(openPR) Nach "Amour fou" und "Mordlust" stellt der Storia Verlag mit "ReiseLust" nun das dritte Buch aus der Reihe "Erotic Short Stories" vor.
Darin erzählen vierunddreißig Autor/innen aus Deutschland und Österreich von erotischem Nah- und Fernweh. In Kenia, Irland oder am Schwarzen Meer, in Rom, Venedig, Paris, Bardolino oder dem Bayrischen Wald, manchmal auch nur in einer S-Bahn, einem Zugabteil oder einem nasskalten Zelt stellen sie sich ihren Sehnsüchten nach Liebe und Erotik. Immer sind es auch Kopfreisen. Berg- und Talfahrten über Körper und in Gefülsuntiefen. Reisen in erotische Fantasiewelten
Das Buch (Klappentext)
Im Süden oder im Osten. Im Norden oder im Westen. Am Ostseestrand oder an der atlantischen Küste. In der Wüste oder auf einer einsamen Insel. In fremden Städten und Straßen. In nächtlichen Bars und Clubs. Bloß auf Balkonien. Oder doch auf der anderen Seite der Welt. Reisen in erotische Fantasiewelten. Geschichten von unverhofften und schicksalhaften, tragischen und komischen erotischen Reiseerlebnissen.
Die AutorIinnen
Hardith Abraham, Eve Avatar, Dirk Becker (Seelentänze, Lyrik), Emma Bauer, Sven-André Dreyer, Irmtraud Eckel, Birgit Erwin (Lichtscheu, Roman), Fritz Fassbinder, Manuela Fuelle, Soraya Gold, Andreas Golle, Johannes Hacker, Sarah Ines, Anne Keberg, Josef Koba, Birgit Krenn, Astrid Krömer (Was sagt der Tiger?, Ratgeber), Anja Labussek, Thomas Laessing, Renate Laufs, Barbara A. Lehner (Jakob und der gewisse Herr Stinki, Kinderbuch), Eberhard Leucht, Erich Meier (Haut Liebe, Lyrik), Martina Moritz, Daniel Mylow (Im Garten des Zauberers, Erzählungen), Katerina Nemec (Tagträume, Lyrik), Christian Savoy (Der eiserne Thron, Roman), Kerstin Schmitz, Gregor Schürer (Es schneit nicht im August, Erzählungen), Katrin Somers, Jochen Stüsser-Simpson (Lesergespräche, Sachbuch), Susan Szabo, Olaf Trint, Achim Wagner (Kubanische Tage, Roman).
Leseprobe
aus "Einladung" von Katerina Nemec
Der Regen nahm den Staub mit, rann die Fensterläden hinunter. Die standen offen, heute, das erste Mal, in diesen drei heißen Tagen. Sie fragte sich, warum sie gegangen war. So schnell, so überstürzt. Als hinge ihr Leben davon ab. Ihre gemeinsame Zukunft. Er wusste nicht einmal, wo sie war. Das durfte er nicht. Das würde ihr alles verderben.
Sie war dahin geschmolzen, die vergangenen Tage. Der Regen nun, würde Frische und Klarheit bringen. Sie wollte nicht hinausgehen. Aber allein sein wollte sie auch nicht. Es sollte etwas passieren. Etwas Verwegenes. Jetzt. Ihre Brüste schmiegten sich an das weiße Hemd. Keck und erwartungsvoll. Als wollten sie hinausspringen.
Der feuchte gelbe Staub der Straße kroch dampfend über das Kopfsteinpflaster. Die Welt sah ocker aus.
Eine melancholische Schönheit lag in dem Tag, in dem heißen Regen, der dahin plätscherte wie ihre Gedanken. War es Reue? Der Regen schwemmte Gedanken an – spülte sie sogleich wieder fort.
Reingewaschen.
Die Lust blieb. Die Lust sich in der Hitze zu verlieren, im rhythmischen Tröpfeln des Regens. Ohne Gedanken. Aber niemand schien sie zu bemerken, niemand sah hinauf in den Regen, hinauf zu ihrem Fenster, an dem sie lehnte, die Brüste voller Erwartung im dünnen weißen Hemd.
Schon wollte sie die Vorhänge zuziehen. Schon streckten sich ihre Arme nach der Stange, an der das Tuch hing. Ihre Augen klebten noch auf der lehmfarbenen Straße, waren durchleuchtet von all den kleinen Regentropfen, die in der Hitze flirrten. So wurde sie gesehen. Er blickte hinauf zu ihr, durch den Regen. Jetzt sah sie ihn auch. Er stand da, beiläufig, kaute an etwas herum, an einem Zahnstocher vielleicht. Mit seinem dunklen lodernden Blick hatte er sie ganz umfasst, ihr Gesicht, ihre Augen, ihr Haar, das Hemd, ihre Brüste, ihre Arme, die gerade die Vorhangstange erreicht hatten, um das Tuch herunterzufalten. Und er, der sie mitnahm mit seinem Blick, mit nur einem Blick. Sie stand da, und wusste nicht mehr, warum ihre Hände die Vorhangstange festhielten, und noch weniger konnte sie sie einfach herunternehmen. Und er zog wie beiläufig eine Karte aus seiner Tasche, eine Visitenkarte, studierte sie, blickte dann zum Haus als suche er eine Hausnummer. Blickte die Straße entlang. Dann, als wüsste er seinen Weg wieder, schob er die Karte zurück in die Tasche. Blickte noch einmal zu ihr hoch und machte sich auf den Weg, lächelnd. Und die Karte, die er in seine Hosentasche schieben wollte, war zu Boden gefallen. Brannte dort auf der staubigen nassen Straße. Im Wasserbad unter immer neuen Regentropfen. Sie stand am Fenster, bewegungslos. Die Karte brannte in ihren Augen. Die Karte, die sein Geheimnis kannte. Die wusste, an welchem Ort er nun sein würde. Ihr Atem übersprang den Rhythmus der Tropfen. Ihre Hände ließen die Stange los, umklammerten das Fensterbrett, wollten nach der Karte tasten. Sie wagte nicht, hinunterzulaufen auf die Straße. Sie kam sich nackt vor, ausgezogen. Es war ihr als hätte er an ihrer Brust gesaugt. Die fühlte sich schwer an.
Sie wankte ins Zimmer, ließ sich aufs Bett fallen. Sein Blick, der mit ihr ruhte. In ihr. Auf ihrer Haut, die knisterte. Sie genoss die Kühle, die die Luft auf ihre feuchten Beine blies.
(...)
Mehr Info über das Buch und die Autorinnen sowie weitere Leseproben gibt es auf der Verlagswebseite unter der Adresse: reiselust.storia-verlag.de.











