(openPR) • Wie können chronisch Kranke sich selbst helfen?
• Selbstmanagement: Welche Rechte und Pflichten haben Patienten?
• BARMER GEK überreicht Förderscheck an den Bundesverband AUGE e.V.
(Selbsthilfe Chronische Erkrankungen)
Berlin/München, 10. Mai 2015 - Patienten mit chronischen Krankheiten diskutierten am 7. Mai 2016 in München über das Patientenrechtegesetz und die Selbsthilfe bei chronischen Erkrankungen. Die gemeinnützige Patientenorganisation Bundesverband AUGE hatte im Tagungszentrum Kolpinghaus München zu einer Informationsveranstaltung nach Bayern eingeladen. Die Krankenkasse BARMER GEK Hauptverwaltung unterstützte die Veranstaltung mit Mitteln aus der Selbsthilfeförderung.
Helmut Stiglmayr, Geschäftsführer der BARMER GEK München, überreichte hierzu einen Scheck über 5.900 Euro an den Veranstalter. „Über diese großzügige Förderung freuen wir uns ganz besonders, weil dadurch unsere ehrenamtliche Arbeit in der Patientenselbsthilfe starke Unterstützung erfährt und diesen Tag erst möglich gemacht hat“, so der Vorsitzende des Bundesverbandes AUGE, Dieter Staubitzer (Bild, M.).
In den sich anschließenden Vorträgen ging es darum, wie Patientinnen und Patienten ihren Behandlungsprozess positiv beeinflussen können. Die Zuhörer lernten beispielsweise die aus drei Bausteinen (Wissen - Verhalten - Beratung) bestehenden Grundlagen des Selbstmanagements zur Stärkung der Patientenautonomie näher kennen.
Carola Sraier, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen (BAGP) in München, beantwortete die Frage: „Welche Rechte und Pflichten haben Patienten nach dem Patientenrechtegesetz?“. Die studierte Gesundheitswissenschaftlerin erläuterte, dass es vielen Patienten gar nicht klar sei, dass durch den Besuch beim Arzt, Physiotherapeuten oder anderen Behandlern ein vertragliches Verhältnis zustandekommt, das die beiderseitigen Rechte und Pflichten regelt. Sehr wichtig ist auch die im § 630c BGB Patientenrechtegesetz festgelegte wirtschaftliche Aufklärung. Die Gesundheitsexpertin hat hierzu einen Tipp: „Nehmen Sie keine Geldkarte und keinen Kugelschreiber mit in die Praxis, vor allem nicht zum Gynäkologen, nicht zum Orthopäden und nicht zum Augenarzt – weil nach unserer (BAGP, Anm. d. Redaktion) Erfahrung die Patienten eben nicht hinreichend über IGeL-Leistungen aufgeklärt werden, also über Leistungen, die sie privat bezahlen müssen.”
Zum Thema „Patientenautonomie und Selbstmanagement“ referierten der Facharzt Dr. Dr. med. Ekkehard Jecht, Selbsthilfebeauftragter der „Ober Scharrer Gruppe (OSG)“ in Fürth, und Dieter Staubitzer, Vorstand beim Bundesverband AUGE. Dr. Jecht erläuterte eindrucksvoll, was „chronisch krank“ aus medizinischer und psychologischer Sicht bedeutet. Er wies darauf hin, „dass fast alle chronischen Krankheiten Autoimmunkrankheiten sind.” Und weil hier innerpsychische Konflikte eine große Rolle spielen, ist die Erkenntnis des einzelnen Patienten umso wichtiger, dass es eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, selbst das aktuelle Geschehen zu beeinflussen bzw. positiv zu verändern. Ein anderer Vortragsabschnitt befasste sich mit dem Arzt-Patienten-Verhältnis. Statt dieser paternalistisch geprägten Vokabel plädierte Dr. Jecht dafür, den Begriff Arzt-Patienten-Beziehung zu verwenden. Dass auch dieser bereits wieder in der Diskussion steht, wurde auf einem Workshop des Mediziners mit Leitern von Selbsthilfegruppen klar, wo der Wandel zu einer Kunden-Verkäufer-Beziehung gefordert wurde. Zu dieser Neudefinition nahm der Arzt eine kritische Abwägung vor.
Dieter Staubitzer, Vorstand beim Bundesverband AUGE, berichtete aus seiner Patientenberatung mit chronisch Kranken, die auf eine lebenslange Therapie angewiesen sind: „Mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland leiden an einer oder mehreren chronischen Erkrankungen. Das sind über 25 Millionen Bundesbürger und die Zahl der Betroffenen nimmt weiter zu“, zitiert Staubitzer die „Deutsche Stiftung für chronisch Kranke DSCK“.
In der anschließenden regen Diskussion kamen die Anwesenden mit ihren Anliegen und persönlichen Erfahrungen zu Wort. Die Kernfragen lauteten: Welche Rechte haben Patienten? Wie können Patienten ihren Behandlungsprozess positiv beeinflussen? Wo finden Patienten Hilfe?












