(openPR) Die nahende warme Jahreszeit wird sie jetzt wieder auf die Straße locken, die Radfahrer. Öffentliche Verkehrsmittel sind teuer, das eigene Auto – auch wenn es nicht modisch überdimensioniert ist – kommt noch teurer, und vor allem in Großstädten sind Parkplätze sehr knapp. Man gibt deshalb einen Parkplatz, den man mühevoll ergattert hat, nur ungern auf und fährt genauso ungern dorthin, wo man kaum Aussicht auf einen Platz für seine rollende Blechkiste hat.
Außerdem ist der Großstadtverkehr heute so dicht, daß Radfahren gegenüber dem Autofahren oft viel Zeit spart. Das gilt besonders in Städten, die durch Verengung vieler Straßen Radfahrwege einrichten und so die Autoschlangen verlängern und die Radfahrzeiten verkürzen.
Die Zeitersparnis durch Radfahren ist leider in allzu vielen Fällen auch darauf zurückzuführen, daß viele Radfahrer sich ihre eigenen Verkehrsregeln machen und sich rücksichtslos und töricht in den Straßenverkehr werfen. Bei vielen dürfte schlichte Unkenntnis der Verkehrsregeln die Ursache ihres tumben und andere wie sich selbst gefährdenden Verhaltens sein. Nicht wenige sind aber einfach skrupellos und abgrundtief dumm. So „sparen“ sie sogar Dunkelheit am Licht und „tarnen“ sich dazu noch mit dunkler Kleidung. Sie glauben offensichtlich, daß Autorfahrer katzengleiche Augen haben. Wenn es kracht, sind zwar die unschuldigen Autofahrer rechtlich auch immer die Dummen. Doch sollte die Aussicht des Radfahrers, sein restliches Leben im Rollstuhl verbringen zu müssen, ein gutes Gegenmittel gegen Sorglosigkeit und Rücksichtslosigkeit sein.
„Radfahrer sind Fußgänger mit stark verringerter Bodenhaftung“, definiert Prof. Querulix. Das gilt nicht nur physikalisch, sondern offensichtlich auch mental.
Auch für die Radfahrer gilt die Straßenverkehrsordnung. In Paragraph §1 sind die Grundregeln aufgeführt, nämlich (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht, (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
Daß offensichtlich viele Radfahrer(innen) diese Regeln nicht kennen oder nicht ernst nehmen, ist auch die Schuld so mancher Politiker und Bürokraten, die offensichtlich nicht in komplexen Zusammenhängen denken können. Sie haben sich nämlich Sonderregeln für Radfahrer ausgedacht, die verwirren und gefährliche Konflikte erzeugen. So wissen Radfahrer oft gar nicht, wo sie nun fahren dürfen: nur auf der Straße, zwingend auf den gekennzeichneten Radwegen, auch auf Fußwegen, auf Fußwegen und Straßen nach Belieben, oder vielleicht, wo sie wollen? Einbahnstraßen – und seien die auch noch so eng und mit parkenden Fahrzeugen vollgestopft – gelten für Radfahrer nicht. Zu Recht schlängeln sie sich durch und gucken dumm, wenn entgegen kommende korrekt fahrende Autos sie zum anhalten und Absteigen zwingen. Gut, daß es nur selten dabei kracht.
Fußgänger, vor allem ältere Menschen und Kinder, sind persönlich viel stärker durch Radfahrer gefährdet als Autofahrer, nicht selten an Leib und Leben. Denn Radfahrer rasen oft, weil sie entweder kein Gefühl für die Geschwindigkeit im Verhältnis zu Fußgängern haben oder ihnen die Sicherheit der Fußgänger gleichgültig ist. Immer wieder trifft man sie auf Fußwegen, wo sie Spaziergänger aus allen Richtungen, nicht selten rücksichtslos und unter grober Verletzung von Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung umbrausen. Für ältere Menschen und Kinder ist das nicht nur lästig, sondern gefährlich.
„Vorbilder sind natürliche Blaupausen für menschliches Verhalten.“ (Prof. Querulix) Viele erwachsene Radfahrer sind miserable Vorbilder für Kinder und Jugendliche. Wie sollen die jungen Menschen lernen, sich rücksichtsvoll und vorsichtig im Straßenverkehr zu benehmen, wenn ihnen Erwachsene Rambo-Manieren vormachen? Vielen Radfahrern ist offensichtlich gar nicht klar, daß auch für sie die Straßenverkehrsordnung gilt. Da die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, minimal ist, kommt es allzu oft vor, daß sie sich – sogar unter Einsatz ihres eigenen Lebens – vermeintliche Rechte herausnehmen, die sie gar nicht haben, und dabei ihre Mitmenschen gefährden.
Weil Autofahrer wissen, daß Fehlverhalten von Radfahrern im Falle eines Unfalles immer auch auf ihre Kosten geht, fördern sie durch duldend defensives Verhalten das rücksichtslos unrechtmäßige Verhalten von Radfahrern. Die lernen dann zum Beispiel fälschlicherweise, daß sie an Fußgängerüberwegen „Vorfahrt“ haben, weil Autofahrer ihnen oft vorsichtshalber dieses vermeintliche Recht gewähren. Wirklich Vorrecht haben Radfahrer in diesem Fall aber nur, wenn sie vom Rad steigen und die Straße als Fußgänger überqueren.
Schuld an dem Problem sind die Politiker und Bürokraten, die handeln, ohne vorher gründlich genug nachzudenken, oder die von kurzsichtigen eigenen Interessen geleitet handeln, ohne die Folgen zu bedenken. Als Gesetzgeber stellen sie dann mangelhaft durchdachte und oft unsinnige Regeln auf. Sinnvolle Regeln, wie zum Beispiel die Pflicht zum Tragen von reflektierenden Helmen und Warnwesten, einen Fahrradführerschein, eine obligatorische Haftpflichtversicherung für Radfahrer, oder ein obligatorisches Kennzeichen für Fahrräder unterlassen sie dagegen. Solange sie die komplexen Zusammenhänge und Wechselbeziehungen des Verhaltens von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern offensichtlich gedanklich nicht genügend durchdringen, werden weiterhin chaotische Verkehrsverhältnisse die Folge sein, die letztlich alle Beteiligten belästigen und gefährden.
Was der Alltagsphilosoph Prof. Querulix sonst noch an Beobachtungen und Kommentaren aus dem Tollhaus der Menschenwelt zusammengetragen hat, erfahren Sie in seinen zahlreichen Publikationen, die beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital erschienen sind. Zum Beispiel in Prosa in den Sammelbänden „Tacheles“. Der Anfang des Jahres erschienene 7. Band der Reihe trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Oder in Form von Aphorismen, Reimen und Gedichten. Alles gibts als eBook oder auf CD beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital sowie im gut sortierten Buchhandel.
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