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„Kleine Fächer – große Dynamik“

03.11.201712:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Neue DFG-Studie zeigt vielfach unvermutete Stärken: Förderprogramme werden in ganzer Breite genutzt / Zahlreiche interdisziplinäre Verbünde / Hohe Anschlussfähigkeit

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Die Situation der sogenannten Kleinen Fächer im Wissenschaftssystem ist bislang häufig als eher besorgniserregend eingeschätzt worden: Gelingt es ihnen, ihren Bestand personell ausreichend sicherzustellen? Und verfügen sie über Rahmenbedingungen, die genügend Raum für Forschung bieten? Eine jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) veröffentlichte Studie zeigt: Zumindest bezogen auf die Förderung durch die größte Forschungsförderorganisation in Deutschland ist die Lage der Kleinen Fächer besser als vielfach angenommen. Sie nutzen das DFG-Programmportfolio in seiner ganzen Breite, haben sich in zahlreiche geförderte interdisziplinäre Verbünde eingebracht und in besonderem Umfang an den Förderlinien der Exzellenzinitiative partizipiert. Dabei demonstrieren sie eine hohe Anschlussfähigkeit, indem sie mit einem breiten Spektrum kleiner wie großer, geistes- und sozial- wie lebens-, natur- und ingenieurwissenschaftlicher Fächer kooperieren.



Die jetzt veröffentlichte Studie mit dem Titel „Kleine Fächer – große Dynamik. Zur Beteiligung Kleiner Fächer an den Förderprogrammen der DFG“ greift auf den Fächerkatalog der Mainzer „Arbeitsstelle Kleine Fächer“ zurück, die knapp 120 Fächer aus dem geistes- und naturwissenschaftlichen Spektrum an 80 Hochschulen als Kleine Fächer auflistet. Durch Abgleich mit diesem Katalog konnten in der DFG-Einzelförderung Projekte identifiziert werden, die sich Kleinen Fächern zuordnen lassen. Untersucht wurde dann, in welchem Umfang Projekte aus diesen Fächern im Zeitraum 2003 bis 2016 gefördert wurden.

Der überwiegende Anteil der Kleinen Fächer ist im Fachgebiet Geisteswissenschaften und – mit bereits deutlich niedrigerer Häufigkeit – im Fachgebiet Sozialwissenschaften angesiedelt, weshalb auch die Studie sich auf diese Fachgebiete konzentriert oder die Geistes- und Sozialwissenschaften den übrigen Wissenschaftsbereichen vergleichend gegenüberstellt. In den Geistes- und Sozialwissenschaften liegt denn auch die relative Beteiligung Kleiner Fächer in der Einzelförderung stabil bei etwa 24 bis 25 Prozent – jeder vierte Antrag kann hier also einem Kleinen Fach zugeordnet werden. Die Anzahl der Professuren in den Kleinen Fächern ist im gleichen Zeitraum jedoch bei knapp 1500 stagnierend, während sie in den Geisteswissenschaften insgesamt deutlich gewachsen ist, von rund 8500 auf über 10 000. Die Professorinnen und Professoren der Kleinen Fächer können demzufolge ein klar überdurchschnittliches DFG-Engagement vorweisen.

In einem zweiten Schritt haben die Autoren der Studie die Beteiligung Kleiner Fächer an den Koordinierten Programmen der DFG analysiert. Dazu zählen etwa neben Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkollegs und Forschergruppen auch die beiden Förderlinien der Exzellenzinitiative, Graduiertenschulen und Exzellenzcluster. In diesen Verbünden arbeiten in der Regel Angehörige vieler Fächer interdisziplinär zusammen, oftmals sogar über die Grenzen großer Fachgebiete hinweg. In den Geistes- und Sozialwissenschaften ist das Phänomen sogar noch ausgeprägter als in den übrigen Bereichen, so weisen etwa die geistes- und sozialwissenschaftlichen Graduiertenschulen (GSC) und Exzellenzcluster (EXC) eine besonders breite fachliche Abdeckung auf: 9,6 Fachrichtungen sind im Schnitt an einer Graduiertenschule beteiligt, an einem Exzellenzcluster sind es sogar 10,3 Fachrichtungen. Für die anderen Wissenschaftsbereiche liegen die Mittelwerte demgegenüber bei 8,0 (GSC) und 8,4 (EXC) Fachrichtungen. Insgesamt ist im untersuchten Zeitraum zwischen 1999 und 2014 für genau 499 Verbünde die Beteiligung wenigstens eines Kleinen Faches dokumentiert. Das entspricht einem Anteil von knapp 38 Prozent an allen Verbünden. In vier von zehn Koordinierten Programmen der DFG sind also Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kleinen Fächern beteiligt.

Vertreterinnen und Vertreter der Kleinen Fächer arbeiten, so lässt sich zusammenfassend feststellen, zum einen oft in Koordinierten Programmen, zum anderen forschen sie aber auch im Rahmen der Einzelförderung an vielen kleineren, oft sehr fachspezifischen Fragen. Dies zeigt zweierlei: Kleine Fächer werden weder zur Kooperation in interdisziplinären Verbünden getrieben, um zu „überleben“, noch sind sie einem rein monodisziplinären „Nischendasein“ verpflichtet.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2109, E-Mail

Fachlicher Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle:
Dr. Jürgen Güdler, Leiter Informationsmanagement, Tel. +49 228 885-2649, E-Mail

Zur Studie „Kleine Fächer – große Dynamik. Zur Beteiligung Kleiner Fächer an den Förderprogrammen der DFG“:
www.dfg.de/dfg_profil/zahlen_fakten/evaluation_studien_monitoring/studien

Informationen zur Mainzer „Arbeitsstelle Kleine Fächer“:
www.kleinefaecher.de

Quelle: idw

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