(openPR) Die baden-württembergische Fachorganisation des Stuckateur-Handwerk führte von Februar bis September an der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte in Leonberg ein 6-monatiges Qualifizierungsproramm für Migranten mit unzureichenden Sprachkenntnissen durch. Nun schlossen 14 Teilnehmer erfolgreich die Maßnahme ab: Vier Teilnehmer konnten in ein Ausbildungsverhältnis und weitere drei Teilnehmer in ein Beschäftigungsverhältnis bei Stuckateurbetrieben vermittelt werden. Und selbst für die meisten der nicht im Stuckateurbereich untergekommenen Teilnehmer konnte ein anderer beruflicher Werdegang gefunden werden.
Gemeinsam mit dem Kolping-Bildungswerk konnten durch das Programm „Chance Stuckateurberuf“ 16 Geflüchtete für eine Ausbildung vorqualifiziert werden. Theorie und praktische Inhalte standen dabei ebenso im Vordergrund wie der Erwerb der deutschen Sprache.
Ziel der vom JOBSTARTER-Projekt Go2Bau initiierten Maßnahme war es, die Teilnehmer in eine duale Ausbildung zu bringen - oder alternativ in eine Helfertätigkeit zu vermitteln. Das „3-Säulen-Modell“ aus Sprache, Theorie und Praktikum fand im Stuckateur-Handwerk in dieser Form zum ersten Mal statt. Hierbei wurden allgemeine und berufsbezogene Deutschkenntnisse sowie Bausteine der ÜBA-Ausbildung des ersten Lehrjahres vermittelt.
Der fünfte Monat der Maßnahme war für betriebliche Praktika vorgesehen. Nahezu alle Teilnehmer konnten an Betriebe im Großraum Stuttgart vermittelt werden und dort in den betrieblichen Alltag hineinschnuppern.
Hieraus sind nun zum Herbst vier Ausbildungsverhältnisse und drei Beschäftigungsverhältnisse entstanden.
Die Verantwortlichen bei Arbeitsagentur und Jobcenter haben die Konzentration des Projekts auf die Ausbaubranche sehr positiv beurteilt. Lehrinhalte konnten dadurch spezifisch und praxisnah vermittelt werden. Dies erhöhte die Erfolgsaussichten auf eine Vermittlung.
Für nachwuchssuchende Stuckateurbetriebe können solche Projekte richtungsweisend sein, um künftig ihren Fachkräftebedarf auch aus den Reihen von Migranten und Geflüchteten zu decken. Sicher werden durch eine solche Maßnahme nicht die Probleme der Betriebe in Bezug zum Fachkräftemangel gelöst, aber das Programm kann einen guten Teil dazu beizutragen. Daher waren sich die Behörden, das Kolping Bildungswerk und die Verantwortlichen beim Stuckateurverband schnell einig, dass das Programm auch 2018 fortgesetzt werden soll. Neu dabei ist, dass die Region für die ab 15. Januar 2018 startende Neuauflage des Programms auf ganz Baden-Württemberg ausgeweitet wird.
Betriebe, die Interesse an Bewerbern aus dem Personenkreis der Geflüchteten haben, welche aber wegen unzureichender Sprachkenntnisse besser noch nicht mit einer Ausbildung starten sollten, könnte das Programm zu motivierten Mitarbeitern verhelfen. Am besten nehmen die Betriebsverantwortlichen dazu Kontakt zu den Willkommenslotsen oder den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern vor Ort auf. Stuckateurbetriebe aus Baden-Württemberg können sich überdies von den MitarbeiterInnen des JOBSTARTER-Projekts Go2Bau beim Stuckateurverband kostenfrei beraten lassen. Dies gilt auch für alle anderen Bereiche des Azubi-Marketings.
Foto: © Stephan Bacher, Fachverband der Stuckateure












