(openPR) Berlin, 24. Juni 2017: Während die Forschung sich in der Langen Nacht der Wissenschaften selbst feiert, machen die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V. gemeinsam mit den Ärzten gegen Tierversuche e.V. - AG Berlin in einer Silent Line vor dem Hauptgebäude der Freien Universität (Rostlaube) auf das Leid der Versuchstiere aufmerksam.
Laut der letzten offiziellen Tierversuchsstatistik 2015 wurden in ganz Deutschland 2.799.961 Tiere verbraucht. 256.228 starben davon allein in Berlin. Durchgeführt werden die Tierversuche in einer Vielzahl über die Stadt verteilten Labore. Am bekanntesten sind in diesem Zusammenhang das Max-Delbrück-Zentrum für molekulare Medizin, die Forschungseinrichtung für experimentelle Medizin der Berliner Charité und das Leibniz Institut.
Besonders fragwürdig ist die Durchführung von Tierversuchen mit dem Schweregrad „schwer“. Diese sind nach der EU-Tierversuchsrichtlinie verboten und nur bei besonderen Voraussetzungen zuzulassen. Christiane Neuhaus, 1. Vorsitzende der TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V. führt hierzu aus: „Diese Versuche bedeuten immenses Leid für die Tiere. Die Tatsache, dass diese Tests 2015 in Berlin 6508 mal genehmigt wurden, könnte eine permanente Umgehung der EU-Rechtsnorm vermuten lassen. Wir, die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V., fordern deshalb ein schnelles, generelles Verbot der Tierversuche mit dem Schweregrad „schwer“. Außerdem fordern wir, dass vorgeschriebene Kontrollen der Versuchslabore auch tatsächlich stattfinden.“
Obgleich sowohl der Bund als auch das Land Berlin immer wieder beteuern, tierversuchsfreie Forschungsmethoden fördern zu wollen, sprechen die tatsächlichen Fördersummen eine ganz andere Sprache. So subventionieren Bund und Land allein den Neubau zweier Labortrakte in Berlin Buch mit ca. 60 Millionen Euro. Für die Förderung der tierversuchsfreien Testmethoden stehen deutschlandweit nur ca. 4 Millionen Euro bereit. Von einem politischen Paradigmenwechsel kann angesichts dieser Zahlen absolut keine Rede sein.
Auch in Bezug auf Tierversuche und Tierverbrauch in der Lehre hat kaum ein Umdenken stattgefunden. Tierverbrauch im Studium ist weiterhin eher die Regel als die Ausnahme.
Mehr als symptomatisch hierfür ist auch, dass die bereits 2015 ausgeschriebene Professur für Alternativmethoden an der FU immer noch nicht besetzt ist.




