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Argumentationstraining und Überzeugungstechnik

02.03.201620:33 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Argumentationstraining und Überzeugungstechnik

(openPR) Können Sie mitreden? Verfügen Sie über ausreichend Allgemein- oder Fachwissen, um sich an Diskussionen zu beteiligen? Oder gründet Ihr Redebeitrag lediglich darauf, dass Sie mit dem Geschehen nicht einverstanden sind?
Kennzeichnet man den Anlass einer Diskussion auf diese Art und Weise, wird sehr häufig klar, dass auch Unkundige und Unerfahrene eine Meinung haben, die sie kund tun dürfen und sollen! Einerseits ist Meinungsfreiheit ein Grundrecht, andererseits bringt gerade der Blick des Unwissenden manche Zusammenhänge treffend auf den Punkt. In Zeiten elektronischer Kommunikation wird eines mehr und mehr zum ausschlaggebenden Kriterium für die Beteiligung an Sachverhalten: das Vorhandensein von Inhalten.



Zunächst lassen sich Inhalte in zwei Ebenen trennen:
• Fakten
• Emotionen.

Mit etwas nicht zufrieden zu sein, ist eine Emotion. Worauf gründet diese? Welche Grundannahmen werden verletzt oder eingeschränkt? An diesem Punkt verbergen sich Inhalte, die auf gelernte Überzeugungen, trainierte Verhaltens- und Verfahrensweisen oder fundiertes Erfahrungswissen zurückgehen. Werden diese kommuniziert, sind es Argumente, die sich austauschen lassen und über die man geteilter Meinung sein kann. Die Emotion an sich ist etwas sehr Persönliches und leistet in der Regel keinen Betrag zur inhaltlichen Debatte. Mehr noch: Wer mit privaten Emotionen argumentiert, präsentiert sich rasch als unsachlich und inkompetent.

Fakten, Zahlen und Daten gehören zu den sachlichen Inhalten, die eine Diskussion lenken und auf ein Ziel ausrichten. Eine strukturierte Vorbereitung ist notwendig, wenn in einer Gesprächsrunde für einen neues Projekt geworben oder eine neue Idee realisiert werden soll. Die Zuhörer müssen sensibilisiert, überzeugt und im besten Falle begeistert werden. Hier sind Ort, Zeit, Zuhörerschaft sowie Medien einer Präsentation bekannt bzw. können ausgewählt werden. Dem gegenüber steht die Diskussion auf dem Flur, im Büro:
• spontan
• unstrukturiert
• unverbindlich.

In diesem Rahmen für eine Projektidee zu werben oder eine neue Vorgehensweise zu verteidigen, ist nur dann möglich, wenn die sachlichen Inhalte präsent und die Zuhörer dafür offen sind. Wer alle zufällig Anwesenden in diese Diskussion einbinden möchte, sollte sich einer für alle verständlichen Sprache bedienen; wer darauf zählt, dass nur jene bleiben, die sich in der Fachlichkeit auskennen, wählt die Fachsprache.
TIPP: Benutzen Sie für die Zusammenstellung Ihres Zuhörerkreises Fachworte, Abkürzungen, interne Formulierungen. Außenstehende, die nichts mehr verstehen, verlassen diese Gruppe schnell. Wer inhaltlich folgen kann, fühlt sich auserwählt und beteiligt sich am Gespräch.

Für eine spontane Diskussion ohne weitere Hilfsmittel, müssen die Sachargumente verkleidet werden, damit sie überzeugen können. Denn Zahlen, Statistiken oder Daten kann sich niemand merken – weder Vortragende noch Zuhörende behalten eine längere Aneinanderreihung von Fakten. Für diese Verkleidung von Fakten gilt: auffällig, gut zu erinnern, eindrucksvoll. Die einfachste Variante für die Verkleidung ist das Wechseln des Rahmens: „Ginge es bei diesem Projekt um die Erfindung von E-Mails, um das Anlegen eines Golfplatzes … - bitte Zuhörerschaft berücksichtigen! - sähe das Ergebnis so aus: …“
Haben Sie Ihre Verkleidungsgeschichte geschildert, sollten Sie Ihr Sachargument noch einmal mit der Projektidee verknüpfen, so dass dieser Bezug nicht ins Hintertreffen gerät. In den Köpfen der Zuhörer festigt sich das Bild der E-Mail oder des Golfplatzes mit seinen besonderen Bedingungen, die diesem Sachargument geschuldet sind. Da die gewählten Bilder zu den Affinitäten der Zuhörerschaft passen, lösen sie Emotionen aus, die – je nach Geschichte – ins Positive oder ins Negative fallen. Damit ist der Tenor der Überzeugung festgelegt und dieses Vor-Urteil hat Bestand bei allen weiteren Gesprächen über dieses Projekt.
Wer dann in vereinbarten Meetings das Gefühl hat, aus einen undefinierbaren Grund bereits einverstanden oder skeptisch zu sein, ist gezwungen, seine Ursachen für die Emotion zu finden, um dieses als Sachargument in die Diskussion tragen zu können. Andernfalls sind nur Sachverstand und Kenntnis der Fakten hilfreich, um am Gespräch teilnehmen zu können. Deren Struktur und Ausprägung organisiert der bzw. die Projektverantwortliche und hat sich auf Vor- und Nachteile sowie Stolpersteine explizit vorbereitet, so dass der Überzeugung nur wenig im Wege steht.

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