(openPR) Mit Andreas Oswalds Sonaten legt das Ensemble Chelycus sein Debüt-Album bei organum | Classics vor – und damit gleich ein außergewöhnliches, denn die Musik des Weimarer und Eisenacher Komponisten, Organisten (und Amtsvorgängers Bachs) Andreas Oswald (1634– 1665) ist heute praktisch unbekannt.
Doch nicht nur das macht diese Einspielung von Chelycus zu einer besonderen. Es ist auch das mit hochkarätigen Solisten und Experten für die Musik des 17. Jahrhunderts besetzte Ensemble selbst, dessen lebendig pulsierende und atmende Spielweise diese Aufnahme auszeichnet.
Aufgenommen wurden die neu entdeckten Sonaten Oswalds – die von Lebenslust, Experimentierfreude und Emotionalität zeugen – in der Kapelle des Schlosses Gottorf (Schleswig), die eine Reihe offenbarer baulicher und akustischer Ähnlichkeiten mit der Ende des 18. Jahrhunderts abgebrannten Himmelsburg des Weimarer Schlosses aufweist und zudem über eine für diese Musik ausgezeichnet geeignete Orgel verfügt.
Über das Ensemble Chelycus:
Das Ensemble Chelycus widmet sich der Musik des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Auf der Grundlage sorgfältig edierter Notentexte entfaltet sich das pulsierende und leidenschaftlich vokale Spiel der Gruppe. Historisches Instrumentarium – darunter originale alte Orgeln, Barockvioline, Dulzian, Barockposaune und Laute - dient den Musikern als Ausdrucksmittel, mit dem sie aus dem Jetzt eine Verbindung zur Vergangenheit herstellen. Kontrapunktisch, wie die Themen ihrer Musik, stehen auch die Künstler des Ensemble Chelycus mit ihren ausgeprägten Individualitäten zueinander. 1999 gegründet und international besetzt, entführt Chelycus seine Zuhörer in eine aufregende Welt bisher wenig entdeckter Musik, die sie erstaunt, bewegt und unmittelbar anspricht.
CHELYCUS (nach Johann Gottfried Walther, 1732) "...Chelys war dasjenige musicalische Instrument, welches Mercurius aus der Schaale einer Schild=Kröte gemacht, und mit Saiten soll bezogen, und vermittels eines Resonanz=Boden klangbar gemacht haben..."
Über organum | Musikproduktion:
organum (lat. von griech. organon, Werkzeug, Instrument), die früheste, auf Zusammenklängen beruhende und improvisierend aufgeführte Aufführungsweise liturgischer Gesänge. Das Organum bildet den Beginn der abendländischen mehrstimmigen Musik. Das Wort Organum ist Synonym für den Gesang und das Instrument Orgel. Hinter diesem Begriff steht eine Vielzahl von Bedeutungen: technische, musikalische und philosophische. Organum steht für uns, in diesen Zusammenhängen betrachtet, als Begriff für die universelle Mitteilung von Musik.
Seit 1994 macht organum | Musikproduktion Schallplatten. Die Erfahrung aus über 100 Produktionen der Orgel-, Kirchen- und Kammermusik, die Anerkennung durch das Publikum und die Künstler verpflichtet uns zur Kontinuität bei der Auswahl und Pflege des Repertoires und der Qualität unserer Produkte. Die gewonnenen Erfahrungen bildeten 2005 die Grundlage, unsere künstlerischen und unternehmerischen Wege neu zu definieren.
Vokalmusik, Musik für Tasteninstrumente und Kammerensembles ausgehend vom frühen 16. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart bilden künftig die Schwerpunkte des Repertoires. Die Genres werden in vier Produktlinien geführt: organum | Classics, organum | Delta, organum | Turnaround und organum | Encore.
Wir verstehen die Tonaufnahme als eine eigenständige Form der musikalischen Aufführungspraxis. Eine klanglich hochwertige Darbietung betrachten wir als Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus ermöglicht eine künstlerisch motivierte und werkorientiert geführte Medienproduktion die Realisierung von Interpretationskonzepten, die auf dem Podium nicht immer zu verwirklichen sind.
Hohen Ansprüchen an musikalische, klangliche und technische Qualität zu genügen, ist dazu die Voraussetzung, nicht das Ziel selbst. Deshalb zeigt sich ›audiophiler‹ Anspruch für uns nicht in der Umsetzung von technischen Philosophismen oder gar Modeströmungen, sondern in der werk- und hörbezogenen Wahl von angemessenen Produktionsverfahren und der Verwendung hochwertiger Werkzeuge.












