(openPR) Interview: Philip Stein
Foto: Robert Hanner
Seit 2015 nutzt emotioncase das Sportsponsoring als Marketingtool und engagiert sich als Hauptsponsor des Fußballvereins Rot-Weiss Essen. Patrick Kuntze, Sohn des Gründers und bei emotioncase zuständig für die Bereiche Marketing & Kommunikation, resümiert ein ereignisreiches Jahr und wagt einen Blick in die Zukunft.
Für das Interview zieht sich Kuntze die Laufschuhe an, wir trafen uns zur gemeinsamen Einheit an einem Waldparkplatz irgendwo zwischen Hilden und Solingen. Die Sonne scheint, das Thermometer zeigt 12 Grad. Wir haben optimales Laufwetter und reden Klartext.
Herr Kuntze, welches Resümee können Sie nach ihrem ersten Jahr im Fußballsponsoring ziehen?
KUNTZE: Die Entscheidung, als Sponsor im Sportbereich aktiv zu werden hat sich gelohnt. Wir erhielten von Anfang an ein durchweg positives Feedback von unseren Kunden. Das ist uns natürlich besonders wichtig und hat uns sehr darin bestärkt, dass wir hier das Richtige tun. Wir haben natürlich im Laufe des Jahres auch viel dazugelernt und versucht, immer wieder etwas zu verbessern und neue Ideen umzusetzen.
Da höre ich heraus, dass Sie recht zufrieden sind mit Ihrem derzeitigen Sponsoring.
KUNTZE: Natürlich freut es uns sehr, der Fußball bringt uns tolle Themen über die wir kommunizieren und die Vorzüge unserer Produkte darstellen können. Das ist schon toll, keine Frage.
Wie zufrieden sind Sie mit der Wahl des Vereins Rot-Weiss Essen?
Der Verein kämpft zur Zeit sportlich gegen den Abstieg, im Umfeld ist es unruhig geworden. Machen Sie sich darüber Gedanken?
KUNTZE: Das sind ja jetzt einige Fragen. Lassen Sie mich das etwas auseinanderzerren: Die sportliche Ebene möchte ich da ganz klar herausnehmen, natürlich verfolgen wir das mit Interesse. Aber weder bringen wir den nötigen Fußball-Sachverstand mit, noch verstehen wir es als unsere Aufgabe, die sportliche Situation zu bewerten. Was wir allerdings bewerten können und auch müssen, ist unser Sponsoring selbst. Und das tuen wir jetzt ganz aktuell auch wieder. Ich sagte ja bereits, dass rückblickend betrachtet unsere Entscheidung für ein Sponsoring bei Rot-Weiss Essen entsprechend richtig und gut war. Über die Zukunft sagt das gleichwohl nichts.
Ich habe gehört, emotioncase plant sich zusätzlich im Laufsport zu engagieren? Erzählen Sie mir doch darüber etwas.
KUNTZE: Es ist nicht ganz einfach, ein solches Projekt zu realisieren. Der Plan ist, Laufinteressierte zusammenzubringen. Es gibt so viele Menschen, die das Laufen anfangen, aber nicht über diesen Berg kommen hinter dem es anfängt Spaß zu machen. Auch Kinder werden häufig in der Euphorie ihrer, völlig zurecht, stolzen Eltern für Läufe angemeldet. Danach sind die Kinder zumeist auf sich alleine gestellt, ein Vereinsleben wie beispielsweise im Fußball ist hier nicht so ausgeprägt. Da möchten wir ansetzen und helfen dran zu bleiben. Wir erzeugen eine Community, der entstehende Vereinscharakter motiviert und spornt zu Höchstleistungen an.
Sicher ist, dass Laufen eine unglaublich sympathische Sportart ist. Es kommt auf Ausdauer, Strategie und Willenskraft an. Die Begeisterung für diesen Sport ist groß: In Deutschland laufen annähernd 17 Millionen Menschen regelmäßig. Dabei ist sowohl bei Volksläufen, als auch beim Marathon die Begeisterung und Euphorie, die bei Teilnehmern und Zuschauern zu spüren ist wirklich fantastisch.
Woher kommt Ihre Begeisterung für das Laufen?
KUNTZE: Wir sind selbst begeisterte Läufer, bis hin zu Marathon-Events. Mein Vater hat mehrere Marathonläufe erfolgreich gefinished – er war schon 2002 auf Hawaii dabei. Ich denke, es ist daher kein Zufall, dass der Gedanke auch beim Laufen entstanden ist. Wir wissen um die Vorzüge des Sports und kennen auch die Abläufe bei Laufveranstaltungen ziemlich gut. Ich selbst war übrigens schon bei der Umsetzung des Düsseldorf Marathon beteiligt, als ganz kleines Glied in einer unglaublich großen Kette. Beim Marathonlauf habe ich zehn Meter vor dem Ziel gestanden und die Läufer in die richtigen Bahnen gelenkt, für mich persönlich eine tolle Erfahrung. Man kann die Emotionen, so kurz vor der Ziellinie, förmlich spüren.
Emotionen – das Dauer-Stichwort.
KUNTZE: Absolut, jeder Läufer hat seine eigenen Erfolgsgeschichten im Kopf und kann ganze Läufe rekonstruieren. Man spricht auch von einem Runners High, völlige Euphorie, wer das mal erlebt hat, der weiß was Emotionen sind. Diese Erlebnisse vergisst man nicht mehr.
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„DIE MARKE EMOTIONCASE WIRD POSITIV WAHRGENOMMEN, DAS HEISST ZWAR NOCH NICHT, DASS MAN AUCH SOFORT EINEN KAUFT. WIR SIND ABER BEI VIELEN MENSCHEN IM KOPF.“_____________
Aus Marketingsicht also ein Home Run?
KUNTZE: Sozusagen, zumindest brauchst Du einem Läufer nicht mehr erklären was Leidenschaft und Emotion bedeutet.
Haben Sie für sich selbst ein Lauf-Erlebnis im Kopf?
KUNTZE: Definitiv. Ich denke, das größte Highlight für mich persönlich war der Nürburgringlauf in 2009. Knapp 25km durch die Grüne Hölle, bis zu 17% Steigung. Ich war sehr gut vorbereitet und nach 2 Stunden 18 Minuten im Ziel. Während des Laufs habe ich mich mit einem Ultraläufer unterhalten, unglaublich was diese Jungs an Kilometern abreißen. Da kann man nur den Hut ziehen.
Zum Problem wurde ihm allerdings seine Herkunft, der Gute kam aus Cuxhaven, da gibt es nur Gefälle – keine Steigungen. (lacht)
Kehren wir zurück zu emotioncase. Brauchen Sie für Ihre Marke diese sportliche Ausrichtung?
KUNTZE: Mit dieser Frage haben wir uns in den vergangenen Wochen sehr intensiv beschäftigt und festgestellt, dass die Zusammenarbeit mit Rot-Weiss Essen uns sehr geholfen hat. Die Marke emotioncase wird positiv wahrgenommen, das heißt zwar noch nicht, dass man auch sofort einen kauft. Wir sind aber bei vielen Menschen im Kopf. Für uns sind deshalb Volksläufe eine weitere Möglichkeit mit sportbegeisterten Menschen in Kontakt zu treten und eine definierte Zielgruppe passgenau anzusprechen. Beim letzten B2Run in Hamburg beispielsweise, gingen knapp 6200 Teilnehmer an den Start. Die Strecke endete in der HSV Arena, wo die Läufer unter frenetischem Applaus von tausenden Zuschauern empfangen wurden. Solche Laufevents garantieren uns die gewünschte breite Aufmerksamkeit und lokale, mediale Beachtung.
Gibt es ein Vorbild an dem Sie sich orientieren? Ich persönlich habe ja den Eindruck, dass es kaum Sponsoren gibt, die sich für Laufveranstaltungen interessieren. Alle Welt scheint sich auf den Fußball zu konzentrieren?
KUNTZE: Nein, ein konkretes Vorbild haben wir da nicht. Anderen nachzueifern ist sowieso nicht unser Anspruch. Da ist es schon geschickter zu sehen, ob es jemanden gibt, der einen ähnlichen Weg eingeschlagen hat und was man eventuell anders, besser machen kann.
Andere Wege zu gehen ist in unserer Familie ein Modell mit dem wir bisher gut gefahren sind. Das gilt für meinen Vater genauso wie für mich und geht zurück bis in vorherige Generationen.
Ihren Eindruck mit dem Fußball kann ich bestätigen, da muss man aber auch sagen, dass der Fußball sich in den letzten Jahren massiv professionalisiert hat. Andere Sportarten hingegen nicht, da ist der Weg für die Unternehmen oftmals einfacher. Das heißt jedoch nicht, dass man im Fußballsponsoring besonders effizient unterwegs ist. Die Zielgruppe ist sehr breit gefächert und die Kosten sind teilweise extrem hoch.
Wie sehen die weiteren Pläne aus?
KUNTZE: Wir werden jetzt kurzfristig handeln, um schon diese Saison zu nutzen. Wir bilden das Laufsport-Team emotioncase – hier bieten wir alles, was man braucht, um hungrig und motiviert zu bleiben. Die Läufer werden mit Startplätzen versorgt und betreut. Jedes Team Mitglied erhält zudem ein Team-Outfit um seine Zugehörigkeit zum Laufsport-Team nach außen sichtbar zu machen.
In einem nächsten Step ist geplant speziell für unsere Mitglieder Seminare mit professionellen Coaches zu veranstalten. Somit ist ein effektives Training garantiert, zudem kann man wertvolle Anregungen aus berufenem Mund mitnehmen.
Und auf den Laufveranstaltungen möchten Sie Präsenz zeigen?
KUNTZE: Genau, ein Teil des Konzepts ist der exklusive Support unserer Teammitglieder bei ausgewählten Veranstaltungen. Mit den Organisatoren werden schon erste Gespräche geführt. Wir konzentrieren uns da zunächst auf unsere hiesigen Gegenden im Rheinland, im Bergischen und dem Ruhrgebiet. Da gibt es zahlreiche, interessante und professionell organisierte Volksläufe mit vielen begeisterten Teilnehmern.
Warum sollte ich Mitglied im Laufsport-Team emotioncase werden? Welche Vorteile bieten Sie mir konkret?
KUNTZE: Zunächst mal würde Sie das sicher konditionell nach vorne bringen, die Fragen würden leichter über Ihre Lippen kommen. Aber das ist nur ein Grund. (lacht erneut)
Das Laufsport-Team möchte begleiten. Den Gesundheitsbewussten durch Bewegung zu Normalgewicht und höherer Lebensqualität führen. Den Einsteiger vom richtigen Auftakt über Jahre vielleicht sogar bis zum Marathon verhelfen, den Fortgeschrittenen zur Perfektion und zu neuen Bestzeiten leiten.
Dabei treffen Sie andere Läufer und können sich von denen inspirieren lassen, wie Sie Ihre Laufleidenschaft vertiefen können.
Davon abgesehen haben Teammitglieder viele Vorteile: Sie können an Startplatzverlosungen teilnehmen, sie genießen Einkaufsvergünstigungen und bekommen jedes Jahr neue, modische Laufbekleidung.
Ein weiterer Teil des Konzepts besteht darin, auf ausgewählten Veranstaltungen exklusiv als Läufer betreut zu werden. Sportler-Verpflegung zu genießen oder einfach zu entspannen.
Geplant sind übrigens drei verschiedene Tarif-Pakete. Ein Tarif ist dabei explizit für junge Läufer im Alter zwischen 4 und 16 Jahren und wird ausschließlich als Laufpatenschaft angeboten. Mit der Übernahme einer Patenschaft soll Ihr „Patenkind“ spielerisch an den Sport herangeführt werden. Laufen als Basis jeder Bewegungsform eignet sich dafür besonders gut. So erleben die Kinder Sport als etwas Zwangloses und Positives. Unbewusst erfahren sie die Werte des Sports wie Kontinuität, Eigeninitiative, Fairness, Selbstbewusstsein und Gemeinschaftssinn. Und gehen in ihrer persönlichen Entwicklung wieder von selbst einen Schritt weiter.
Eine letzte Frage noch: Was denken Sie, wie viele Mitglieder müssen Sie akquirieren, damit man von einem Erfolg sprechen kann?
KUNTZE: Das kann ich so einfach nicht beantworten. Wir gehen da, genauso wie bei einer Produktkalkulation, ganz wirtschaftlich dran. Wir haben im Vorfeld ein Budget festgelegt, damit sollten wir diese Marketingaktivität aufbauen können. An einer nackten Zahl möchte ich das gar nicht festmachen. Das jede Form von Marketing auch Kosten verursacht ist uns völlig klar. Ein Erfolg ist es für mich, wenn wir uns auf vielen Veranstaltungen präsentieren können und den Läufern große Freude bereiten.












