(openPR) Winsen (Luhe), den 07.08.2017: Für der deutschen wahre Liebe -das Auto- gibt es ein quasi fastreligiöses Thema, das teilweise fanatisch diskutiert wird, eine klassische "Stammtischparole" also: Schaltung oder nicht Schaltung - das ist hier die Frage! Noch kann dies auch durchaus lebhaft und kontrovers besprochen werden, bieten die Autobauer für den europäischen Markt doch überwiegend beide Getriebearten an.
Aber auch hierzulande geht und gilt dies nicht mehr für alle Automobile. Speziell das Luxussegment mit Modellen u.a. der Firmen Bentley, Lamborghini, Bugatti, Ferrari oder z.B. Rolls Royce bietet den Befürwortern des manuellen Schaltgetriebes keine Spielzeuge mehr. Denn das ist, was die Deutschen nach wie vor ganz deutlich bevorzugen: Das Schalten per Hand. Übrigens sind sie damit im europäischen Raum nicht allein. In fast allen Ländern des Kontinents ist die Tendenz ähnlich. In den USA oder Japan betrachtet man diese hartnäckige Vorliebe mit Kopfschütteln, liegt doch der Anteil an Automatikgetrieben bei 90%. In Deutschland im übrigen mal bei gerade um die 20%.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und gerade den Deutschen wird ja gern nachgesagt, die gedankliche Felixibilität nicht erfunden zu haben. Was ist es also, das sie diese eine hartnäckige große Liebe zur Schaltung so hochhalten lässt? Zwei Dinge vor allem: Vorurteile und das liebe Geld. Das Getriebe ist sozusagen die Schnittstelle zwischen der Antriebsachse und dem Motor. Für die überwiegende Zahl der Autofahrer bedeutet Handschaltung mehr Fahrspaß, das Gefühl, auch wirklich "selbst" zu fahren und sich nicht von der Automatik bevormunden zu lassen. Tief sitzt auch das Vorurteil, ein Automatikgetriebe wäre behäbig und langsam, was den Fahrspaß erheblich beeinträchtigen würde. Die modernen Automatikgetriebe, so viel sei gesagt, lassen dieses Fahrgefühl vergangener Zeiten jedoch längst hinter sich und schalten überwiegend schneller, komfortabler und auch oft effizienter. Dabei kommt je nach Modell eine Wandlerautomatik oder ein DKG (Doppelkupplungsgetriebe) zum Einsatz.
Zum Zweiten ist jedoch das Automatikgetriebe noch immer mit zum Teil erheblichen Mehrkosten verbunden. Viele potentielle Autokäufer liebäugeln vielleicht insgeheim mit einer Schaltautomatik, lassen aber beim Blick ins Portemonnaie doch die Finger davon. Insbesondere Interessenten von Fahrzeugen der Klein- und Mittelklasse schrecken davor zurück, da der prozentuale Mehranteil einer Automatik am Kaufpreis nicht unerheblich ist. Mit Blick auf die oben erwähnten Flitzer des Luxussegments, bei denen man die Wahl gar nicht mehr hat, kann man aber einen möglichen Wandel der Firmenphilosophien großer Autobauer auch in Deutschland feststellen.
Um noch einmal auf die Stammtischparolen zu kommen, von denen eine genau wie das sich hartnäckig haltende Einpark-Märchen lautet, Automatik sei doch nur was für Frauen: Die Männer der Nation müssen jetzt ganz stark sein! Und die Frauen vielleicht doch besser verstehen lernen? Knapp 25% aller Männer kaufen nämlich Fahrzeuge mit Automatikgetriebe, aber nur -autsch- knapp 7% der Frauen. Wie das eben so ist mit Vorurteilen....













