(openPR) Bei den von der Berlinovo Immobiliengesellschaft mbH betreuten Apartments sind noch rund 3.200 Einheiten von Asbest betroffen. Es geht um die Fußböden und/oder den Fußbodenkleber. Ursprünglich waren es weit mehr Apartments: 800 sind bereits saniert worden. Die Berlinovo saniert die noch belasteten Apartments schrittweise. Eine Gefährdung der Mieterinnen und Mieter schließt die Berlinovo aus. Auch in dem von der Berlinovo verwalteten Wohnungsbestand am Standort Kaulsdorf Nord sind asbesthaltige Baustoffe verarbeitet worden. Hier ist ein Bestand mit 559 Wohneinheiten betroffen, der nach Auskunft der Berlinovo während allgemeiner Sanierungsarbeiten Ende der 90er Jahre baulich gesichert worden sei. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Finanzen vom 10.06.2016 (Drucksache 17/18 644) auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Andreas Otto (GRÜNE) vom 31.05.2016 hervor. Quelle: http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/17/SchrAnfr/S17-18644.pdf
"Der AMV - Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e. V. kritisiert, mit welcher Selbstverständlichkeit behauptet wird, dass eine Gesundheitsgefahr für die Mieterinnen und Mieter ausgeschlossen sei", sagt der 1. Vorsitzende des AMV, RA Uwe Piper. "Asbest ist ein eindeutig krebserregender Stoff. Charakteristisch für Asbest ist seine Eigenschaft, sich in feine Fasern zu zerteilen, die sich der Länge nach weiter aufspalten und dadurch leicht eingeatmet werden können. Die eingeatmeten Fasern können langfristig in der Lunge verbleiben und das Gewebe reizen. Es ist anerkannt, dass bei hoher Freisetzungswahrscheinlichkeit von Asbestfasern durch die Reizwirkung in der Lunge oder das Wandern der Fasern zum Brust- und Bauchfell Lungenkrebs bzw. ein Mesotheliom (Tumor des Lungen- oder Bauchfells) entstehen kann", so Piper.
"Während die Berliner Justiz mit der Problematik „Asbest in Mietwohnungen“ vorbildhaft und äußerst verantwortungsbewusst umgeht und bereits bei einer einzigen gerissenen bzw. gebrochenen asbesthaltigen Fußbodenfliese juristische Konsequenzen zieht, ist der Berliner Senat seit über 20 Jahren nahezu untätig; sein Ignorieren der akuten Gefahrensituation für Mieterinnen und Mieter muss bereits als verantwortungslos bezeichnet werden", sagt Piper.
"Berlin braucht unverzüglich ein Asbestregister, in dem alle Wohnungen mit asbesthaltigen Bauteilen verzeichnet werden. Dieses Register wird als Grundlage benötigt, damit in den nächsten Jahren sodann systematisch die asbestbelasteten Wohnungen endlich saniert werden können. Der Berliner Grünenpolitiker Andreas Otto fordert seit Jahren – bisher erfolglos – ein derartiges Register. Dieser Forderung kann sich der AMV nur vorbehaltlos anschließen", so Piper.
"Es muss eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, damit die Berliner Mieterinnen und Mieter nicht länger dem Risiko von asbestbelasteten Wohnungen ausgesetzt werden“, schließt Piper.









