(openPR) Nach "ReiseLust", "Mordlust" und "Amour fou" stellt der Storia Verlag mit "BarLust" nun das vierte Buch aus der Reihe "Erotic Short Stories" vor.
Darin erzählen dreißig Autor/innen aus Deutschland, Österreich und Frankreich Geschichten von nächtlichen Abenteuern, in denen eine Frau und ein Mann in einer Bar der Sehnsucht seltsames Spiel spielen.
Obendrein verführen ausgewählte aphrodisische Cocktails von zwei Münchner Barspezialisten zum Genießen.
Das Buch (Klappentext)
Nicht erst seit Hemingway sind eine Frau und ein Mann und ein Drink in einer Bar eine Geschichte. Ob im eleganten Nachtclub, im stylischen In-Laden, in der dunkel getäfelten American Bar, dem Jazzclub mit Patina, der exzentrischen Künstlerkneipe, dem verruchten Rotlichtschuppen oder der schmuddeligen Spelunke. Die Sehnsucht treibt überall ihr seltsames Spiel: Beim Cocktail, Bier, Wein oder Whisky begeben sich Männer und Frauen auf die Jagd, sie suchen und finden und verlieren sich wieder auf ihren Reisen durch die Nacht. Mit ausgewählten erotischen Cocktailrezepten.
Die AutorIinnen
Dreißig barlüsterne Autor/innen aus Deutschland, Österreich und Frankreich erzählen von ihren Reisen durch die Nacht: Heinrich Beindorf, Max Cynowski, Holger Dauer, Sven-André Dreyer ("Sechzehn seltsame Stunden", Prosa & Lyrik), Jennifer Lynn Erdelmeier, Birgit Erwin ("Lichtscheu", "Neun Leben", Romane), Fritz Fassbinder, Willi van Hengel ("Lucile", Roman), Steffen Iben, Anne Keberg, Josef Koba ("Lexikon der Kriminalliteratur" als Klaus-Peter Walter), Astrid Krömer ("Was sagt der Tiger? Kinder und Jugendliche lernen Kreatives Schreiben"), Anja Kuhn, Michael Kuss ("Französische Liebschaften" Erzählungen; "Lust auf Frankreich" Ratgeber), Anja Labussek, Thomas Laessing, Eberhard Leucht, Anna Loyelle ("Ich will dich/Tödlicher Aprilscherz" Jugendromane als Andrea Resch), Martina Moritz, Manfred Pricha, Heike Schrader, Johanna Sibera ("Staub in den Haaren" Roman), Patricia Sin ("Schmetterlinge am Venushügel", Erotische Erzählungen), Harald Stangor ("Wolf", "Dromedar", Theaterstücke), Andreas Sticklies ("Volles Rohr gedichtet", Lyrik als Reiner Flachs), Yves Gorat Stommel, Jochen Stüsser-Simpson ("Lesergespräche", Sachbuch), Susan Szabo ("Amor zählt bis drei", Roman), Olaf Trint, Britta Uschkamp. Die Cocktailautoren Mauro Mahjoub (Negroni Bar München) und Frank H. Hartmann (Café Wiener Platz München) mixen dazu Klassiker und Eigenkreationen für den erotischen Cocktailabend.
Leseprobe
"Bellinda auf dem Stammtisch" von Thomas Laessing:
Ich fiedelte Bellinda auf dem großen, runden Stammtisch, nachdem sie die Tür zugesperrt hatte. Die letzten Betrunkenen hatten wir mehr oder weniger gewaltsam – es war eh schon eine Stunde nach Betriebsende gewesen – in die Nacht gesetzt.
Da lag sie vor mir, endlich, nach so langer Zeit, die ausgestreckten Arme ließen ihre rasierten Achselhöhlen im schummrigen Kneipenlicht aufreizend locken. Auf dem Boden: ihr roter Seidenstring, die Jeans, das weiße Top, ihre Pumps. Ich knetete ihre Medizinbälle, während mein knochenfester Nachtportier – langsam, immer wieder vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück – in ihrem warmen Stundenhotel den einigenden Rhythmus fand. Wir schauten uns an, blickverschmolzen, und lächelten, wie wir schon früher immer gelächelt hatten, wenn wir, im Recht unserer Freiheit, regelmäßig unsere jeweiligen Partner betrogen hatten. Zwischen Bellinda und mir herrschte, noch immer, seit zwei Jahrzehnten, eine jener magischen Anziehungskräfte, die jenseits der Worte den Verstand narkotisieren, die Körper in grundlose Raserei versetzen, alles stehen und liegen lassen heißen, jede einzelne Zelle lodernd schreien machen: Sex! Sex! Sex!
Die Beine baumelnd den Tisch herab, schloss Bellinda die Augen und begann ihr Adlerflügelspiel mit den Armen, während ihr Keuchen sich hitzig steigerte. Die Gläser der Stammkundschaft, wegen dringlichster Bedürftigkeit nicht abgeräumt, fielen zu Boden und zerbrachen mit lautem Klirren, Flaschen leerten die Neigen über die Holzbohlen, Bier, Wein, Sprudel, Schnaps, nichts war sicher vor Bellindas Lustschwingen. Dann umklammerte sie mich mit ihren Schenkeln, fest, richtete sich auf, krallte sich mit ihren ungeschliffenen Klauen in mein Brustfleisch, und schrie ihre unbändige Urlust in die Nacht. Aus den Lautsprechern in der Decke: Rock aus den Achtzigern, Gitarrenriffs, Drummer-Soli, Orgeln aus der Gruft.
Morgen würde ich wieder Salbe brauchen für die Wunden am Leib, aber was interessierte mich das jetzt, hier, an diesem Tisch, stehend, pulsend, schwitzend, eine Hyäne an mir, um mich, in mir ...
Sie explodierte in alter Übung vor mir, fand nachhallenden Halt an meinen Ohren, biss mir ins Fleisch, einmal, zweimal, noch mal, noch mal, und wie auf Kommando dann auch ich, erinnernd ihre Bisse, das Signal, schoss die saftige Kartätsche in ihre Tiefen und weiter noch, sie lachte, ich lachte, wir keuchten, krallten, verharrten, kurz nur, dann sie wieder rückwärts auf den Tisch, entspannt.
Ich setze mich nach meinem Rückzug, jetzt im Präsens, auf einen Stuhl neben die Liegende und streichele ihr Haar, dann das Gesicht, die Brüste, die Schenkel. Sie schläft ein in der Wolke ihrer Entspannung, bewusstseinslos, wie es mir gefällt, so bin ich ganz mit ihr allein, so genieße ich sie richtig, wie sie da liegt, das ist der Sinn des Lebens, ausgepumpt, nichts weiter verlangend, es könnte ihr kalt werden, denke ich, stehe auf und suche nach einer Decke, finde eine in der Küche, schmiege sie um Bellinda, setze mich wieder, betrachte ihr Gesicht, das vertraute Gesicht, der Trigger meiner schärfsten Erinnerungsbilder, was macht sie hier in so einem Schuppen, warum haben wir damals nicht, ich stehe auf, gehe Runden um den Tisch, ich muss gehen, ich komme erneut ins Grübeln, das alte Spiel, ich weiß, warum was wie nicht war, spüre wieder das gewohnte Fortgestoßenwerden von der Endgültigkeit, kann sie nicht so liegenlassen, immer schlafen sie so zufrieden danach und ich hamstere im Rad, immer wieder dieses Rad, ich muss weg hier, ich versuche, sie zu wecken mit Küssen, das nützt ihr nichts so weich, ich sage, Bellinda, ich muss, sie lächelt über die Decke, die Augen geschlossen, streckt ihre Arme nach mir aus, das kann ich nicht haben, das stranguliert mich ohne Berührung, Bellinda, ich sage, Bellinda, ich werde lauter, Bellinda, ich spüre, wie es wieder in mir aufsteigt, ihre Arme ausgestreckt, ich muss, ich gehe, diese Arme, die Decke rutscht, Bellinda, ich muss, Bellinda, Bellinda!
Ich kann nicht hier bleiben und ich kann nicht gehen. Ein letzter Versuch. Was soll ich machen. Ich zwicke ihre Ohren, sie lacht, sie wacht auf, ich sage, Bellinda, ich muss, sie lacht, ich sage, ich gehe jetzt, sperr zu hinter mir, hörst du!, sperr um Himmels Willen hinter mir zu. Sie nickt. Geh nur, sagt sie, die Augen geschlossen, ich stehe auf, sobald du raus bist.
Ich schließe die Tür auf und tauche ins Dunkel. Die Nacht schluckt mich.
Cocktailprobe
"Desire" von Mauro Mahjoub
3 cl Rum
1 cl Sahne
2 cl Baileys
2 cl Chambord
2 cl Creme de Cacao
Muskatnuss
Zutaten im Shaker auf Eiswürfeln kräftig schütteln, in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen, Muskatnuss in einem aufregenden Muster darüber streuen.
Kakao ist dank seiner Wirkstoffe Theobromin und Phenylethylamin ein Glücklichmacher und die Muskatnuss macht mit ihren halluzinogenen Wirkstoffen Safrol und Myristicin mehr aus Fantasien.
Mehr Info über das Buch und die Autor/innen sowie weitere Leseproben gibt es auf der Verlagswebseite unter der Adresse: http://www.barlust.storia-verlag.de.











