openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Häufigkeit von Erbgutmarkierungen charakterisiert seltenen Blutkrebs

19.12.201718:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Nicht nur Genveränderungen, sondern auch manche DNA-Markierungen tragen zur Krebsentstehung bei. Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum haben herausgefunden, dass eine Form der Leukämie besonders schwierig zu behandeln ist, wenn in den Krebszellen eine bestimmte Art von DNA-Markierungen sehr häufig auftritt. In diesem Fall erleiden Patienten nach der Behandlung häufiger einen Rückfall und die Erkrankung nimmt einen ungünstigeren Verlauf. Durch die Analyse der DNA-Markierungen können Therapien in Zukunft möglicherweise besser an die individuelle Situation angepasst werden.



---
Bei der juvenilen myelomonozytären Leukämie (JMML) teilen sich die Blutzellen unkontrolliert. An dieser seltenen Form von Blutkrebs erkranken hauptsächlich Kinder, meist noch vor Ende des zweiten Lebensjahrs. Ohne eine Stammzelltransplantation, die bisher einzige Behandlungsform, die den Krebs wirksam bekämpft, verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen tödlich.

Bei etwa einem Drittel der transplantierten Patienten kehrt der Krebs zurück. Daher ist es wichtig, bereits frühzeitig exakte Prognosen über den Verlauf der Krankheit zu erstellen. Neueste Ergebnisse der Forscher um Christoph Plass am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und des Teams um Christian Flotho, Wissenschaftler des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) in Freiburg, können nun dazu beitragen, den Verlauf einer JMML in Zukunft besser einzuschätzen. „Klinische Parameter lassen bisher nur ungenaue Vorhersagen zu“, so Plass. „Umfassende molekulare Analysen wie unsere können helfen, mit größerer Sicherheit vorherzusagen, ob die Therapie anschlägt.“

Die Forscher untersuchten das komplette Erbgut von JMML-Patienten auf das Auftreten von bestimmten Erbgutmarkierungen, den sogenannten DNA-Methylierungen. Die DNA-Methylierung, wie auch andere chemische Modifikationen des Erbguts, werden als „epigenetische“ Veränderungen bezeichnet. Sie steuern die Aktivität einzelner Gene. Im Gegensatz zur genetischen Mutation bleibt die DNA-Sequenz bei der epigenetischen Regulation unverändert.

Die Wissenschaftler entdeckten bei ihrer Analyse, dass sich die JMML-Patienten in drei Gruppen einteilen lassen, je nachdem, wie stark ihre DNA methyliert ist. „Bisher wurde bei der JMML nicht das gesamte Erbgut auf Methylierungen untersucht, sondern lediglich bestimmte Gene“, so Plass.

Die Forscher stellten fest, dass die Patienten, deren Erbgut stark methyliert ist, häufiger Merkmale aufweisen, die mit einem erhöhten Rückfallrisiko nach Stammzelltransplantation verknüpft sind. Dem gegenüber steht eine Patientengruppe, deren Erbgut nur schwach methyliert ist und bei denen die Krankheit milder verläuft. Eine dritte Gruppe weist ein mittleres Maß an Methylierungen auf. „Diese Patienten profitieren von einer Stammzelltransplantation und haben mit der Behandlung meist eine günstige Prognose“, sagt Daniel Lipka, Erstautor der Studie.

„Eine Analyse des Methylierungsstatus der DNA könnte dazu beitragen, den Krankheitsverlauf eines Patienten besser abzuschätzen“, so Lipka. „Wir planen, durch weiterführende Studien mit einer größeren Patientenzahl die drei Gruppen noch genauer zu charakterisieren. Möglicherweise können Therapien dadurch in der Zukunft frühzeitig angepasst werden.“

Daniel B. Lipka, Tania Witte, Reka Toth, Jing Yang, Manuel Wiesenfarth, Peter Nöllke, Alexandra Fischer, David Brocks, Zuguang Gu, Jeongbin Park, Brigitte Strahm, Marcin Wlodarski, Ayami Yoshimi, Rainer Claus, Michael Lübbert, Hauke Busch, Melanie Boerries, Mark Hartmann, Maximilian Schönung, Umut Kilik, Jens Langstein, Justyna A. Wierzbinska, Caroline Pabst, Swati Garg, Albert Catalá, Barbara De Moerloose, Michael Dworzak, Henrik Hasle, Franco Locatelli, Riccardo Masetti, Markus Schmugge, Owen Smith, Jan Stary, Marek Ussowicz, Marry M. van den Heuvel-Eibrink, Yassen Assenov, Matthias Schlesner, Charlotte Niemeyer, Christian Flotho, Christoph Plass: RAS-pathway mutation patterns define epigenetic subclasses in juvenile myelomonocytic leukemia
Nature Communications 2017, DOI 10.1038/s41467-017-02177-w

Ein Bild zur Pressemitteilung zum Download zur Verfügung:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2017/bilder/JMML-16-PB.jpg

Bei JMML-Patienten enthält das periphere Blut viel zu viele unreife myeloische und monozytäre Zellen.

Nutzungshinweis für Bildmaterial zu Pressemitteilungen
Die Nutzung ist kostenlos. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) gestattet die einmalige Verwendung in Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Thema der Pressemitteilung bzw. über das DKFZ allgemein. Bitte geben Sie als Bildnachweis an: „Quelle: Universitätsklinikum Freiburg“.
Eine Weitergabe des Bildmaterials an Dritte ist nur nach vorheriger Rücksprache mit der DKFZ-Pressestelle (Tel. 06221 42 2854, E-Mail: E-Mail) gestattet. Eine Nutzung zu kommerziellen Zwecken ist untersagt.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Sibylle Kohlstädt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968
E-Mail: E-Mail
E-Mail: E-Mail
www.dkfz.de

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 986389
 711

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Häufigkeit von Erbgutmarkierungen charakterisiert seltenen Blutkrebs“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutsches Krebsforschungszentrum

Kommunikative Peroxidasen
Kommunikative Peroxidasen
Als reaktive Sauerstoffspezies bezeichnet man oxidierende Moleküle, die unter anderem bei der Zellatmung und bei Entzündungen entstehen. Sie können Zellbestandteile und das Erbgut schädigen. Auf der anderen Seite dienen die oxidierenden Moleküle, insbesondere die sogenannten Peroxide, auch der zellulären Signalübertragung. Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum zeigten nun, dass antioxidative Enzyme eine kommunikative Seite haben: Sie bauen Peroxide nicht einfach nur ab, sondern übertragen deren oxidative Wirkung kontrolliert auf…
Gendefekt macht bösartige Muskeltumoren angreifbar
Gendefekt macht bösartige Muskeltumoren angreifbar
Unter der Federführung von Wissenschaftlern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg konnte ein Forscherteam erstmals das Erbgut bösartiger Tumoren der glatten Muskulatur umfassend analysieren. Bei einem hohen Prozentsatz der Tumoren entdeckten sie eine genetische Schwachstelle der Krebszellen: Hier könnten in Zukunft zielgerichtete Therapien ansetzen. --- Leiomyosarkome, bösartige Tumoren der glatten Muskulatur, können nahezu überall im Körper auftreten. Häufig entstehen sie …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Auf dem Pferd erst durch Deutschland und dann bis nach China Bild: Auf dem Pferd erst durch Deutschland und dann bis nach China
Auf dem Pferd erst durch Deutschland und dann bis nach China
… Roten Kreuzes möchten  Dirrigl und sein Team während seiner Reise 10000 neue Stammzellenspender gewinnen und so einen aktiven Beitrag im Kampf gegen den Blutkrebs leisten.900 Kilometer gegen BlutkrebsUnter dem Motto „900 Kilometer gegen Blutkrebs“  stellt Dirrigl in  seinem aktuellen Blogbeitrag auf www.nachchinareiten.de seine  Begleiter Emanuel (37) …
Bild: Klüh: Geschäftsführung und Mitarbeiter - Gemeinsam gegen BlutkrebsBild: Klüh: Geschäftsführung und Mitarbeiter - Gemeinsam gegen Blutkrebs
Klüh: Geschäftsführung und Mitarbeiter - Gemeinsam gegen Blutkrebs
Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, vielen kann nur durch eine Stammzellspende geholfen werden. Das Düsseldorfer Familienunternehmen Klüh Service Management GmbH hat bereits eine erste Betriebstypisierung seiner Mitarbeiter im Raum Frankfurt durchgeführt und damit eine Reihe potentieller Spender in der DKMS-Spenderdatei registriert. Es …
„Leben zu retten ist ein unbeschreibliches Gefühl“
„Leben zu retten ist ein unbeschreibliches Gefühl“
… den Körper geführt. Am Montag, 10. November hat sich der Pflegedienstleiter der Kiliani-Klinik Christian Kanne im Klinikum Nürnberg dieser Prozedur unterzogen und damit einem an Blutkrebs erkrankten Menschen die Chance auf ein gesundes Leben gegeben. Im Club der 1.000 Als Spender identifiziert wurde Kanne im Rahmen des Azubi-Projektes „WIR bei Dr. Becker“. …
Bild: World Blood Cancer Day am 28. Mai 2017 - DKMS und viele Unterstützer beteiligen sich am weltweiten AktionstagBild: World Blood Cancer Day am 28. Mai 2017 - DKMS und viele Unterstützer beteiligen sich am weltweiten Aktionstag
World Blood Cancer Day am 28. Mai 2017 - DKMS und viele Unterstützer beteiligen sich am weltweiten Aktionstag
… geehrtes Redaktionsteam, es ist wieder soweit: Am 28. Mai 2017 findet der jährliche World Blood Cancer Day (WBCD) statt. Am weltweiten Aktionstag im Kampf gegen Blutkrebs sollen Menschen in vielen Ländern ein Zeichen der Solidarität mit Blutkrebspatienten setzen. Auch die internationale gemeinnützige DKMS ruft an ihren Standorten Deutschland, Polen, …
Bild: „Hamburg gemeinsam gegen Blutkrebs"Bild: „Hamburg gemeinsam gegen Blutkrebs"
„Hamburg gemeinsam gegen Blutkrebs"
… bisher 25 Unternehmen an dem Projekt. „Kleine Teile, große Wirkung“ – jeder Einzelne zählt Fast alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs. Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei sucht den „genetischen Zwilling“ für Blutkrebspatienten. Für viele der Patienten ist eine Stammzellspende die einzige Überlebenschance. Weiterhin findet …
Neue Hoffnung für Krebspatienten: Nervenprotektion durch Palmitoylethanolamid
Neue Hoffnung für Krebspatienten: Nervenprotektion durch Palmitoylethanolamid
… Krebsform der weißen Blutzellen, die in den meisten Fällen innerhalb von 3-4 Jahren zum Tod führt. Es ist die am zweithäufigsten vorkommende Form von Blutkrebs. Behandlung ist mit moderner Chemotherapie möglich, wie Bortezomib und Thalomid, aber Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Nervenschäden, sind sehr vielvorkommend (ungefähr 80% der Patienten). Durch …
Bild: Interne Typisierungsaktion bei der SIEVERS-GROUP - 2500€ Spende für die DKMSBild: Interne Typisierungsaktion bei der SIEVERS-GROUP - 2500€ Spende für die DKMS
Interne Typisierungsaktion bei der SIEVERS-GROUP - 2500€ Spende für die DKMS
… SIEVERS-GROUP haben sich am Montag in die Stammzellenspenderliste der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) aufnehmen lassen. Damit verstärkt das Unternehmen seinen Einsatz im Kampf gegen Blutkrebs: Bereits vergangene Woche übergab die SIEVERS-GROUP 2.500 Euro an die DKMS. Das deckt die Kosten für die Auswertung der Mitarbeiter-Proben. Die Typisierungsaktion …
Bild: Dr. Walser Dental: Aufruf zur Registrierung unter dem Motto „Sei dabei und setz ein Zeichen“Bild: Dr. Walser Dental: Aufruf zur Registrierung unter dem Motto „Sei dabei und setz ein Zeichen“
Dr. Walser Dental: Aufruf zur Registrierung unter dem Motto „Sei dabei und setz ein Zeichen“
… und registrieren zu lassen. Mitarbeiter von Dr. Walser Dental sind bereits registriert und möchten andere einladen mitzumachen. Mehr als 917.000 Menschen weltweit erkranken jährlich an Blutkrebs. Diese Diagnose kann jeden überall auf der Welt treffen. Weil die Situation für Patienten nur gemeinsam und länderübergreifend verbessert werden kann, ruft …
Bild: Ice Bucket Challenge: Probat-Röster geht für guten Zweck badenBild: Ice Bucket Challenge: Probat-Röster geht für guten Zweck baden
Ice Bucket Challenge: Probat-Röster geht für guten Zweck baden
… zu einem Netzwerk von Organisationen unter dem Dach der DKMS Stiftung Leben Spenden gehört, die ihr Wirken ganz in den Dienst des weltweiten Kampfes gegen den Blutkrebs stellt. Hier sehen sich die Probat-Werke in einer ganz besonderen Verantwortung; erst im März dieses Jahres haben 100 Mitarbeiter des Unternehmens aus Emmerich ihre HLA-Merkmale per …
Bild: Gemeinsam gegen Blutkrebs: uniVersa unterstützt DKMS finanziell und mit 97 potenziellen LebensretternBild: Gemeinsam gegen Blutkrebs: uniVersa unterstützt DKMS finanziell und mit 97 potenziellen Lebensrettern
Gemeinsam gegen Blutkrebs: uniVersa unterstützt DKMS finanziell und mit 97 potenziellen Lebensrettern
… Typisierungsaktion unter Mitarbeitern, über den sich 97 potenzielle Lebensretter fanden. Alle 16 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance auf Heilung eine Stammzellspende ist. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) verfügt mittlerweile mit …
Sie lesen gerade: Häufigkeit von Erbgutmarkierungen charakterisiert seltenen Blutkrebs