(openPR) Am 05. und 06.08.06 sollen auf der „Clearwater Ranch“ in Willingshausen-Gungelshausen mehrere Rodeoshows stattfinden. Bereits im Vorfeld haben verschiedene Einzelpersonen sowie Tierrechtsorganisationen bei Landrat Frank-Martin Neupärtl, dem Veterinäramt und dem Hessischen Umweltministerium gegen die tierschutzwidrige Veranstaltung protestiert. Sollten die Rodeoshows stattfinden, werden Tierrechtlerinnen und Tierrechtler aus dem Rhein-Main-Gebiet am Sonntag, dem 06.08., vor Ort dagegen protestieren. Die hessische Miss Anti-Rodeo wird ebenfalls vor Ort sein. Dem dort auftretenden Rodeounternehmen sollte bereits Anfang April die Genehmigung zur kommerziellen Durchführung von Rodeos wegen Verstoßes gegen Auflagen entzogen werden – wegen Widerspruchs ist das Verbot allerdings noch nicht rechtskräftig.
Zudem gibt es eine neue Rechtslage: Die Tierschutzreferent(inn)en der Länder haben Anfang Juni 2006 beschlossen, bundesweit einheitlich „Bullenreiten“, „Wild Horse Race“ sowie die Zwangsmittel Flankengurt und Sporen zu verbieten. Der Veranstalter kündigt jedoch sein „Cowboy up 2006“ mit den Disziplinen „Bull Riding“, „Wild Horse Race“, „Calfroping“ und anderen tierquälerischen „Spielen“ an. »Rodeo widerspricht dem Tierschutzverständnis in unserer heutigen Gesellschaft«, so Mechthild Mench, Pressesprecherin der INITIATIVE ANTI-CORRIDA. »Es ist weder Sport, noch hat es Tradition in Deutschland. Die Vorstellung sollte untersagt werden.«
Rodeo kann aufgrund seiner Wesensart nicht tiergerecht durchgeführt werden und funktioniert nur mit Gewaltanwendung. Die Rodeolobby behauptet, der Flankengurt liege locker um den Körper des Tieres. Videoaufnahmen zeigen allerdings, dass der Gurt bis kurz vor dem Start locker anliegt, dass jedoch eine Person mit Schutzhandschuhen, die in Höhe des Hinterteils des Pferdes steht, das Ende des Flankengurtes festhält. Das Tier zieht den Gurt beim Verlassen der Startbox praktisch selbst automatisch an. Manchmal wird auch bereits vorher fest angezogen, weshalb die Tiere dann innerhalb der Box bocken, das Gleichgewicht verlieren, hart auf die Metallwand aufprallen und stürzen.
»Insbesondere für Kinder ist Rodeo ein ganz schlechtes Beispiel für den Umgang mit Tieren«, warnt Viola Kaesmacher von der TierrechtsInitiative Rhein-Main. »Derjenige, der brutal mit Tieren umgeht, wird mit Punkten oder Preisgeld belohnt.« Es handelt sich hierbei auch keineswegs um „wilde Tiere“, die gezähmt werden müssen, sondern um leidensfähige Individuen, die – ähnlich wie in einem Wanderzirkus – schon viele Jahre mit dem Unternehmen umherreisen. Die Tierrechtlerinnen und Tierrechtler prangern das häufige Verladen, die unbekannte und äußerst laute Umgebung an. Für die Tiere bedeutet das Einsperrtsein in engen Startboxen, das wiederholte Einhacken mit Sporen auf den Nackenbereich sowie die häufigen Stürze Leiden, Stress und Schmerzen.
Leider sehen viele Medien im Rodeo lediglich den Spaß-Faktor und bewerben das brutale Spektakel unreflektiert. Als positives Beispiel ist jedoch das ZDF zu erwähnen, das die geplante Rodeoshow im ZDF-Fernsehgarten aufgrund ethischer und rechtlicher Bedenken Mitte Juni wieder auslud.
Weitere Informationen:
Gutachten der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. über Rodeo in Deutschland: http://www.tierschutz-tvt.de/rodeo.pdf
Umfangreiches Foto- und Videomaterial sowie weiterführende Informationen erhalten Sie bei Mechthild Mench, Tel. z. Zt. +44 1704 535 922, mobil +44 771 889 44 27 oder über den AB des Münchener Büros: 089 / 546 90 50
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Viola Kaesmacher, Telefon 0173 / 41 48 256













