(openPR) Die Lebenserwartung in Deutschland steigt. Gleichzeitig kommt auch die Generation der geburtenstarken "Babyboomer" der 60er in die Jahre. Die Konsequenz: Die Deutschen werden immer älter und damit leider auch kränker. Immer mehr chirurgische Eingriffe bei älteren Patienten werden erforderlich. "Wir haben uns sehr gut auf unsere betagteren Patienten eingestellt", erklärte Dr. Christiane Höß, Direktorin der Klinik für Chirurgie am Marienhospital Letmathe, die in einem lebendigen Vortrag aus der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" über die optimale Versorgung älterer Patienten im Krankenhaus sprach.
"Wer nicht alt werden will, muss jung sterben." Für Schmunzeln sorgte dieser Ausspruch bei den vornehmlich betagteren Gästen. Nein, älter werden, möglichst lange gesund und fit bleiben, das wollen wir alle. Aber was, wenn tatsächlich eine Operation erforderlich wird, das wollten die interessierten Besucher von der Klinikdirektorin gerne wissen.
"Eine umfassende Untersuchung und ein gutes Kennenlernen des Patienten bei der Operationsvorbereitung ist mir sehr wichtig", so Dr. Höß. Denn nicht das absolute Alter sei der Maßstab, sondern das biologische. Ist der Patient in seinem Lebensumfeld noch fit und aktiv? Gibt es ein reges Interesse an der Umwelt und am Alltag? Auch Begleiterkrankungen müssen bei der Planung und Durchführung einer OP berücksichtigt werden. "Das Ziel jeder Operation sei es, dass der Patient anschließend wieder einen lebenswerten Alltag verbringen kann. "Vor einem Eingriff müssen deshalb die Beschwerden, der Leidensdruck und die Risiken genau abgewogen werden", weiß Dr. Höß.
Die Operationen bei Senioren werden so durchgeführt, dass es zu minimalem Blutverlust kommt. Minimalinvasive Verfahren, die allerdings nicht immer eingesetzt werden können, tragen dem am besten Rechnung. Die auch als Schlüsselloch-Chirurgie bekannten Operationen gehen auch mit einem schnelleren Heilungsprozess einher.
Angst vor der Operation sei kein guter Begleiter, erzählte Dr. Höß weiter. Denn schließlich habe eine optimistische, positive Einstellung auch Einfluss auf einen guten Verlauf der Erkrankung. "Wir gehen deshalb beruhigend und mit Zuwendung auf unsere Patienten zu" fügt sie hinzu. "Ich hatte nach dem Kennenlernen sofort Vertrauen zu Dr. Höß", stimmte eine ehemalige Patientin unter den Besuchern freudig ein.
Welches Anästhesieverfahren gewählt wird, ob eine Vollnarkose oder örtliche Betäubung, hängt von der Art des Eingriffs ab. So genannte rückenmarksnahe Narkosen sind insbesondere für den Körper eines älteren Patienten schonender. "Ich war wach, aber ganz ruhig und habe alles auf dem Bildschirm gesehen", erinnerte sich eine Dame an ihre Operation, die sie mutig und gut überstanden hat. Viele kleinere Eingriffe, so beispielsweise Leistenbruchoperationen, werden von Dr. Höß und ihrem Team ambulant durchgeführt. Der Vorteil liegt für ältere Patienten auf der Hand: Sie können schnell wieder in ihr gewohntes Umfeld nach Hause.
"Damit man auch als älterer Mensch schnell wieder auf die Beine kommt, ist auch die frühzeitige Mobilisierung das A und O. Bei uns werden die Patienten gleich nach der Operation unter fachkundiger Anleitung von Physiotherapeuten und Pflegenden noch im und am Bett bewegt," schloss Dr. Höß den für alle Gäste interessanten und aufschlussreichen Abend.












