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Politischer Aschermittwoch in Zeiten von Hate-Speech

21.02.201708:59 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Beim politische Aschermittwoch der Parteien kommt es regelmäßig zum deftigen rhetorischen Schlagabtausch. Angesichts von Hass-Kommentaren im Internet und persönlichen Herabwürdigungen in öffentlichen Diskussionen stellt sich die Frage, ob solche Veranstaltungen die Verrohung der Diskussionskultur nicht zusätzlich befeuern. Jacqueline Schäfer, Präsidentin des Verbandes der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) widerspricht.



Berlin/Königswinter, 21. Februar 2017.
Der Ton in öffentlichen Diskussionen ist schärfer geworden. Oft wird nicht argumentiert, sondern diffamiert. Verstärken die deftigen Reden zum politischen Aschermittwoch diese Tendenz?

Jacqueline Schäfer: Ich meine, nein. Gute Aschermittwochsreden spitzen zu, aber sie verunglimpfen nicht. Sie unterhalten und kommen der Erwartungshaltung des Publikums entgegen, den politischen Gegner mit deftig-satirischer Rhetorik zu „grillen“. Das ist sicher nichts für Anhänger eines sachorientierten und differenzierten Argumentationsaustausches. Aber man darf hier auch nicht die Moralkeule schwingen.
Der politische Aschermittwoch hat sich in Bayern aus einem Viehmarkt heraus entwickelt. Politiker nutzten diesen Markt, um zu den angereisten Bauern und Viehändlern zu sprechen. Um sich Gehör zu verschaffen, musste man schon etwas bieten und dem Volk aufs Maul schauen, deren Sprache sprechen, ihnen aber nicht nach dem Munde reden. Das ist bis heute geblieben. Es wäre fatal, wenn man mit dieser Tradition bräche und die Politiker sich einer Selbstzensur unterzögen. Dann wäre der politische Aschermittwoch tot.

Wo sehen Sie Grenzen?

Jacqueline Schäfer: Grenzen sind da, wo Menschenrechte verletzt und Menschen persönlich diskreditiert werden. Wo Volksverhetzung betrieben und zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen aufgefordert wird. Anders ausgedrückt: Verspotten ja, verhetzen nein.

Ein schmaler Grat. Was muss ein Redner können, um nicht abzurutschen?

Jacqueline Schäfer: Er oder sie muss einerseits die Fähigkeit haben, einen Saal zum Kochen zu bringen und Spaß daran haben. Filigranredner sind an diesem Tag nicht gefragt. Man muss „Bierzelt“ können. Andererseits gilt es, trotz aller Freude an deftiger Zuspitzung nicht über das Ziel hinauszuschießen. Man muss einer Salve von Spitzen auch mal etwas Versöhnliches hinterherschieben. Das ist hohe Kunst. Hilfreich sind professionelle Redenschreiber, die mit ihrer Erfahrung genau diesen schmalen Grat treffen: Deftig zu formulieren, ohne den politischen Gegner zu verunglimpfen.

Sie haben selbst politische Aschermittwochsreden geschrieben. Was reizt sie daran?

Jacqueline Schäfer: Es ist eine spannende Aufgabe. Man muss man das rhetorische Florett schon mal durch den Säbel ersetzen. Und man muss mehr denn je die Rednerpersönlichkeit im Blick haben. Es macht Spaß, mir beim Schreiben vorzustellen, bei welcher Pointe der Saal tobt.

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