(openPR) In den vergangenen Jahren hat sich unsere Ernährung sehr verändert. Vor nicht allzu langer Zeit waren Lebensmittel noch eher Mittel zum Zweck. Heute werden sie immer mehr als Genussmittel wahrgenommen und als Möglichkeit genutzt, um sich gegenüber anderen abzugrenzen. Auch das Bewusstsein für eine ausgewogene Ernährungsweise wächst stetig. Eine gesunde Ernährung bedeutet daher nicht mehr nur „satt werden“, sondern viel mehr – sie steht heute für ein Lebensgefühl, sie ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Überzeugung.
Die meisten von uns möchten ihre Ernährung ganz individuell gestalten, ohne dabei auf eigene Wünsche oder Überzeugungen verzichten zu müssen. Im Zuge dessen entstehen verschiedene Ernährungstrends mit einem Fokus auf unterschiedlichsten Grundsätzen. Die Food Trends, die wir hier beschreiben sind zwar ganz unterschiedlich, jedoch haben sie alle etwas gemeinsam: Sie basieren auf einer ausgewogenen Ernährung aus natürlichen und vitaminreichen Zutaten.
Paleo, Clean Eating, Superfoods & Co.
Vegane Brokkoli-Pizza, Goji-Açai-Bowl oder Schokokuchen ganz ohne Zucker – das sind nur wenige Beispiele für Gerichte aktueller Ernährungstrends. Zwar klingen Trends wie Paleo, Clean Eating, Superfoods oder Rohkost zunächst sehr verschieden, sie haben aber dennoch Gemeinsamkeiten. All diese bewussten Ernährungsweisen basieren auf natürlichen Lebensmitteln. Meist geht es dabei um eine langfristige Umstellung der Ernährung mit dem Ziel, gesünder und fitter zu werden.
Die häufigsten Ernährungstrends
Um sich durch den Dschungel an verschiedenen Ernährungsweisen zu kämpfen und die Unterschiede kennen zu lernen, haben wir die wichtigsten Infos zu aktuellen Ernährungstrends zusammengestellt. So verlockend diese auch erscheinen: Vor einer Ernährungsumstellung sollte man sich genauestens informieren und sich damit detailliert auseinandersetzen. Einen Überblick zu ausgewählten Food Trends 2016/2017 in Deutschland sind in der folgenden Infokrafik beschrieben: https://www.goodme.de/magazin/wp-content/uploads/2016/08/Ern%C3%A4hrungstrends-2016-goodme-1.pdf
Trend 1: Paleo
Essen wie in der Steinzeit? Man braucht keine Angst haben, dass man sich bei diesem Trend wie die Jäger und Sammler der Vorzeit ernähren muss. Paleo wird zwar auch „Steinzeit-Diät“ genannt, die Ernährungsweise lässt sich aber relativ einfach in den heutigen Alltag integrieren.
Die Hauptbestandteile sind Obst und Gemüse, Nüsse und Samen, dazu Fleisch, Fisch und Eier. Dahingegen sollten Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Zucker und künstliche Zusatzstoffe vermieden werden.
Trend 2: Clean Eating
Natürliche Zutaten, nicht industriell verarbeitete Lebensmittel, keine Farb- oder Zusatzstoffe, dazu der Verzicht auf Zucker oder Süßstoffe – das alles sind Bestandteile von Clean Eating, einem Konzept, das auf möglichst reinem und natürlichem Essen basiert.
Aber was bedeutet eigentlich "reines Essen"?
Es geht darum, frische und vollwertige Lebensmittel aufzunehmen und auf stark Verarbeitetes zu verzichten – Fast Food oder Fertiggerichte sind tabu, dafür aber regionale und saisonale Lebensmittel. Trotz der modernen Bezeichnung erinnert dieser Trend in seinen Grundsätzen an die gute, alte Vollwerternährung.
Trend 3: Superfoods
Ein weiterer Trend sind Superfoods. Seit Jahren wächst das Angebot an exotischen Superfoods, darunter Gojibeeren, Flohsamen oder Matcha, rasant – hervorgerufen durch die Tatsache, dass sich immer mehr Menschen schnell und einfach gesünder ernähren möchten.
Sie greifen dafür vermehrt auf exotische wie auch heimische Lebensmittel zurück, die in vergleichsweise geringer Menge ein Maximum an Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien enthalten und dadurch eine gesundheitsfördernde Wirkung hervorrufen können. Oft jedoch wird vergessen, dass diese Lebensmittel schon vor Jahrtausenden als Wundermittel bezeichnet wurden.
Trend 4: Rohkost
Rohkost hat in den letzten Jahren einen regelrechten Schub bekommen. Die Ernährungsweise enthält weitgehend oder ausschließlich pflanzliche, nicht erhitzte Lebensmittel. Anhänger dieses Ernährungstrends sind der Überzeugung, dass rohes Obst und Gemüse die meisten Vitamine und Mineralstoffe enthält. Zudem spielen ethische Bedenken gegenüber des Verzehrs von Fleisch eine große Rolle. So stehen grüne Smoothies, Salate oder Bowls nicht zu selten auf dem täglichen Ernährungsplan.
Im Zuge dieses Ernährungstrends entstanden in den letzten Jahren viele Blogs, Restaurants oder Workshops rund um das Thema „Rohkost“.
Trend 5: Low Carb
Low Carb, also kohlenhydratarme Ernährung ist auch in diesem Jahr weiterhin ein Food Trend. Bereits in den 70er Jahren waren Low Carb Diäten trendig, diese kannte man unter dem Namen „Atkins-Diät“. Was Low Carb bedeutet? Kein Reis, keine Nudeln, kein Zucker, kein Brot, dafür viele Proteine, Fett ist auch erlaubt.
Warum dieser Low Carb Wahn in USA entstand? Das Prinzip ist einfach: Kohlenhydrate sind Zuckerstoffe (Glucose, Laktose, Stärke), die bei der Verdauung zu Zucker abgebaut werden und einen Anstieg des Blutzuckers bewirken. Isst man mehr Kohlenhydrate, als man verbraucht, wird der Überschuss in Form von Fett gespeichert. Durch das Reduzieren von Kohlenhydraten soll die Fettverbrennung gefördert werden, so kann man leichter abnehmen.
Ganz auf Kohlenhydrate sollte man jedoch nicht verzichten: Sie sind wichtig für den Körper, denn sie liefern schnell und effizient Energie. Empfehlenswert sind rohes Gemüse, Obst, Salate, Hülsenfrüchte, Fisch, Fleisch und ballaststoffreiche Vollkornprodukte. Beliebte Low Carb Foods sind zum Beispiel Kohlsorten, Spargel, Brokkoli, Pilze, Joghurt, Quark, Eier, Nüsse und Saaten. Mittlerweile gibt es sogar Low Carb Pizza und Low Carb Pasta.
Slow Carb Diäten nehmen auch langsam ihren Lauf: an sechs Tagen in der Woche dürfen nur bestimmte Lebensmittel verzehrt werden, erlaubt sind die guten Kohlenhydrate: Das sind die langkettigen oder auch komplexen Kohlenhydrate, welche nur langsam das Blutzucker steigern. Diese finden sich in Kartoffeln und Hülsenfrüchten.
Der Food Report 2017
Eine Reihe an Wissenschaftlern, Bloggern und Autoren beschäftigen sich mit der Vielzahl an Ernährungstrends. Wie auch in den letzten Jahren hat Hanni Rützler, Autorin und Food-Forscherin, in Kooperation mit der Lebensmittel Zeitung einen Bericht über die aktuellen Ernährungstrends verfasst. Einige ihrer Artikel findet man unter folgendem Link: http://www.lebensmittelzeitung.net/suche/?OK=suchen&i_q=food+trend
In ihrem Report beleuchtet sie verschiedene Visionen der Food-Branche. Eine Beobachtung von Rützler ist, dass immer mehr Energie in die Wiederentdeckung und Entwicklung natürlicher Aromen gesteckt wird.
Sie erkennt zudem, dass die meisten unter uns einen sehr stressigen Alltag haben und daher nach gesunden Alternativen zu herkömmlichem „Convenience-Food“ suchen. Auch die Hersteller erkennen diesen Trend: In der letzten Zeit drängen immer mehr Anbieter mit unterschiedlichsten Konzepten auf den Markt, um schnelle, gesunde Lösungen anzubieten. Rützler zeigt zudem neue Dimensionen von Regionalität und Saisonalität sowie weitere, spannende Trends auf.
Ob Trend oder lang bewährte Ernährungsweise: Jeder von uns kann und sollte sich mehr Bewusstsein gegenüber Lebensmitteln verschaffen und sich ausgewogen ernähren. Denn ist es nicht toll, zu wissen, was Tag für Tag auf dem eigenen Teller liegt und deren Ursprünge und Nährstoff-Reichtum zu kennen?







