(openPR) First-Lady des Ungarn-Folk Márta Sebestyén
Berlin, 30.08.2006 – Auf Einladung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde tritt die weltberühmte ungarische Folksängerin Márta Sebestyén am 10. September 2006 in der Kulturbrauerei in Berlin auf. Anlass für das Konzert ist der Jahrestag der Öffnung der ungarischen Grenze 1989. Auch Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Aufarbeitung, und der Ungar László Nagy, Mitinitiator des paneuropäischen Picknicks 1989, werden am Konzertabend an das geschichtsträchtige Datum erinnern.
Nicht nur in Ungarn ist Martá Sebestyén ein Star. Seit ihrem Lied „Szerelem, Szerelem“ (Love, Love) auf dem Soundtrack des mit neun Oskars ausgezeichneten Films „The English Patient“ ist ihre Stimme auch international bekannt. Es gibt fast keinen berühmten Konzertsaal, in dem Márta Sebestyén noch nicht aufgetreten ist. So hat sie bereits in der Queen Elisabeth Hall, der Royal Festival Hall und im Opernhaus Sydney gesungen. Ihre betörende Stimme ist auf mehr als 75 CDs zu hören. In Berlin kehrt Márta Sebestyén zu ihren Wurzeln zurück: Sie präsentiert wunderschöne Melodien ihrer Heimat, die auch schon den ungarischen Komponisten Belá Bartók inspirierten und fast in Vergessenheit gerieten.
Beeindruckend an der ungarischen Ausnahme-Sängerin ist ihre Vielseitigkeit: Sie arbeitet experimentell, kombiniert Folklore mit elektronischer Musik und mischt irische und magyarische Melodien. Sie gehört zu den Folkinterpreten von internationalem Format – ihre „Kismet“- CD war das meistgespielte Weltmusik-Album 1996. Sie hat u. a. mit Peter Gabriel und den Ethno-Poppern Deep-Forest zusammengearbeitet. Dies sind nur einige Glanzlichter ihrer Karriere. Das Konzert in Berlin setzt die Reihe internationaler Gastspiele in Finnland, Japan und Neuseeland fort.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Erinnerungsstätte mit dem Collegium Hungaricum Berlin und der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Am 9. September 2006 ab 17.00 Uhr steht die Sängerin im Café Geissler (Collegium Hungaricum Berlin) für Interviews zur Verfügung.
Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu dürfen, und bitten um telefonische Voranmeldung.
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Marienfelder Allee 66-80
12277 Berlin
Tel.: +49 (0)30 75 00 84 00
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Pressekontakt:
Bettina Effner
Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
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Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Rund vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1990 die DDR in Richtung Bundesrepublik; 1,35 Millionen von ihnen passierten das 1953 gegründete Notaufnahmelager Marienfelde. Ihre Biografien sind ebenso wie die Konflikte des Kalten Krieges mit diesem Ort verbunden.
Heute erinnert die Ausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“ an dieses zentrale Kapitel deutscher Geschichte und deutscher Lebensgeschichten. In sieben Themenräumen spannt sie den Bogen von der Entscheidung zum Verlassen der DDR bis zur gesellschaftlichen Eingliederung in die Bundesrepublik. Sie zeigt, wie es den Menschen trotz Kontrolle, Gewalt und Repression der DDR-Regierung gelang, Grenze und Mauer zu überwinden und im Westen neu zu beginnen. Besonderes Augenmerk gilt dem Geschehen in Marienfelde: dem Notaufnahmeverfahren, dem Leben im Aufnahmelager und der Bespitzelung von Flüchtlingen durch die Staatssicherheit. Thema eines eigenen Raumes sind Flucht und Ausreise im Spiegel der Kunst.
Systematisch setzt die Ausstellung wichtige politische Entwicklungen mit persönlichen Erfahrungen der Flüchtlinge und Übersiedler in Beziehung. Sie stellt Einzelbiografien und Fallbeispiele vor und lässt an vielen Audio- und Videostationen Zeitzeugen zu Wort kommen.
Am Ende des Ausstellungsrundgangs gibt eine rekonstruierte Flüchtlingswohnung aus den 1950er Jahren einen Eindruck von den Lebensumständen im Notaufnahmelager.










