openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Stipendien der Carl-Zeiss-Stiftung für Doktoranden und Postdocs der JGU

30.08.201716:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Carl-Zeiss-Stiftung nimmt zwei Postdoktoranden und vier Doktoranden in ihr Nachwuchsförderprogramm 2017 auf

---
Zwei Postdoktoranden und vier Doktoranden der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) werden 2017 in die Nachwuchsförderung der Carl-Zeiss-Stiftung aufgenommen. Die Postdocs und die Doktoranden werden zwei Jahre lang über ein Stipendium unterstützt. Die Universität war damit bei sechs von insgesamt acht eingereichten Anträgen erfolgreich. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert mit ihrem Programm naturwissenschaftliche und mathematische Studien in Forschung und Lehre, wobei für die jährlichen Ausschreibungen wechselnde fachliche Schwerpunkte gesetzt werden. In die Förderung werden der JGU-Postdoktorand Dr. Stefan Jacob und die Postdoktorandin Dr. Christina Müller einbezogen, außerdem die Doktoranden Silvan Hürkey, Martin Lange und Sebastian Lips sowie die Doktorandin Natalie Tober.



Silvan Hürkey wird als Doktorand in der Neurobiologie-Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Carsten Duch über die Konstruktionsprinzipien neuronaler Schaltkreise forschen. Im menschlichen Gehirn sind auf engstem Raum über 100 Milliarden Nervenzellen mit etwa 100 Trillionen Synapsen verschaltet. Damit sich überhaupt leistungsfähige Nervensysteme entwickeln konnten, ist bei begrenztem Raum eine Optimierung erforderlich. Die Analyse der Konstruktionsprinzipien für neuronale Schaltkreise ist zum einen für das Verständnis der Funktion von Nervensystemen wichtig und kann zum anderen vermutlich in der Bionik für die Konstruktion leistungsfähiger elektronischer Schaltkreise von Nutzen sein. Hürkey wird die Miniaturisierung neuronaler Schaltkreise am Flugmotornetzwerk der Fruchtfliege Drosophila melanogaster untersuchen.

Dr. Stefan Jacob wechselt vom Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung in Kaiserslautern nach Mainz, um hier als Postdoc in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Eckhard Thines über grundlegende Mechanismen der Signaltransduktion in Mikroorganismen zu forschen. Während ein Mikroorganismus sehr vielen Stressfaktoren in der Umwelt ausgesetzt sein kann, sind die zellulären Übertragungsmechanismen begrenzt. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass die Kodierung dieser Informationen z.B. über die unterschiedliche Phosphorylierung von Zielstrukturen gesteuert wird. Jacob möchte in Kooperation mit Prof. Dr. Stefan Tenzer vom Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz neue Methoden und Erkenntnisse erarbeiten, die insbesondere im Bereich Wirt/Pathogen-Interaktionen für die Kontrolle phytopathogener, aber auch humanpathogener Pilze von Bedeutung sein könnten.

Martin Lange erforscht am Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie neue innovative Ansätze in der Werkstoffverarbeitung. Derzeit werden in Deutschland sieben Prozent der Primärenergie für die industrielle Wärmebehandlung von Metallen und Keramiken im Temperaturbereich von über 1000 Grad Celsius aufgewendet. Die Synthese und Verarbeitung von Materialien in elektromagnetischen Feldern, das feldaktivierte Sintern (FAST), könnte dazu beitragen, die Energiekosten zu senken und neue Materialien herzustellen. In der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfgang Tremel wird Lange die Anwendung von FAST zur Bearbeitung und Verdichtung von Materialien am Beispiel von Magneli-Phasen untersuchen.

Sebastian Lips beschäftigt sich in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Siegfried Waldvogel mit der Verbesserung von Kreuzkupplungen. Kreuzkupplungsreaktionen gehören zu den wichtigsten Reaktionstypen in der organischen Chemie. Sie werden üblicherweise mit Hilfe von Übergangsmetallen katalysiert, ein Verfahren, das 2010 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, allerdings schwermetallhaltige und somit giftige Abfälle erzeugt. Eine Kreuzkupplung kann jedoch auch elektrochemisch realisiert werden, was den Vorteil hat, dass neben den giftigen Abgangsgruppen auch das Oxidationsmittel eingespart werden kann. Lips wird die elektrochemische Kreuzkupplung, ein zentrales Forschungsgebiet des AK Waldvogel, nutzen, um gleich drei, statt der bislang üblichen zwei Bausteine gezielt miteinander zu verknüpfen.

Dr. Christina Müller erhält ein Postdoc-Stipendium für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Zellbiologie in der Arbeitsgruppe von Dr. Eva-Maria Krämer-Albers. Die Gruppe befasst sich mit der Kommunikation zwischen elektrisch erregbaren Nervenzellen und den myelinisierenden Gliazellen des zentralen Nervensystems, den Oligodendrozyten. Oligodendrozyten bilden um die Axone der Nervenzellen eine isolierende Myelinschicht und versorgen die Nervenzellen mit Nahrungsfaktoren. Unter anderem durch Exosomen, eine Form von spezifisch sekretierten extrazellulären Vesikeln, wird die Kommunikation zwischen Oligodendrozyt und Nervenzelle vermittelt. Müller konzentriert sich in ihrer Forschung vor allem auf die Mechanismen zur Exosomen-abhängigen Übertragung regulatorischer Ribonukleinsäuren (wie mikroRNAs) von Oligodendrozyten auf Neuronen.

Natalie Tober erstellt ihre Doktorarbeit in der Organischen Chemie bei Prof. Dr. Heiner Detert mit dem Ziel, organische Halbleiter hinsichtlich der Leitfähigkeit und des Temperaturwirkungsbereichs zu optimieren. Organische Halbleiter könnten, so die Erwartungen, in Zukunft teure, seltene und giftige anorganische Materialien ersetzen. Große Erwartungen werden in die Verbindungsklasse der organischen diskotischen Flüssigkristalle gesetzt. Tober wird Vertreter auf Thiophen- oder Oxadiazolbasis als Ausgangspunkt für die Synthese neuartiger Flüssigkristalle mit optimierten physikalischen Eigenschaften nutzen. Sie erwartet, dass der Aufbau molekularer Drähte, basierend auf Säulen diskotischer Flüssigkristalle, die Grundlage zur Entwicklung von organischen Quantencomputern bilden könnte.

Foto:
http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/ft_foerderung_carl_zeiss.jpg
Förderung durch die Carl-Zeiss-Stiftung für Sebastian Lips, Christina Müller, Silvan Hürkey, Natalie Tober und Stefan Jacob (v.l.) sowie Martin Lange (nicht im Bild)
Foto/©: Peter Pulkowski

Weitere Informationen:
Petra Skalecki
Referentin für Naturwissenschaften
Stabsstelle Forschung und Technologietransfer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-20703
E-Mail: E-Mail
http://www.uni-mainz.de/forschung/

Weitere Links:
http://carl-zeiss-stiftung.de/

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 966030
 687

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Stipendien der Carl-Zeiss-Stiftung für Doktoranden und Postdocs der JGU“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Geschlechterquote im Aufsichtsrat: Viele neue Frauen mit geringem Einfluss
Geschlechterquote im Aufsichtsrat: Viele neue Frauen mit geringem Einfluss
Frauenanteil in deutschen Aufsichtsräten bereits vor Einführung der Quote gestiegen – Wahrscheinlichkeit einer Mitgliedschaft in Ausschüssen nimmt allerdings ab --- Der Frauenanteil in Aufsichtsräten von paritätisch mitbestimmten und börsennotierten deutschen Unternehmen hat sich zwar dem bei Neuberufungen gesetzlich vorgesehenen Mindestwert von 30 Prozent angenähert, es scheint jedoch eine neue Form der gläsernen Decke vorhanden zu sein. Dies ergab eine Untersuchung von Wirtschaftswissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (J…
DFG-Graduiertenkolleg „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ verlängert
DFG-Graduiertenkolleg „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ verlängert
Doktorandinnen und Doktoranden erforschen in strukturiertem Programm die Mensch- und Naturvorstellungen seit der Zeit von 100.000 Jahren v. Chr. bis zum Mittelalter --- Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einer Verlängerung des Graduiertenkollegs 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur: Universalität, Spezifität, Tradierung“ für weitere viereinhalb Jahre zugestimmt und wird ein Finanzvolumen von rund 4 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Graduiertenkolleg (GRK) wurde im Oktober 2013 an der Johannes Gutenberg-Universität Mai…

Das könnte Sie auch interessieren:

Simon Elsässer ist neuer Stiftungsprofessor für Synthetische Biologie an der Universität Freiburg
Simon Elsässer ist neuer Stiftungsprofessor für Synthetische Biologie an der Universität Freiburg
… Biochemiker gehört zu den weltweit führenden Wissenschaftler*innen in der technologischen und methodischen Weiterentwicklung der Epigenetik und synthetischen Biologie. Die Professur wird von der Carl-Zeiss-Stiftung über zehn Jahre mit insgesamt 4,8 Millionen Euro gefördert und ist an der Fakultät für Biologie angesiedelt. Außerdem wird Elsässer eng mit …
Universität Erfurt schreibt erneut Herzog-Ernst-Stipendien aus
Universität Erfurt schreibt erneut Herzog-Ernst-Stipendien aus
Dank der Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung kann die Universität Erfurt in diesem Jahr erneut Herzog-Ernst-Stipendien an der Forschungsbibliothek Gotha und am Forschungszentrum Gotha ausschreiben. --- Die Stipendien sollen die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Beständen der Bibliothek und den historischen Sammlungen des Verlages Justus Perthes …
Bild: KI-Schule des Jahres 2025 ausgezeichnetBild: KI-Schule des Jahres 2025 ausgezeichnet
KI-Schule des Jahres 2025 ausgezeichnet
… eignet sich zur Vorbereitung auf den Wettbewerb, zum Selbststudium oder zum Einsatz im Unterricht in virtuellen Klassenzimmern. Finanziert wird der Kurs von der Carl-Zeiss-Stiftung.Die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, zeigt sich erfreut über die rege Teilnahme: „Ein kompetenter und neugieriger Umgang …
Viadrina und GGS starten Doktorandenprogramm
Viadrina und GGS starten Doktorandenprogramm
… & Law (GGS) und die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) starten am Freitag, dem 15. April 2011, ein gemeinsam getragenes Doktorandenprogramm zum Thema „Dynamische Kompetenzen und Geschäftsbeziehungen”. Neuland in Managementforschung Eine Schlüsselrolle im wirtschaftswissenschaftlichen Kolleg kommt der Entwicklung von Kompetenzen und der …
Bild: Carl-Zeiss-Stiftung fördert Laserforschung und Requirements Engineering an der TH BingenBild: Carl-Zeiss-Stiftung fördert Laserforschung und Requirements Engineering an der TH Bingen
Carl-Zeiss-Stiftung fördert Laserforschung und Requirements Engineering an der TH Bingen
… CO2-freien Erzeugung von Energie. Damit soll die Effizienz von Laserfusion verbessert und eine entscheidende Hürde für die Entwicklung von Fusionskraftwerken überwunden werden. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert dieses Projekt im Rahmen von „CZS Forschungsstart“ mit 210.000 EUR.Aus dem Bereich Informatik wird außerdem die Forschung von Prof. Dr. Jennifer …
Bild: Alexander von Humboldt-Stiftung ernennt Katja Heinze zum „Scout“Bild: Alexander von Humboldt-Stiftung ernennt Katja Heinze zum „Scout“
Alexander von Humboldt-Stiftung ernennt Katja Heinze zum „Scout“
… drei exzellente Forschende in frühen Karrierephasen für ein Stipendium der Stiftung vorzuschlagen und so aus dem Ausland an die JGU zu holen. „Die Möglichkeit, Humboldt-Stipendien direkt und schnell zu vergeben, wird es mir erleichtern, hervorragende Talente in meine Gruppe zu holen. Damit haben wir die Möglichkeit, neue photophysikalische und photochemische …
Bild: Deutschlandstipendium: Hochschule Mainz verleiht Stipendien an 82 StudierendeBild: Deutschlandstipendium: Hochschule Mainz verleiht Stipendien an 82 Studierende
Deutschlandstipendium: Hochschule Mainz verleiht Stipendien an 82 Studierende
… Bewerberinnen und Bewerbern, ein Stipendium zu erhalten.Sechs Stiftungen fördern 2025/26 das Deutschlandstipendium der Hochschule Mainz: die Alexander Karl-Stiftung, die Carl-Zeiss-Stiftung, die Lotto Rheinland-Pfalz Stiftung, die Margret Hölzemann-Begabten-Stiftung, die Mainzer Wissenschaftsstiftung sowie die Sigi und Hans Meder Stiftung.Mit dem Stipendium …
Mithilfe Künstlicher Intelligenz die Bewegungsenergie molekularer Quantensysteme vorhersagen
Mithilfe Künstlicher Intelligenz die Bewegungsenergie molekularer Quantensysteme vorhersagen
PressemitteilungHeidelberg, 11. April 2025Mithilfe Künstlicher Intelligenz die Bewegungsenergie molekularer Quantensysteme vorhersagenCarl-Zeiss-Stiftung fördert Forschungsvorhaben an der Schnittstelle von Chemie, Physik und KI-ForschungVerfahren der Künstlichen Intelligenz sollen es ermöglichen, die kinetische Energie von Elektronen in Molekülen auf …
Bild: Neues Forschungszentrum: Eine Million Euro für die Lipid-Forschung an der TU KaiserslauternBild: Neues Forschungszentrum: Eine Million Euro für die Lipid-Forschung an der TU Kaiserslautern
Neues Forschungszentrum: Eine Million Euro für die Lipid-Forschung an der TU Kaiserslautern
… Solchen Fragen gehen Forscher an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) nach. Um ihre Arbeiten in der Lipid-Forschung zu bündeln und weiter voranzubringen, richtet die Carl-Zeiss-Stiftung das CZS-Zentrum für Lipidomics (CZSLip) ein. Sie stellt dazu für die nächsten vier Jahre eine Million Euro bereit. 13 Arbeitsgruppen aus Biologie, Chemie und …
Bild: „Ilmenau School of Green Electronics“: TU Ilmenau entwickelt nachhaltige IT der ZukunftBild: „Ilmenau School of Green Electronics“: TU Ilmenau entwickelt nachhaltige IT der Zukunft
„Ilmenau School of Green Electronics“: TU Ilmenau entwickelt nachhaltige IT der Zukunft
… neue Generation von interdisziplinär denkenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der Schnittstelle klassischer Fachdisziplinen auf höchstem Niveau ausgebildet. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert für vier Jahre 12 Promovierendenstellen einschließlich aller Sach- und Verbrauchsmittel, Konferenzreisen und Auslandsaufenthalte mit knapp 5,2 Millionen …
Sie lesen gerade: Stipendien der Carl-Zeiss-Stiftung für Doktoranden und Postdocs der JGU