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Weiterbildung 4.0 - Strategiewechsel an Hochschulen zeichnet sich ab

11.10.201618:21 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) DGWF-Landesgruppe Rheinland-Pfalz und Saarland diskutiert mit Vertreterinnen und Vertretern aus Hochschulen und Politik am Deutschen Weiterbildungstag an der JGU Mainz

Anlässlich des Deutschen Weiterbildungstags diskutierten am 29. September 2016 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Hochschulen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zum Thema „Weiterbildung 4.0 – Zukunftspotenzial für die Hochschulen!?“. Mehr als 60 Teilnehmende aus Ministerien, Hochschulen, Kammern, Verbänden und Unternehmen waren der Einladung gefolgt. Die Veranstaltung wurde initiiert von der Landesgruppe Rheinland-Pfalz und Saarland der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. (DGWF), deren Vorsitzende Dr. Margot Klinkner die Moderation übernommen hatte.



In seinem Grußwort betonte der rheinland-pfälzische Staatsminister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Professor Dr. Konrad Wolf, die Chancen der zunehmenden Digitalisierung für die Hochschulen. Insbesondere die Weiterbildung könne davon profitieren, dass die Digitalisierung neue Zugangswege zu Bildung eröffne und flexiblere Studienformate ermögliche, was gerade für die Zielgruppe der Berufstätigen besonders bedeutsam sei. Diese seien auf flexible Angebote angewiesen, um Beruf, Studium und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Wolf kündigte einen Dialogprozess der Landesregierung an, in dem unter der Überschrift „Rheinland-Pfalz Digital: Wir vernetzen Land und Leute“ mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie Experten eine umfassende Digitalstrategie entwickelt werden soll.

Der Präsident der JGU, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, hatte in seinem Grußwort die Änderungen, welche die akademische Weiterbildung durch den Bologna-Prozess erfahren hat, im Blick: So träfen heute im Masterstudium Hochschulabsolvierende und Menschen mit beruflicher Vorerfahrung aufeinander – die vormaligen Grenzen zwischen Studium und Weiterbildung würden zunehmend verschwimmen. Hochschulen seien heute gefordert, ihre Angebote stärker als bisher auf die neue Klientel zuzuschneiden.

In einem Impulsvortrag ging Dr. Ulrich Schmid vom mmb Institut - Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH anschließend auf die Herausforderungen der Digitalisierung in der akademischen Weiterbildung ein. Die vom mmb Institut vorgelegte Studie „Ein Leben lang digital lernen“ habe gezeigt, dass nur jede 14. Hochschule in Deutschland über volldigitalisierte Weiterbildungsangebote verfüge. Immerhin böten ein Drittel der Hochschulen zumindest teil-digitalisierte Angebote und Blended Learning Settings. Schmid identifizierte drei große Herausforderungs-Cluster beim Übergang der Hochschulen ins digitale Lehrzeitalter: Organisation, Technologie und Markt. Es fehle den Hochschulen noch vielfach an Strategien und der passenden Priorisierung. Als Handlungsempfehlung gab Dr. Schmid den anwesenden Verantwortlichen an Universitäten und Fachhochschulen eine stärkere Zielgruppenorientierung, den Ausbau von Kooperationen mit der Wirtschaft und eine grundsätzlich unternehmerische Aufstellung bei der Entwicklung von Online-Lehre mit auf den Weg.

Mit einem zweiten Impulsvortrag zum Thema „Weiterbildung 4.0: Hype oder Beginn eines Strategiewechsels“ warnte Prof. Dr. Ralf Haderlein, Leiter der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen und Professor an der Hochschule Koblenz, die Hochschulleitungen davor, den Markt von digitalen Weiterbildungsangeboten an neue Mitbewerber zu verlieren. Als Beispiel dafür erläuterte er, dass Daimler kürzlich mitgeteilt habe, seine Talente künftig bei Udacity, einer privaten Online-Akademie, zu suchen. Zukünftig müsse man damit rechnen, dass Unternehmen, die nicht die gewünschte Art von Lehrangeboten für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Bildungsmarkt vorfänden, diese Lehrangebote selbst entwickeln würden. Die Ausgangsfrage seines Beitrags „Hype oder Beginn eines Strategiewechsels“ beantwortete Haderlein mit einem eindeutigen „Ja“ für den Strategiewechsel. Um lebenslanges Lernen zu ermöglichen, seien Hochschulen heute gefordert, „Weiterbildung im hochschulischen System als integralen Bestandteil zu entwickeln und dabei verstärkt auf Blended-Learning Formate zu setzen“. Auf diese Weise kämen Hochschulen, so Haderlein, den neuen Zielgruppen entgegen.

Die anschließende Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Hochschulen und Politik eröffnete Dr. Margot Klinkner folglich mit der Strategiefrage, die Prof. Dr. Brünken von der Universität des Saarlandes als wichtiges Element bei der zukünftigen Ausrichtung der Hochschulen im Saarland einstufte. Brünken, der als Beauftragter des Präsidiums für akademische Weiterbildung an der Runde teilnahm, verwies in dem Kontext auf die Bündelung von Ressourcen ebenso wie auf den strategischen Ausbau der akademischen Weiterbildung mit Hilfe zentraler Einrichtungen. Im Saarland befände sich, so Brünken, ein entsprechendes hochschulübergreifendes Zentrum gerade im Aufbau. Auf die Frage nach flexibleren Finanzierungsmöglichkeiten für berufsbegleitende Studienangebote signalisierten die hochschulpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen SPD, CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag, demnächst in den entsprechenden Ausschüssen über die finanziellen Rahmenbedingungen der akademischen Weiterbildung zu beraten. Johannes Klomann (SPD) versicherte, konkrete Anregungen aus der Diskussion in die Arbeit der Ausschüsse einfließen zu lassen. Dorothea Schäfer (CDU) machte sich in der Diskussion insbesondere für die Schulung der digital Lehrenden stark, was Helga Lerch (FDP) mit der Forderung nach einem stärkeren Auf- und Ausbau digitaler Kompetenz bekräftigte. Eveline Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) legte ihr Augenmerk auf die Wichtigkeit des persönlichen Kontakts in der Weiterbildung, der in einer Non-Präsenz-Weiterbildung zumindest per Chat erfolgen müsse. Mit Blick auf die strategische Ausrichtung der akademischen Weiterbildung spielte Lemke den Ball eindeutig zurück an die Hochschulen. Dr. Beate Hörr, Vorstandsmitglied der DGWF und Leiterin des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, appellierte in dem Kontext an die Verantwortung der Hochschulen bei der Neuausrichtung der Lehre. Sie sprach sich für weniger Pilotprojekte und dafür mehr dauerhafte Investitionen im Bereich der digitalen akademischen Weiterbildung aus. In eine ähnliche Richtung zielte auch Professor Brünken, der eine bessere personelle Grundausstattung an den Hochschulen als Grundvoraussetzung für die Digitalisierung des Weiterbildungsangebots einforderte. Einig waren sich die hochschulpolitischen Sprecherinnen und Sprecher bei der Frage nach der Wichtigkeit des Themas und dass der akademischen Weiterbildung in den nächsten Jahren eine Schlüsselrolle an den Hochschulen zukomme. Margot Klinkner von der DGWF-Landesgruppe Rheinland-Pfalz und Saarland schloss die lebendige Diskussionsrunde, an der sich auch das Publikum mit zahlreichen Fragen und Statements rege beteiligte, mit dem Ausblick auf Fortsetzung der Gespräche in Form eines Roundtable, um den Strategiewechsel an den Hochschulen weiter voranzubringen.

Dokumentation der Veranstaltung unter: https://dgwf.net/landesgruppen/landesgruppe-rheinland-pfalz-saarland/dwt2016/

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