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„Es muss sich etwas ändern!“

26.08.201618:28 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: „Es muss sich etwas ändern!“
Stefan Schwartze, SPD  (c) Anette Koroll
Stefan Schwartze, SPD (c) Anette Koroll

(openPR) SPD-Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze fordert Novellierung des Vormünder- und Betreuervergütungsgesetzes

Bad Oeynhausen, 26. August 2016 – „Die Arbeit der Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer ist von immenser gesellschaftlicher Bedeutung. Dank ihres vorbildlichen Einsatzes erfahren Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen Hilfe benötigen, notwendige Unterstützung, um wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Der Aufwand für eine gute geführte Betreuung steht allerdings in keinem Verhältnis zu den gewährten Stundenkontingenten und der Vergütung von Berufsbetreuer/innen. Das muss sich dringend ändern, wenn die Qualität in der rechtlichen Betreuung auch in Zukunft gesichert werden soll.“ Dieses Fazit zog der SPD-Bundestagsabgeordnete für den Kreis Herford und die Stadt Bad Oeynhausen Stefan Schwartze am Ende seines Praxistages, den er mit Berufsbetreuer Günter Krüger aus Bad Oeynhausen verbrachte.



Günter Krüger arbeitet seit 2006 als Berufsbetreuer. Zu seinen Klientinnen und Klienten zählen psychisch Kranke, Drogenabhängige, ehemals Obdachlose oder Menschen, die in die Schuldenfalle geraten sind. Krüger sagt: „Es kann jeden von uns treffen. Lebensumstände können sich so dramatisch verändern, dass ein Mensch sein Leben nicht mehr selbst regeln kann. Meine Aufgabe ist es, die Betroffenen in einem möglichst selbstbestimmten Leben zu unterstützen, ihrem Leben wieder Struktur zu geben und ihre Rechte gegenüber Behörden durchzusetzen.“

Günter Krüger stellte dem SPD-Politiker mehrere Klienten vor und zeigte ihm unterschiedliche Einrichtungen. In einem Heim für betreutes Wohnen lernte Schwartze einen Klienten kennen, dessen psychische Probleme durch Substanzmissbrauch verursacht wurden. Günter Krügers Ziel ist es, den Mann zunächst über das ambulant betreute Wohnen so weit zu stabilisieren, dass er langfristig wieder in einer eigenen Wohnung leben kann. Eine Fülle von Anträgen ist zu stellen. Dank jahrelanger Erfahrung weiß Günter Krüger, welche bürokratischen Wege er gehen muss, um für seine Klienten zum Ziel zu kommen. Erreicht hat er dies bei einer Klientin, die hoch verschuldet war. Ohne die Unterstützung durch Günter Krüger wäre sie längst auf der Straße gelandet, sagt sie. Die Betreuung erlebt sie als etwas „absolut Positives. Dank Herrn Krüger habe ich die Kontrolle über mein Leben zurück gewonnen.“

Günter Krüger sagt: „Betreuung ist ein Vertrauensberuf. Ich muss herausfinden, welche Ziele meine Klientin/mein Klient im Leben hat. Ich will nicht stellvertretend handeln, sondern den Klienten in eigenen Entscheidungen unterstützen. Das kostet Zeit. Im Schnitt habe ich 3,1 Stunden pro Klient und Monat, was hinten und vorne nicht reicht, um einem Menschen würdevoll zur Seite zu stehen. In der Regel arbeite ich pro Monat 30 Prozent mehr als ich abrechnen darf.“ Alle Auslagen – von der Büromiete über Dienstfahrten bis zu den Telefonaten – trägt der studierte Sozialpädagoge selbst.

Stefan Schwartze hält die Arbeit der Berufsbetreuer/innen für gesellschaftlich notwendig. Eine fundierte Ausbildung müsse Grundlage für die Ausübung des Berufes sein: „Man muss unheimlich viel wissen und gut vernetzt sein. Die Rahmenbedingungen stimmen aus meiner Sicht nicht. Wenn sich das nicht ändert, wird es schwer werden, auch in Zukunft Menschen für den Beruf zu begeistern. Die Zahl der Menschen, die eine Betreuung brauchen, wächst stetig. Dem muss sich die Politik stellen.“ Der Politiker will sich für eine Novellierung des Vormünder- und Betreuervergütungsgesetzes einsetzen.

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