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Magersucht, Stalking, Depressionen: Ratschläge in Internet-Foren mit Vorsicht genießen

25.07.2006 • 09:58 Uhr • IT, New Media & Software
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(openPR) Berlin / Köln / Lindlar - Neben der Informationsbeschaffung steht vor allem die Interaktion im Mittelpunkt der Internet-Aktivitäten der Deutschen. Vom Mailen, Chatten und Bloggen bis hin zum Erfahrungsaustausch in so genannten Diskussionsforen reicht die Palette der Anwendungsmöglichkeiten im weltweiten Datennetz. Mit dem Web 2.0 wird diese Interaktion künftig noch weiter forciert.



Internet-Nutzer sollten ihren vermeintlichen Online-Gesprächspartnern allerdings mit einem gesunden Maß an Misstrauen begegnen. Vor allem Surfer, die auf das weltweite Datennetz zur Lösung privater Probleme zurückgreifen, geraten allzu schnell in die falschen Hände. Davor warnt die von der deutschen Internet-Wirtschaft gegründete Sicherheitsinitiative „no abuse in internet“ (naiin) unter Verweis auf die hohe Zahl an vermeintlichen „Expertenforen“.

Derartige Foren gibt es zu diversen Themen: Ob rechtliche Fragen, Magersucht, Selbstmordgedanken, Stalking oder gesundheitliche Probleme, diskutiert wird fast alles und in der Regel finden sich gleich zahllose Ansprechpartner, die ganz erpicht darauf sind, Hilfesuchenden Ratschläge zu erteilen. „Was viele Internet-Nutzer aber nicht beachten, ist, dass die Personen, die in derartigen Online-Foren Rat erteilen, in der Regel keine Fachexperten sind“, gibt naiin-Geschäftsführer Dennis Grabowski zu bedenken.

Gerade vorgebliche Opferschutzforen oder Diskussionsplattformen für Suizidgefährdete oder Magersüchtige seien brandgefährlich. „Wir sind auf Diskussionsforen zum Thema „Stalking“ gestoßen, in denen Hilfe suchende Menschen regelrecht in eine Opferrolle hineingedrängt wurden. Auch die rechtlichen Ratschläge zum Thema waren mehr als dürftig“, schildert Grabowski aus seinem Arbeitsalltag. Es sei nicht auszuschließen, dass sich zum Teil sogar Stalker beratend in derartigen Foren engagieren. „Auf anderen Diskussionsplattformen wird zum Teil erheblicher Druck auf Suizidgefährdete und Magersüchtige ausgeübt“, warnt der naiin-Chef.

Als lebensgefährlich könnte sich hingegen schon der Besuch eines Forums zur Behandlung von Krankheiten herausstellen. „Wir sind in solchen Foren mehrfach auf Vorschläge zur Einnahme und Kombination von Medikamenten gestoßen. Nutzer, die derartige Ratschläge ohne vorherige Konsultation eines Arztes befolgen, spielen mit ihrem Leben“, erläutert naiin-Präsident Arthur Wetzel. „In vielen Fällen wurden auch Medikamente vorgeschlagen, die für den deutschen Markt – zum Teil aus gutem Grund – gar nicht zugelassen sind.“

naiin rät allen Internet-Nutzern sich mit ihren Problemen grundsätzlich offline an fachlich qualifiziertes Personal zu wenden. „Es kann natürlich hilfreich sein, sich vorab auf Informationsseiten im Web zu informieren und nach persönlichen Ansprechpartnern zu recherchieren“, macht Wetzel auf die positiven Seiten des weltweiten Datennetzes aufmerksam. „Die Beratung an sich sollte allerdings ausschließlich in einem persönlichen Gespräch außerhalb des Internets stattfinden.“

naiin - no abuse in internet e.V.
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D-10117 Berlin

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Tel.: 030 / 46 999 37 58
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E-Mail: E-Mail
Internet: www.naiin.org

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