(openPR) Pizza – es gibt sie in unendlichen Variationen. Die amerikanische Pizza mit dickem Backpulver-Teig. Die deutsche Pizza, überschwemmt mit Gouda. Und die italienische Pizza, auf dünnem Hefeteig, im Holzofen gebacken, mit Tomatensauce und Mozzarella belegt. Und sonst? Ja, mehr ist eigentlich nicht nötig für eine Delikatesse: Die Pizza Margherita.
Ich hoffe, ich habe mit diesem harschen Urteil niemanden verschreckt. Natürlich darf man Pizza auch anders zubereiten. Natürlich kann man sie mit allerlei Schmackhaftem belegen. Und selbstverständlich kann man Pizza auch in einem ganz normalen Backofen zubereiten, der nicht 400 Grad heiß wird wie der Holzofen.
Und trotzdem, die Margherita irgendwie der Extrakt von Pizza. Die Schutzheilige des runden, mit Tomatensauce und Mozzarella belegten Hefeteig-Fladens war übrigens eine echte Königin: Margherita Maria Teresa Giovanna di Savoia, Königin von Italien, geboren 1851. Sie soll eine glühende Nationalistin gewesen sein und ließ sich von neapolitanischen Bäckern hergestellte Pizza in den Palast liefern. Ob dadurch der Nationalismus noch mehr Hitze gewann, ist nicht ganz klar; jedenfalls tauften die Neapolitaner ihre kleine Spezialität auf den Namen der Königin. Marketing gab es also auch schon früher.
Wenn man selbst original italienische Pizza backen will, braucht man einen Pizzaofen. Die Investition könnte sich lohnen, wenn man z. B. auch gern mal sein Brot selbst backt, oder wenn man ein geselliger Mensch ist und gern Freunde einlädt. Den Ofen kann man sich selbst bauen – Anleitungen gibt es im Internet – , als Bausatz kaufen oder sich einen fertigen Ofen bestellen. (Dann sollte man allerdings darauf achten, dass der Aufstellungsort durch einen Kran von der Straße aus erreichbar ist. Denn das gute Stück wiegt mindestens 400 kg.)
Oder: man mietet ein Ferienhaus mit Pizzaofen, zum Beispiel Casa Berti in der schönen Toskana.
Es braucht für eine gute Pizza aber mehr als nur einen Pizzaofen. Natürlich ist ein ausgezeichneter Hefeteig wichtig, den man einige Stunden lang hat gehen lassen und vor Gebrauch noch einmal tüchtig durchknetet. Eine Marmorplatte ist ebenfalls sinnvoll. Denn hier kann man die Pizza ausrollen, belegen und mit dem „Pala“ schließlich in den Ofen schieben. Das ist übrigens gar nicht so einfach, wie es scheint. Kleiner Tipp: Verschwenderisches Einmehlen des Teiges von unten ist die erste Voraussetzung, und für den Anfang sollte man es tatsächlich eher mit der Margherita versuchen als mit der 30-Zutaten-Pizza. Denn je mehr Belag und Gewicht auf dem Teig ruhen, desto schwieriger bekommt man ihn von der Marmorplatte auf die Pala. Aber mit etwas Übung geht es schon!
Das Einbringen in den Ofen ist dann schon etwas leichter als die noch rohe Pizza auf die Pala zu schieben. Liegt das Gebäck erst einmal auf den Schamott-Steinen, mit denen der Ofen ausgekleidet ist, verschwinden die Schwierigkeiten des Handlings fast von selbst. Wundersamerweise brennt der Teig von unten nicht an. Erstaunlicherweise verschwindet das viele Mehl, das man zur besseren Handhabbarkeit verwendet hat, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Die leuchtenden Flammen bräunen die Pizza zwar vorwiegend von einer Seite, aber nun lässt sie sich einfach drehen, so dass größeres Anbrennen vermeidbar ist. Und wenn doch einmal ein Stück vom Rand schwarz geworden ist, schneidet man es eben ab. Die Pizza aus dem Ofen zu holen, ist dann wirklich eine ganz einfache Sache.
Allerdings, es ist so ähnlich wie früher beim Pfannkuchen-Essen: Alle freuen sich, greifen herzhaft zu, die Stimmung ist am Überschwappen – nur Mutti steht in der Küche und backt einen Pfannkuchen nach dem anderen. Diese Gefahr besteht eindeutig auch beim Pizzabacken, zumal, wenn man etliche Freunde eingeladen hat. Dann hilft es, hin und wieder die Rollen zu tauschen. Und es ist gut, wenn der Tisch, an dem gegessen wird, dicht neben dem Ofen steht. Dann können alle, wie es bei Casa Berti auch der Fall ist, an kühleren Tagen von der Ofenwärme und vom Blick in die Flammen profitieren. Und der Pizzabäcker kann sich an Gesprächen beteiligen. Und mit seinen Gästen anstoßen – sei es auf die Königin Margherita, sei es auf das köstliche Gericht, das die Neapolitaner zur Resteverwertung erfunden haben.










