gedachten in einer Feierstunde seines Todestages, der sich am 2. Januar zum hundertsten Mal jährte. Mitglieder der Familie Bueble waren die Ehrengäste.



Ein engagierter Bürger

Ohne Bueble würde es die Stiftung Liebenau nicht geben, zeigte sich Stiftungsvorstand Dr. Berthold Broll bei seiner Begrüßung überzeugt. Jürgen Strohmaier, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Friedrichshafen-Tettnang, schloss sich dieser Einschätzung auch für die Volksbank Tettnang an: Man schaue voller Respekt auf das Wirken von Johann Caspar Bueble. Dessen Leben und Wirken schilderte Gisbert Hoffmann, Vorsitzender des Förderkreises Heimatkunde. Der Kaufmann Johann Caspar Bueble betrieb das vom Vater 1837 gegründete Textilgeschäft, das sich bis heute in Familienbesitz befindet. Bereits mit 29 Jahren wurde er in den Gemeinderat gewählt. Mit Unterbrechung gehörte er dem Gremium bis 1905 an. Von 1889 bis 1900 war er außerdem Mitglied im württembergischen Landtag. Den Weitblick, der sein Denken und Handeln beeinflussen sollte, schärfte er unter anderem mit verschiedenen Auslandsreisen, etwa nach Paris, Wien und Rom.

Förderung der Wirtschaft

Hoffmann stellte anschaulich die damalige Zeit dar: Mitte des 19. Jahrhunderts begann mit der Industrialisierung eine Landflucht in die Städte und nach Übersee. Auf dem Land und in den Städten herrschte große Not. Um Landwirtschaft und Handwerk zu fördern, entstanden vielerorts genossenschaftliche Banken. Bueble war als eifriger Verfechter dieser Idee bei der Gründung der „Creditbank für Landwirtschaft und Gewerbe in Tettnang“ dabei und wurde auf Anhieb in den Vorstand und zum Kassierer gewählt. Für den erst 40-Jährigen ein großer Vertrauensbeweis. Erst 83-jährig verzichtete er auf eine Wiederwahl.

Linderung in Zeiten der Not

In die gleiche Zeit fiel die Gründung der Pfleg- und Bewahranstalt in Liebenau. Seit 1859 besetzte Vikar Adolf Aich die Kaplaneistelle in St. Johann. Mit seiner Stelle war eine Pflegestation für bis zu 18 Kranke verbunden. Ihnen und den Armen der Stadt galt Aichs Fürsorge. Um seine Idee eine „Pfleg- und Bewahranstalt“ zu realisieren, überzeugte er zwölf Tettnanger Bürger, jährlich für diesen Zweck zu spenden. Unter ihnen: Kaufmann Bueble, der zu Aichs engstem Vertrauten und Mitstreiter wird. 1866 gründen die beiden den St. Johann-Verein. Bueble wird auch hier Kassierer und später Vorstand der Einrichtung in Liebenau: von 1877 bis 1889 und von 1901 bis 1904. In dieser Zeit fällt er wegweisende Entscheidungen zu Grunderwerb und Bauvorhaben.

Ausgezeichnet für Lebensverdienst

Für seine Verdienste wurde Bueble unter anderem vom württembergischen König Wilhelm II. mit einem goldenen Pokal ausgezeichnet. Außerdem bekam er das päpstliche Ehrenkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“. Familie Bueble – bei der Gedenkfeier vertreten durch Urenkel Rudolf und Ehefrau Bärbel Bueble sowie Ururenkel Ulrich Bueble – wurde ein Bildnis ihres Vorfahren überreicht. Musikalisch umrahmte Franziska Wientges die Feier mit Musikstücken am Klavier.
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