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Europa braucht Zuwanderung

07.08.201716:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Geographische Migrations- und Transformationsforschung fordert mehr Sachlichkeit in der Europa-Debatte

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Brexit, Grenzkontrollen, Populismus – diese Elemente werden immer häufiger mit dem Thema Migration in Verbindung gebracht und werfen Fragen nach dem Einfluss der Zuwanderung auf die europäische Identität auf. Welchen Beitrag Migration und Diversität für Europa leisten und wie Probleme und Ursachen angegangen werden können, damit beschäftigt sich Prof. Dr. Daniel Göler, Inhaber der Professur für Geographische Migrations- und Transformationsforschung an der Universität Bamberg.



Die Forschungsprojekte seiner Professur untersuchen Migration und Mobilität auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Schwerpunkte sind Ost- und Südosteuropa und darin insbesondere der westliche Balkanraum und Russland. Egal ob in Gölers Projekt „Back to No Future? Perspektiven remigrierter Asylbewerber in Albanien und Kosovo“, in dem er sich mit Rückkehrmigration in sichere Herkunftsländer des Westbalkans beschäftigt oder in „On the move: Reisefreiheit junger Europäer in Zeiten der Krise“ – zwei Erkenntnisse ziehen sich wie ein roter Faden durch all seine Arbeiten: Sachlichkeit und das Bewusstsein, dass viele EU-Länder, insbesondere Deutschland, seit langem Einwanderungsländer sind, die viel von diesem Umstand profitiert haben, sind in der europäischen Debatte ganz besonders wichtig. „Manches wird völlig falsch oder zu einseitig von verschiedenen Gruppierungen dargestellt“, sagt Daniel Göler. „Für viele Thesen wie beispielweise die, dass Einwanderung zu einer Überfremdung oder gar zur Verdrängung der eingesessenen Bevölkerung führt, gibt es absolut keinen wissenschaftlichen Beweis.“

Gerade im Bereich des Fachkräftemangels berge Migration in Deutschland das Potential, Wohlstand und Produktivität zu erhalten: „Ohne Immigration dürfte es längerfristig schwierig werden, die hohe Wertschöpfung und damit den gewohnten Lebensstandard zu bewahren.“ Doch zunächst seien intensive Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen nötig, momentan vor allem teilqualifizierende Ausbildungen, die speziell auf Flüchtlinge zugeschnitten sind. Nur sie schafften die nötigen sprachlichen, kulturellen Voraussetzungen, um den Migrantinnen und Migranten den Einstieg in das Erwerbsleben zu ermöglichen, sei es durch eine Ausbildung, Umschulung oder Weiterqualifizierung. „Von Migranten zu erwarten, dass sie nach wenigen Monaten hier erfolgreich durch das duale Ausbildungssystem oder gar ein Studium laufen, ist völlig überzogen. Zeit ist hier ein ganz wichtiger, aber nicht zwingend hinderlicher Faktor“, so Göler.

Ein Forschungsschwerpunkt in Gölers Team ist also die Frage, welche Potentiale Migrantinnen und Migranten haben, um einen Beitrag zur sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, aber auch in den Herkunftsländern zu leisten. Dabei ermitteln sie unter anderem individuelle Integrations- und Sozialisationsfaktoren und untersuchen, wie interkulturelle Zusammenarbeit festgefahrene Denkmuster aufbrechen und dabei unterstützen kann, neue Herangehensweisen zu adaptieren. Unternehmen, die bereits Personen mit Migrationshintergrund beschäftigen, können dabei wichtige Informationen zur Ermittlung der langfristigen Folgen von Zuwanderung im Arbeitsmarkt liefern. Eine andere, am Europäischen Forum für Migrationsstudien (efms), einem An-Institut der Universität Bamberg, angefertigte Pilotstudie greift auf biografische Daten aus Unterlagen der Gemeinschaftsunterkünfte über einen Zeitraum von 10 Jahren seit dem Jahr 2006 zurück. Die Längsschnittmethode hat den Vorteil, dass über Gelingens- und Misslingensfaktoren bereits durchlaufener Integrationsprozesse berichtet werden kann. Diese Pilotstudie soll auf eine breitere empirische Basis gestellt werden. Aktuell arbeitet Göler im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) an einer Begleitforschung zu deren Engagement in Zusammenhang mit dem Thema „Migrationsursachen bekämpfen“.

Weitere Aspekte zum Thema Migration, Diversität und europäische Identität greifen Göler und seine Kollegen Prof. Dr. Bernhard Köppen und Stefan Bloßfeld in ihrem Beitrag „Migration nach Europa“ in der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „uni.vers“ der Universität Bamberg auf: www.uni-bamberg.de/univers-forschung/2017

Weitere Informationen zu den Forschungsprojekten der Professur für Geographische Migrations- und Transformationsforschung unter: www.uni-bamberg.de/migtrans/forschung

Weitere Informationen für Medienvertreterinnen und -vertreter:

Kontakt für inhaltliche Rückfragen:
Prof. Dr. Daniel Göler
Professor für Geographische Migrations- und Transformationsforschung
Tel.: 0951/863-2361 od. -2300 (Sekr.)
E-Mail

Medienkontakt:
Tanja Eisenach
Pressereferentin
Tel.: 0951/863-1023
E-Mail

Weitere Informationen:
- http://www.uni-bamberg.de/univers-forschung/2017 (Die aktuelle Ausgabe des Forschungsmagazins „uni.vers“ der Universität Bamberg)
- http://www.uni-bamberg.de/migtrans/forschung (Weitere Informationen zu den Forschungsprojekten der Professur für Geographische Migrations- und Transformationsforschung)

Quelle: idw

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