(openPR) Büdingen, 06.06.2019: Die Deutschen lieben ihre Tiere und spülten 2018 alleine mit Hundefutter rund 1,45 Milliarden Euro Umsatz in die Kassen der Unternehmen für Heimtierbedarf. Ein lohnendes Geschäft, was mit stetig neuen Produkten am Wachsen und Gedeihen gehalten werden soll. So mischen getreidefreies Hundefutter und andere allzu vermenschlichte Strömungen für angeblich gesunde Hundeernährung den Markt zugunsten der Futterindustrie auf, wie Hundeexpertin Marie Kliem mit Hinblick auf das Tierwohl mit Sorge beobachtet.
Ernährungstrends machen auch vor Hundefutter nicht Halt
Deutschland ist ein attraktiver Markt für Hundefutter und stellt nach den Briten den zweitwichtigsten Handelsplatz in Europa dar. Insgesamt 4,7 Milliarden Euro geben die Deutschen für Heimtierbedarf aus, wobei fertige Tiernahrung den Löwenanteil generiert. Klar müssen über 34 Millionen Haustiere ernährt werden, davon rund 10 Millionen Hunde. Doch die Marktgier der Hersteller scheint keine Grenzen zu kennen und greift voller Enthusiasmus stetig neue Ernährungstrends auf. So gab es im Jahr 2016 bei den handelsüblichen Marken an Katzen- und Hundefutter rund 200 neue Produkte. Tendenz: anhaltend und teilweise erschreckend. Befragungen aus 2017 ergaben beispielsweise, dass rund 10 Prozent Katzen- und Hundehalter vegetarisches Futter für ihr Tier als angemessen erachten. Veganer sind mit rund 6 Prozent vertreten und füllen den Futternapf von Hund oder Katze mit veganen Zutaten.
"Menschliche Ernährungstrends werden immer öfter auf Haustiere übertragen und die Futtermittelindustrie nimmt das dankbar in ihr Repertoire auf", sagt Marie Kliem kopfschüttelnd. "Derzeitiger Clou ist getreidefreies Hundefutter, was als gesunde Hundeernährung angepriesen wird."
Der Hype mit dem Hundefutter ohne Getreide
Fast jeder Hundebesitzer möchte heutzutage Hundefutter ohne Getreide, wie Marie Kliem im Zuge ihrer Arbeit mit Hundehaltern erlebt (https://www.hundefutter-vital.com/). Die Werbung der Futtermittelindustrie unterstützt den Hype mit gesunden Versprechen zur Tiergesundheit.
Was ist denn nun richtig? Die Hundeexpertin bezieht Stellung und erläutert: "Wie beim Menschen muss bei der Hundeernährung auf die richtige Nährstoffzufuhr geachtet werden. Auf Menge und Qualität der Bestandteile der Ernährung kommt es an. Das beste Hundefutter ist solches nach dem Vorbild der Natur – also auch mit einem kleinen Anteil von Getreide. In der freien Natur frisst der Wolf nicht nur das Fleisch seines Beutetieres, sondern auch dessen Mageninhalt, der meist verschiedene Kräuter und einen Getreideanteil enthält. Sofern keine erwiesenen Allergien beim Hund vorliegen, darf artgerechtes Hundefutter also durchaus kleine Mengen an Getreide enthalten."
Warum aber dann der Hype um getreidefreies Hundefutter? Dazu meint die langjährige Hundefachfrau: "Menschen implizieren ihre Ernährungstrends gerne auf ihre Tiere. Außerdem enthalten viele Hundefuttermittel industrielle Zusätze und Schlachtabfälle, die nicht hineingehören und die Unverträglichkeiten erst verursachen. Hundefutter ohne Getreide wird als modernes Zaubermittel angesehen, um dem vorzubeugen – was in diesem Kontext natürlich nicht umfassend richtig ist."
Tipps für artgerechtes Hundefutter mit Getreide gibt die Expertin gerne: "Es muss sich um aufgeschlossenes Getreide handeln, damit es der Hund auch verwerten kann. Vollkornreis ist beispielsweise sehr bekömmlich und in kleinen Mengen absolut verträglich. Er unterstützt sogar die Magen- und Darmtätigkeit des Hundes. Was hingegeben überhaupt nicht funktioniert sind Industriefuttermittel, in denen der Getreideanteil sehr hoch ist. Abfall- oder Nebenprodukte aus der Müsliherstellung oder von Brauereien haben im Hundefutter nichts verloren, sind aber leider häufig darin vertreten und fördern Unverträglichkeiten. Es ist ratsam, auf hochwertiges Hundefutter zu achten, in dem der frische Fleischanteil über 40 Prozent liegt. Die übrigen Zutaten - wie Getreide und Kräuter - sollten in einem Verhältnis beigemengt sein, welches die natürliche Ernährung widerspiegelt und dem Aufbau eines Beutetieres nahekommt."











