(openPR) Noch beruht die Zertifizierung auf Freiwilligkeit, doch die ersten Unternehmen haben sich bereits der Herausforderung gestellt!
ISO 22000? ISO 22000!
Seit September 2005 gibt es die ISO 22000:2005 welche – im Gegensatz zu den privaten, vom Handel geforderten Normen wie IFS, BRC oder EUREPGAP - anwendbar ist für alle Unternehmen, die Lebensmittel erzeugen, verarbeiten, handhaben oder verteilen, sowie alle anderen Unternehmen mit Einfluss auf die Lebensmittelsicherheit (z.B. Transportunternehmen, Schädlingsbekämpfer, Verpackungshersteller, etc).
Dennoch hat die ISO 22000:2005 einen schweren Stand gegen die bestehenden Normen, da diese z.B. vom Handel, also von den Kunden, gefordert und unterstützt werden. Die ISO 22000:2005 ist also im Moment vor allem für Unternehmen interessant, welche ein Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb schaffen wollen, ihre Produkte international vertreiben und sich ein System zu Nutze machen wollen, das dem Unternehmen ein Managementsystem (dessen Strukturen der ISO 9001 entsprechen) mit Focus auf die Lebensmittelsicherheit liefert. Insbesondere gilt dies natürlich für Unternehmen, die sich bislang mit der DIN EN ISO 9001:2000 begnügen mussten.
Allerdings ergibt sich der „Privat-Normen-Markt“ nicht völlig kampflos. So hat der HDE (Standardgeber des IFS) im Januar angekündigt, bis April 2006 einen Standard zu veröffentlichen, welcher die Bereiche des Lebensmitteltransports und der Lebensmittellogistik abdeckt. Von BRC gibt es schon seit geraumer Zeit einen Standard für die Hersteller von Packmaterial, den BRC – Food Packaging.
Somit ist es also im Moment zunächst die Differenzierung und der damit verbundene Zeit- und Kommunikations-Vorteil, der Unternehmen dazu bewegt, sich der Zertifizierung nach ISO 22000:2005 zu stellen. Und sie bietet letztlich einen erheblichen Mehrwert zum Thema Lebensmittelsicherheit im Vergleich zu herkömmlichen Standards.
STORZ Schokolade – Ein Unternehmen hat sich der Herausforderung gestellt!
Anfänglich wollten Herr Dr. Markus Schinle, Geschäftsführer und Inhaber der Firma Chr. Storz GmbH & Co. KG und Frau Petra Mayer, Betriebsleiterin und Prokuristin, ihr Unternehmen auf den neuen Global Standard Food issue 4 des BRC und neu auf IFS vorbereiten lassen; als jedoch einige Wochen vor dem geplanten Zertifizierungstermin die ISO 22000:2005 doch frei gegeben wurde, wurde in Betracht gezogen, die ISO 22000:2005 mit zertifizieren zu lassen.
Ausschlaggebend dafür war vor allem, dass das gesamte Managementsystem losgelöst von einem spezifischen Standard aufgebaut wurde und in einem elektronisch gestützten System abgebildet war.
Zu diesem Zeitpunkt war auch noch kein Delta-Vergleich mit den Anforderungskatalogen der drei Nomen gemacht worden – wobei sich bei der Erstellung dieser Liste sehr schnell herausstellte, dass ein Vergleich zwischen IFS und BRC ziemlich einfach durchzuführen war, ISO 22000:2005 jedoch durch seine DIN EN ISO 9001:2000 ähnlichen Strukturen einen sehr viel größeren Spielraum für die Auslegung gab.
Aus diesem Grund wurde das erste interne Systemaudit auf Basis von IFS und BRC durchgeführt – und dies war auch die Premiere, ob das Managementsystem den Anforderungen der beiden Standards standhält.
Das Ergebnis war perfekt, und damit konnte an die Überprüfung auf Einhaltung der Anforderungen der ISO 22000:2005 gegangen werden – dies geschah etwa eine Woche vor dem Zertifizierungstermin. Hierbei zeigte sich, welchen Vorteil der Aufbau eines Managementsystems ohne Festhalten an einem Standard hat: die noch offenen Bereiche waren überschaubar, denn die ISO 22000 überprüft die Kompetenz des Unternehmens ein sicheres Produkt zu erzeugen, Risiken zu erkennen, zu identifizieren und zu vermeiden, sowie die Prozesse zu nutzen, welche eine Weiterentwicklung des Unternehmens sicherstellen.
Selbstverständlich gab es einige Punkte, die noch einer Umsetzung bedurften:
Die Beschreibung der von der ISO 22000:2005 geforderten Präventivprogramme (PRP’s), sowie die Konstitution der Lebensmittelsicherheitsgruppe (diese wurde gleich dem HACCP-Team definiert und mit erweiterten Kompetenzen versehen). Hinzu kamen einige zusätzliche Aktivitäten im Bereich der Schulungsplanung und der Beachtung von Gesetzen in den jeweiligen Exportländern. Die Bestätigung der in Frage kommenden Lieferanten und Dienstleister hinsichtlich eines existierenden und gelebten Eigenkontrollsystems (HACCP-Systems) war schon im Vorfeld angefordert worden.
Wie immer bei Managementsystemen ist der entscheidende Faktor für den Erfolg des hierauf folgenden Zertifizierungsaudits die absolute Identifizierung und Unterstützung durch die Geschäftsführung. Diese Einstellung durchzog das gesamte Audit – 3 Auditoren über 2 Tage – begonnen bei der Vorstellung des Managementhandbuchs, über die Mitarbeit im HACCP-Team bis hin zu Detailwissen der Mitwirkenden zu denr Prozessen.
Das Resümee
Im Nachklang zu den äußerst erfolgreich bestandenen Audits folgte die Nachbesprechung, in deren Mittelpunkt die Auseinandersetzung mit den erkannten Schwachstellen stand; vor allem aber auch, ob es sich denn gelohnt hat, die ISO 22000 mit umzusetzen.
JA! Erst die Zertifizierung nach ISO 22000:2005 hat aufgezeigt, welchen Reifegrad das Unternehmen wirklich besitzt. Hierdurch wurde eine Lücke geschlossen, die das starre Korsett von IFS und BRC durch das Abfragen einzelner Punke auf Erfüllung oder Nichterfüllung einem Unternehmen auferlegt. Hinzu kommt die erweiterte Risikobetrachtung und Gefahrenanalyse, welche nicht nur – wie etwa die Risikoanalyse im Zuge des HACCP-Konzeptes – auf das Produkt gerichtet ist, sondern sich auch mit anderen Aspekten, wie beispielsweise die Investitionsplanung in Bezug auf Wartung und Instandhaltung auseinandersetzt.
Hierdurch wird ein Prozess der kontinuierlichen Weiterentwicklung in Gang gesetzt, der sich nicht am Erreichen von Vorgaben orientiert, sondern an dem eigenen Potential.
Als Berater ein Unternehmen wie STORZ auf seinem Weg zu einer Zertifizierung begleiten zu dürfen, ist für sich schon ein interessantes Projekt – es zu drei Zertifizierungen zu führen eine Herausforderung und vor allem eine Bereicherung!
Empfehlung
Die ISO 22000:2005 kann allen Unternehmen empfohlen werden, die daran interessiert sind, ihre Organisation mit einem Managementsystem zu unterstützen, welches den Focus auf den sicheren Umgang mit Nahrungsmitteln legt. Allerdings muss klar gesagt werden, dass die ISO 22000:2005 ohne den Unterbau der DIN EN ISO 9001:2000 und einem durchdachten und gelebten HACCP Konzept für sich alleine nicht bestehen kann.
Der Aufwand, welcher als Gegenleistung hierbei zu betreiben ist, hält sich – bei einem bereits vorhandenen Managementsystem – in Grenzen, denn, wie schon weiter oben erwähnt, fördert die ISO 22000:2005 das Potential des Unternehmens.
Für Unternehmen, die sich erstmalig einer solchen Systematik unterwerfen, wird der Weg einige Herausforderungen bieten, an deren Ende jedoch eine höhere Sicherheit und Transparenz für das Unternehmen stehen. Dies hat Einfluss sowohl auf das Vertrauen der Kunden, als auch eine erhöhte Absicherung im Krisenfall.
Über QRPS Management Consulting
Die QRPS Management Consulting hat sich auf die Unterstützung von Unternehmen bei der Einführung und Weiterentwicklung von Managementsystemen spezialisiert. Dabei gibt es derzeit drei Hauptbereiche:
? Lebens- und Futtermittel
? Informationstechnologie
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