(openPR) Mainz, 02.04.2009. Essstörungen zählen zu den häufigsten chronischen Krankheiten bei Jugendlichen, von denen immer mehr und immer jüngere betroffen sind. Verschärft wird das Problem durch das Internet: Auf Websites, in Foren, sozialen Netzwerken und auf Videoplattformen werden Magersucht und Bulimie verherrlicht und Betroffene in ihrem lebensgefährlichen Essverhalten bestärkt. jugendschutz.net hat deshalb das
Faltblatt „Wer ist Ana? Verherrlichung von Essstörungen im Internet“ entwickelt, das Eltern und pädagogische Fachkräfte auf das Problem aufmerksam macht. Es bietet darüber hinaus Rat und Hilfe: Eltern erfahren wie sie Essstörungen und gefährliche Angebote erkennen können. Für Betroffene sind seriöse Beratungsstellen im Internet aufgelistet.
Pro-Anorexie-Angebote, die in der Szene verniedlichend als „Pro-Ana“ (= Anorexia nervosa für Magersucht) und „Pro-Mia“ (= Bulimia nervosa für Ess-Brech-Sucht) bezeichnet werden, verherrlichen die Krankheit und leugnen ihre Folgen. Sie präsentieren beispielsweise Ana´s Brief, in dem die Magersucht als einzig wahre Freundin personifiziert wird, oder so genannte Thinspirations-Videos von abgemagerten Frauen, die als Idealbilder dienen. „Die Jugendlichen geben sich Tipps, wie sie die Essstörung möglichst lange verheimlichen und sich noch weiter ins Untergewicht hungern können oder welches Essen sich am leichtesten erbrechen lässt“, berichtet Katja Rauchfuß, zuständige Mitarbeiterin bei jugendschutz.net.
Das Faltblatt basiert auf kontinuierlichen Beobachtungen durch jugendschutz.net. Die Zentralstelle der Länder für den Jugendschutz im Internet hat in den vergangenen Jahren 650 Pro-Ana-Angebote überprüft. Etwa 80 Prozent verstießen gegen den Jugendschutz, weil dort Essstörungen verherrlicht wurden. In drei Viertel der Fälle gelang es jugendschutz.net, das Angebot schließen zu lassen. Die Kommission für Jugendmedienschutz als Internet-Aufsicht hat erste Verfahren gegen Betreiber solcher Seiten eingeleitet. Auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat die ersten Pro-Ana-Websites indiziert, weil sie zu "bleibenden Gesundheitsschäden oder zum Tod" führen können.
Das Internet ist ein vielfältiges Medium, das sich sehr schnell ändert. Eine vollständige Überwachung ist deshalb schwierig. Das gilt vor allem für das Web 2.0. Hier finden sich zunehmend mehr Beiträge, die Essstörungen verherrlichen. Eltern können jugendschutz.net bei der Kontrolle unterstützen und bedenkliche Angebote bei der Hotline melden: http://jugendschutz.net/hotline/.
Das Faltblatt „Wer ist Ana? Verherrlichung von Essstörungen im Internet“ kann auf der Website von jugendschutz.net heruntergeladen werden: http://jugendschutz.net/pro-ana. Die Printversion ist bei folgenden Einrichtungen bestellbar: beim Bundesfamilienministerium, den Familienministerien von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, dem Jugendinformationszentrum Hamburg sowie der Initiative klicksafe.de.











