(openPR) (Bonn/Münster, 21. Juni 2006) – Bei den Deutschen Meisterschaften im studentischen Debattieren hat das Europameister-Team aus Bonn, Isabelle Loewe und Matthias Lux, das Halbfinale erreicht und mußte sich nur knapp geschlagen geben. Lea Weitekamp und Tim Richter überraschten mit Ihrem Einzug ins Viertelfinale!
Loewe und Lux gewannen alle fünf Vorrunden souverän und hatten im Halbfinale einen schweren Stand. „Es ging um die Frage, inwieweit Google als Marktführer monopolistische Macht im Internet ausübt und dort konnten wir leider nicht zwingend nachweisen, daß es notwendig ist, diese Macht zu brechen.“ erläutert Lux das Thema.
Ganz ähnlich erging es dem zweiten Bonner Team, Weitekamp und Richter, die als neunt bestes Team in die K.O.-Runden einzogen. „Leider haben wir es nicht geschafft, im Viertelfinale nachzuweisen, daß eine Karenzzeit für Politiker, die aus dem Amt scheiden und in die Wirtschaft wechseln wollen, das Problem möglicher Korruption nicht löst.“ beschreibt Lea Weitekamp, Präsidentin des Debattierclub Bonn, das Viertelfinale.
„Daß wir überhaupt das Viertelfinale erreichen, hätten wir nicht gedacht. Von daher können wir das Scheitern verschmerzen, ist doch die Teilnahme mit drei Teams, von denen zwei die Vorrunden unter den besten bestritten, ein sehr großer Erfolg und Zeichen guter Debattierarbeit in Bonn!“ faßt Richter die Stimmungslage zusammen. Insgesamt waren in Münster über 70 Teams aus ganz Deutschland angetreten, den Deutschen Meister im studentischen Debattieren zu küren. Den Meistertitel gewann ein Team der Universität Jena.
Das dritte Bonner Team, Denis Walter und Can Erdal, hatte in den ersten Vorrunden sehr gut vorgelegt, mußte sich jedoch der harten Konkurrenz in den letzten Runden beugen und verpaßte so leider den Einzug in die K.O.-Runden.
„Wir sehen aber ganz klar eine Menge Zukunft und – das hat die Deutsche Meisterschaft gezeigt – eine sehr breite Basis für das Debattieren hier in Bonn. Drei Teams von denen sich allesamt sehr gut geschlagen haben, läßt auf die nächsten Turniere hoffen.“ zeigt Weitekamp die Perspektive auf.
Neben den rund 800 Gästen hatten sich prominente Gastredner zum Finale der Deutschen Meisterschaften die Ehre gegeben: Michael Friedmann, Cherno Jobatey (Morgenmagazin), Professorin Ursula Nelles und Christian Blum (Präsident der Deutschen Debattiergesellschaft) lieferten sich nach der Debatte um den Meistertitel ein Rededuell der humoristischen Art.
In Münster trafen sich über 140 studentische Teilnehmer aus ganz Deutschland, die sich auf den Regionalturnieren im April in Marburg, Potsdam oder Karlsruhe qualifiziert hatten. In drei Tagen wurden in insgesamt 71 Debatten die vier Finalteams ermittelt, die um den Titel des Deutschen Meisters 2006 stritten.
Hintergrund-Informationen:
Ähnlich wie in einem Parlament streiten je vier Redner als Regierung und Opposition über eine aktuelle Streitfrage aus Politik und Gesellschaft. Die Themen der Debatten variieren von „Sollen die USA in den Iran einmarschieren?“ bis hin zu „Brauchen wir eine europäische Fußball-Nationalmannschaft?“. Die Vorbereitungszeit für die Redner beträgt dabei nur 15 Minuten – danach haben sie je sieben Minuten Zeit, ihre Argumente pro oder contra darzulegen. Zwischenfragen und -rufe sind dabei ausdrücklich erlaubt. Am Ende entscheidet eine Jury über den Gewinner der jeweiligen Debatte. An den berühmten britischen Unis wie Oxford und Cambridge wird die demokratische Streitkultur der Debatte schon seit dem 19. Jahrhundert gepflegt. In Deutschland existieren Debattierclubs erst seit rund fünfzehn Jahren und in dieser Zeit hat sich eine lebendige Szene mit mittlerweile nahezu 50 Debattierclubs etabliert.
Der Debattierclub Bonn trifft sich im Semester jeden Mittwoch um 20 s.t. im Hörsaal IV des Hauptgebäudes der Universität Bonn.








