(openPR) Luxemburg/Wiltz: 08.10.2017
Berufsbegleitendes Zertifikats- und Bachelor-Programm „Pflege“
In nahezu allen europäischen Ländern, so auch in Deutschland und in Luxemburg, wächst die Gruppe der über 60-Jährigen kontinuierlich und mit ihr der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal. Dabei betrifft der demografische Wandel die Pflege in doppelter Weise. Mit der Alterung der Bevölkerung steigt die Nachfrage nach professioneller Pflege. Zugleich sinkt das Arbeitskräftepotenzial, aus dem der steigende Bedarf nach Pflegefachkräften gedeckt werden kann.
Wie groß der Fachkräftemangel in Luxemburg sowie in der Großregion heute tatsächlich ist, lässt sich nur bedingt messen. Zwar wurden in jüngster Zeit von verschiedenen Forschungsinstituten Prognosen über den künftigen Personalbedarf in den Pflegeberufen erstellt: Sie kommen aber zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen, die von ernst zunehmend bis hin zu dramatisch reichen. Der Ersatz- und Expansionsbedarf an Pflegefachkräften ist in der Tat vielfach ein Politikum und nicht nur von der Bevölkerungsentwicklung und der tatsächlichen Pflegefallhäufigkeit abhängig, sondern unter anderem auch von der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bedeutung ambulanter und stationärer Pflege und möglichen Entlastungen durch die Digitalisierung.
Dazu Prof. Ralf Rössler, Dekan der DTMD University for Digital Technologies in Medicine and Dentistry in Luxemburg: „Qualifiziertes und motiviertes Personal ist eine der wichtigsten Grundlagen für gute Pflege. Durch Bürokratie geht allerdings viel Motivation und Zeit verloren, die für die eigentliche Pflegetätigkeit fehlt.“ Hier könnte eine aufgabenadäquate Digitalisierung Abhilfe schaffen, ohne fachliche Standards zu vernachlässigen oder Haftungsrisiken zu erzeugen. Rössler weiter: „Wichtig sind aber vor allem konkrete Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Fort- und Weiterbildung und zur Erhöhung der Attraktivität des Berufs- und Beschäftigungsfeldes „Pflege“ in seiner ganzen Breite. Ab Sommersemester 2018 werde die DTMD University daher einen neuen dualen Studiengang im Bereich Pflege in Kooperation mit der praxisHochschule Köln und dem Luxemburger Familienunternehmen Päiperléck S.à r.l. anbieten.
Dazu bietet die DTMD komplette berufsbegleitende postgraduierte Bachelor- sowie Masterstudiengänge mit theoretischer und praktischer Ausbildung ebenso wie modulare Weiterbildungskurse, die mit einem Zertifikat abschließen und später als Studienleistung anerkannt werden können. Das duale berufsbezogene Studium für Altenpflege startet Anfang April 2018, erstreckt sich über insgesamt 8 Semester und gibt den Studierenden die Möglichkeit, einen Bachelor-Abschluss zu erlangen.
Die DTMD hat sich für das luxemburgische Familienunternehmen „Päiperléck S.à.r.l.“ als Partner für den dualen Studiengang „Pflege“ entschieden. Die Zusammenarbeit mit dem luxemburgischen Pflegedienst stellt einen fundamentalen Faktor beim Aufbau des Basiswissens dar. Die praxisorientierten Bestandteile des Studiums werden von Päiperléck durchgeführt und von verschiedenen testierten Einrichtungen der Altenpflege, so auch durch das Alten- und Pflegeheim in Köln tatkräftig unterstützt.
Dazu Rössler: „Ein innovatives Weiterbildungskonzept lebt nicht allein von der Theorie. Vielmehr braucht es vor Ort einen zuverlässigen, kompetenten und qualitativ hochwertigen Partner, der über die passenden humanen, technischen und organisatorischen Ressourcen verfügt, um den praktischen Teil der Ausbildung optimal abzudecken. Mit Päiperléck S.à.r.l. haben wir diesen Partner gefunden. Wir sind überzeugt, dass unsere Kooperation nicht nur beiden Partnern echte Win-/Win-Optionen gewährleistet, sondern auch ideale theoretische und praktische Lernmöglichkeiten für die Studierenden schafft.“ Rössler weiter: „Die DTMD wird die volle inhaltliche Verantwortung über das Curriculum übernehmen und geeignete Professoren, Dozenten und Übungsleiter berufen bzw. ernennen.
Die Vorteile des berufsbegleitenden modularen Studienangebotes liegen darin, dass Spezialtrainings, praktische Hand-on Kurse sowie e-Learning Module ein sehr breites Feld abdecken. Die Vorlesungen werden vornehmlich am Campus der Hochschule in Wiltz stattfinden und der praktische Teil bei den dualen Partnern des Projekts. Voraussetzung zur Aufnahme des Studiums sind eine abgeschlossene Lehre sowie eine mindestens zweijährige Berufserfahrung.
Prof. Dr. Barbara Veltjens, Mitglied des Präsidiums der praxisHochschule Köln: „Im internationalen Kontext hat die Pflegeausbildung in Deutschland einen Sonderstatus. Dieser Status wird u.a. durch die Ausdifferenzierung der Pflege im primärqualifizierenden Bereich in Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Altenpflege deutlich. Die Entwicklung im Gesundheitssystem und die erweiterten Wissensgrundlagen der Fachdisziplinen Medizin, Pflege und Sozialwissenschaften erfordern aber neue und lösungsorientierte, qualitätssichernde und humane Konzepte für pflegebedürftige Menschen mit unterschiedlichem Lebensalter.“
Veltjens weiter: „Die praxisHochschule steht für eine Pflege, die perspektivisch ein generalistisches Konzept einfordert, um eine breite Einsetzbarkeit zu ermöglichen, am Bett wie in der Forschung. Zudem sollte sie den Anschluss der Absolventinnen und Absolventen an (klinische) Masterstudiengänge ermöglichen. Kooperationen im Kontext der Pflege, die diese Perspektiven ermöglichen, stehen wir daher grundsätzlich sehr positiv gegenüber.“
Veltjens freut sich, zusammen mit der DTMD University und Päiperléck die Grundlagen für ein innovatives Studienangebot in einem wichtigen Zukunftsmarkt zu legen. Dem stimmt Stéphanie Hein, Generaldirektorin von Päiperléck zu: „Der Sektor der Altenpflege ist einer der am stärksten wachsenden Märkte in der Großregion. Der Mangel an qualifiziertem Personal wird zunehmend zur Herausforderung für Unternehmen und Betroffene.
Die DTMD stärkt in Kooperation mit der praxisHochschule Köln mit ihrem neuen dualen Angebot die Kompetenz der Akteure und damit die Qualität der Pflege.“ Päiperléck sei ein Luxemburger Familienunternehmen, das in zweiter Generation geführt wird, und über eine nachgewiesene Expertise verfügt. „Die Studierenden der neuen dualen Module werden ihre Kompetenzen praxisnah vervollkommnen und Herausforderungen aus erster Hand bewältigen lernen können.“ Stéphanie Hein weiter: „Wir freuen uns, mit zwei kompetenten akademischen Partnern dieses neue Studienangebot im Großherzogtum aufzubauen. Päiperléck liegt das Wohlergehen seiner Klienten sehr am Herzen und so können wir unsere Kompetenzen weiter stärken und noch bessere Qualität im Bereich der Pflege anbieten.“
Hintergrund:
Die Päiperleck S.à.r.l., ein 2009 gegründetes Familienunternehmen, betreibt aktuell 4 Heime für Senioren (2 Logements Encadrés, 2 Centres Intégrés Pour Personnes Agées CIPA), einen mobilen Pflegedienst und unterstützende Dienstleistungen. Weitere Häuser sind in Planung. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 330 Mitarbeiter.
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