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Einstein wäre überaus bewegt

03.10.201715:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Die Deutsche Physikalische Gesellschaft gratuliert Rainer
Weiss, Barry C. Barish und Kip S. Thorne zum Nobelpreis für
Physik. „Einstein wäre begeistert, wir sind es
auch“, sagt Rolf-Dieter Heuer, Präsident der Deutschen Physikalischen
Gesellschaft (DPG).

---
Etwas über 100 Jahre nachdem Albert Einstein die
allgemeine Relativitätstheorie ausgearbeitet hat, gelang es Forscherinnen und
Forschern erstmals, die von ihm vorhergesagten Gravitationswellen
nachzuweisen. Auch die Diagnose, dass die Gravitationswellen von zwei
schwarzen Löchern aus einer Entfernung von 1,3 Milliarden Lichtjahren
stammten, die jeweils etwa 30 Sonnenmassen besaßen und miteinander
verschmolzen, ist bahnbrechend. Dieser Nachweis bestätigt erneut Einsteins
Theorie. Darüber hinaus legt die Entdeckung den Grundstein für einen völlig
neuen Zweig der Astronomie: die Gravitationswellenastronomie.

„Es ist in höchstem Maße befriedigend, wenn nach jahrzehntelanger Forschung
endlich gezeigt werden kann, dass unsere Vorstellungen vom Aufbau des
Universums in die richtige Richtung weisen“, sagt DPG-Präsident Heuer. „Die
Entschlossenheit, mit der die Physikerinnen und Physiker den überaus
schwachen Signalen nachjagten, ist phänomenal.“

Die ersten Anzeichen von Gravitationswellen wurden von der LIGO-Kollaboration
entdeckt. Auch deutsche Institute sind Teil der Kollaboration, insbesondere das
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, das wichtige Komponenten der
Messapparaturen zur Entdeckung der überaus schwachen Signale entwickelte.
„Ich habe mich mein ganzes Arbeitsleben mit der Entwicklung von Antennen
zum Nachweis von Gravitationswellen beschäftigt, mit allem, was dazu gehört“,
sagt Gravitationsexperte Walter Winkler vom Max-Planck-Institut für
Gravitationsphysik in Hannover. „Sie können sich vorstellen, welche Freude es
war, als diese ominösen Wellen endlich gefunden wurden!“ Zusammen mit vielen
Journalistinnen und Journalisten verfolgte er im Magnus-Haus Berlin, der
Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), die
Live-Übertragung zur Bekanntgabe des Nobelpreises für Physik.

„Der direkte Nachweis von Gravitationswellen ist ein großer Erfolg für die
Grundlagenforschung und öffnet ein neues Beobachtungsfenster ins
Universum“, sagt Rolf-Dieter Heuer, der die Bekanntgabe des Nobelpreises für
Physik live verfolgte. „Die Wissenschaft ist gespannt auf die vielen neuen
Erkenntnisse, die sich mit einer Gravitationswellen-Astronomie gewinnen
lassen.“

Wie schon bei der Entdeckung des Higgs-Teilchens am CERN gelang es auch
diesmal einer Großforschungsanlage, grundlegende Erkenntnisse über die Natur
der Dinge zu gewinnen. „Mit diesen Anlagen erweitern wir unseren Horizont“,
sagt Heuer. „Das fördert Kreativität und Innovationskraft, die unserer Wirtschaft
und Gesellschaft zugutekommen.“

Quelle: idw

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