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Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt akzeptieren

04.01.201811:35 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Professor der Frankfurt UAS erfragt Bedarfe hessischer LSBT*Q-Jugendlicher

Lesbische, schwule, bi-, transsexuelle und queere (LSBT*Q) Jugendliche befürchten, dass ihr Coming-out auf Ablehnung stößt. Sie sind nach wie vor von Ausgrenzung und Diskriminierung betroffen und sie wünschen sich niedrigschwellige Angebote, bei denen die Themen sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität angesprochen werden. Dies sind einige Erkenntnisse, die Prof. Dr. Stefan Timmermanns, Professor für Sexualpädagogik und Diversität in der Sozialen Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), durch Interviews mit LSBT*Q-Jugendlichen erhalten hat. Diese haben Studierende der Frankfurt UAS im Auftrag des Hessischen Jugendrings (HJR) durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Dezember 2017 auf der Fachtagung „LSBT*Q-Jugendliche – in Hessen und anderswo“ vorgestellt. Die Befragung ist Teil der Umsetzung des Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt und wurde aus Landesmitteln finanziert. Ziel war es, den Alltag und die gesellschaftliche Teilhabe von LSBT*Q-Jugendlichen zu beschreiben. Details der Erhebung unter http://bit.ly/LSBTQ-Jugendliche.

„LSBT*Q-Jugendliche brauchen nach wie vor Unterstützung beim Coming-out und vor allem Rückhalt durch ihre Familien, Freunde und das soziale Umfeld. So können sie ein starkes Selbstbewusstsein aufbauen und die negativen Folgen der immer noch stattfindenden Diskriminierung bewältigen“, so Timmermanns. Insgesamt wurden 14 hessische Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 27 Jahren mit unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität zu ihren persönlichen Erfahrungen interviewt. Ergänzend wurde eine Online-Befragung bei Trägern der Jugendhilfe nach Angeboten für LSBT*Q-Jugendliche durchgeführt: 39 Fragebögen konnten für die finale Auswertung herangezogen werden. Neben der Unterstützung durch Familie und Gleichaltrige sind die Jugendlichen auch auf professionelle Angebote von Fachkräften in Familien- und Erziehungsberatungsstellen sowie Ansprechpersonen in Jugendzentren angewiesen. „Für LSBT*Q-Jugendliche ist es besonders zu Beginn der Pubertät schwierig, Kontakt mit gleichaltrigen LSBT*Q zu knüpfen. Es ist aber wichtig, dass diese eine Ansprechperson haben, die ihre Ängste und Wünsche ernst nimmt und versteht“, erklärt Timmermanns.

Die Hälfte der befragten Jugendlichen wurde ausgewählt, weil sie sich sozial in Jugendverbänden des Hessischen Jugendrings engagieren. Bei einigen von ihnen konnte festgestellt werden, dass sie sich engagieren, um selbst einen Beitrag zur Veränderung der gesellschaftlichen und politischen Lage von LSBT*Q zu leisten. Sie gaben an, in Jugendorganisationen auf mehr Verständnis und Akzeptanz zu stoßen als in der Schule. In diesen Organisationen haben einige der Befragten das Gefühl, auch auf sachlicher Ebene über Sexualität und Identität diskutieren zu können. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in Jugendeinrichtungen werden von den Befragten als mögliche Ansprechpersonen für Probleme gesehen. Dennoch geben die Teilnehmenden an, dass sich Jugendarbeit gegenüber den Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt stärker öffnen sollte und Sozialarbeitende jungen Menschen in ihrer Identitätsentwicklung beratend zur Seite stehen sollten. „Insgesamt gibt es zu wenig Unterstützungs- und Freizeit-Angebote für LSBT*Q-Jugendliche in Hessen. Die Online-Befragung zeigte das mangelnde Angebot besonders in ländlichen Gegenden sowie im Norden des Bundeslandes auf. Die bestehenden Angebote konzentrieren sich bisher hauptsächlich auf die Städte Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Hanau“, erklärt Timmermanns.

In der Schule wünschen sich die befragten Jugendlichen mehr Informationen und Aufklärung über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, die die Ängste LSBT*Q-Jugendlicher vor dem Coming-out reduzieren und mehr Verständnis bei den anderen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften bewirken könnten. „Um Mobbing und Ausgrenzung in Bildungseinrichtungen aktiver zu bekämpfen, muss pädagogisches Fachpersonal darauf geschult werden, was LSBT*Q-Jugendliche in der Phase ihres Coming-outs brauchen. Auch muss das Thema im Lehrplan verankert werden und in der Schule häufiger, kompetenter und differenzierter besprochen werden“, fordert Timmermanns.

Öffentliche Debatten über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt werden von den Interviewten grundsätzlich begrüßt. Jedoch wünschen sich die Teilnehmenden, dass sich Politiker/-innen besser über dieses Thema informieren und sich stärker für die Belange dieser Jugendlichen einsetzen. Gleichzeitig wünschen sie sich von Journalistinnen und Journalisten eine differenzierte und fachkundige Berichterstattung über LSBT*Q-Themen in den Medien. Hierbei solle, so die Befragten, häufiger eine Innenperspektive berücksichtigt werden und nicht einfach nur „über“ LSBT*Q berichtet werden.

Der Hessische Jugendring ist der Zusammenschluss der Jugendverbände in Hessen. Er vertritt die Interessen der Jugendarbeit sowie der Jugendlichen in Hessen gegenüber der Politik und der Regierung. Er leitet aus den Erkenntnissen funf Konsequenzen mit konkreten Handlungsschritten fur das Land Hessen ab, die er in den kommenden Jahren in die jugendpolitische Diskussion auf Landesebene einbringen und fur deren Umsetzung er sich einsetzen wird.

Der Hessische Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt wurde im Frühsommer 2017 vom Land Hessen verabschiedet. Dieser soll Akzeptanz und Respekt gegenüber den lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren (LSBT*IQ) Gemeinschaften fördern. Weitere Informationen zum Hessischen Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt unter www.gleichgeschlechtliche-lebensweisen.hessen.de/go/id/gs.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Stefan Timmermanns, Telefon: +49 69 1533-2851, E-Mail: E-Mail

Die vollständige Auswertung unter http://bit.ly/LSBTQ-Jugendliche; mehr Informationen zum Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt UAS unter www.frankfurt-university.de/fb4.

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