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Stiftung Liebenau baut „Haus der Pflege“ in Tettnang

07.04.2017 • 08:26 Uhr • Gesundheit & Medizin
Symbolischer Spatenstich für das neue Haus der Pflege der Stiftung Liebenau in Tettnang.
Symbolischer Spatenstich für das neue Haus der Pflege der Stiftung Liebenau in Tettnang.

(openPR) TETTNANG – Spatenstich im Quartier St. Johann: Die Stiftung Liebenau baut hier in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Tettnang ein Haus für ältere und pflegebedürftige Menschen. Neben 45 modernen Einzelzimmern entstehen in dem Gebäude auch zehn heimgebundene Wohnungen als Mietobjekte für Senioren. Im Sommer 2018 sollen die ersten Bewohner in den Neubau einziehen.



Stiftung Liebenau investiert 8,7 Millionen Euro

Das neue „Haus der Pflege“ – in direkter Nachbarschaft zu dem bestehenden Pflegeheim St. Johann und den „Lebensräumen für Jung und Alt“ gelegen – ermöglicht älteren Bürgern, vor Ort in ihrem gewohnten Umfeld und in der Nähe ihrer Freunde und Familien zu bleiben. Als sehr gelungen bezeichnete Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau, Planung und Konzept dieses Pflege- und Wohnangebotes. So werde das neue Gebäude gut in die Umgebung passen und den Tettnanger Ortsteil auch städtebaulich bereichern. Im Hinblick auf die Baukosten in Höhe von insgesamt 8,7 Millionen Euro sprach Dr. Broll von einer „stattlichen Investition“, die das Deutsche Hilfswerk (DHW) mit einem Zuschuss von rund 250.000 Euro unterstützt.

„Etwas Besonderes“

„Wichtig war für uns, dass hier etwas ganz Besonderes entsteht – sowohl architektonisch als auch inhaltlich“, so Stefanie Locher von der Geschäftsführung der Liebenau Leben im Alter gemeinnützigen GmbH, die das Haus betreiben wird. Das von zwei Atrien geprägte Gebäude – geplant vom Tettnanger Büro „wassung bader architekten“ – umfasst drei Wohngruppen mit insgesamt 45 Einzelzimmern. Jedes davon ist mit eigenem Bad ausgestattet, in den Gruppen gibt es jeweils einen großen Gemeinschaftsraum als Ess- und Wohnbereich sowie eine Küche. Das Angebot mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch multiprofessionelle Teams richtet sich an ältere, meist pflegebedürftige oder demente Menschen.

Zusätzliche Mietwohnungen

Darüber hinaus entstehen in dem Gebäude aber auch zehn barrierefreie Mietwohnungen für jeweils ein bis zwei Personen. „Dieses Angebot ist für Menschen, die die Selbstständigkeit im Alter schätzen, aber bei Bedarf Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen wollen“, erklärte Stefanie Locher. Das Konzept werde erstmalig in Tettnang umgesetzt und ergänze die bestehenden Einrichtungen zu einem „vielfältigen und sehr bunten Angebot für ältere Menschen“ in der Gemeinde.

Namensgeber Dr. Albert Moll

Wie beim Spatenstich bekannt gegeben wurde, wird das voraussichtlich bis Juli 2018 fertiggestellte Haus den Namen des Tettnanger Ehrenbürgers Dr. Albert Moll tragen. Der Geheime Hofrat und Arzt engagierte sich im 19. Jahrhundert für das Wohl bedürftiger Menschen. So behandelte er rund 45 000 Krankheitsfälle und impfte mehr als 15 000 Kinder gegen Pocken. Zudem habe er auch bei der Gründung der Stiftung Liebenau mit seinen Impulsen eine entscheidende Rolle gespielt, wie Vorstand Dr. Broll betonte.

Pflegeplätze fehlen

Ignaz Wetzel, Sozialdezernent im Landratsamt des Bodenseekreises, verwies auf den wachsenden Bedarf an Plätzen in der Pflege und auf die angespannte Versorgungssituation im Kreis in Hinblick auf die demografische Entwicklung. So werde die Zahl der Hochbetagten, also Menschen im Alter von „85 plus“, in den kommenden Jahren kräftig steigen. Bis zum Jahr 2020, so rechnete Wetzel vor, würden etwa 300 Heimplätze in der Altenhilfe fehlen. Umso wichtiger seien Projekte wie dieses in Tettnang: „Mit der Stiftung Liebenau hat der Bodenseekreis einen starken, innovativen Partner, um die soziale Infrastruktur im Kreis voranzubringen.“

Pflegepersonal gesucht

Mit den steigenden Pflegefällen einher gehe ein weiterer Bedarf an qualifiziertem Personal, denn „Pflegeroboter können nur eine Ergänzung sein“. Stattdessen sei man auf Einwanderung angewiesen, aber auch auf ein breites ehrenamtliches Engagement. Mit einem Friedrich-Dürrenmatt-Zitat brachte der Sozialdezernent diese gesellschaftliche Aufgabe auf den Punkt: „Was alle angeht, können nur alle lösen.“

Großer Bedarf in der Gemeinde

Tettnangs Bürgermeister Bruno Walter bestätigte die große Nachfrage nach Pflegeangeboten und verwies auf die langen Wartelisten und die dadurch entstehende Notlage vieler Bürger: „Sie suchen händeringend Plätze – und finden keinen.“ Deshalb sei auch er „froh, dass wir mit der Stiftung Liebenau hier einen unheimlich kompetenten Partner haben“, in deren Einrichtungen ein guter Geist wirke. Das aktuelle Bauprojekt in seiner Gemeinde lobte er als ein „sehr zukunftsträchtiges Konzept“.

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Weitere Infos zur Liebenau Leben im Alter gemeinnützigen GmbH finden Sie unter www.liebenau-lebenimalter.de.
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