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MAPPING THE GAP (Raumerkundung II)

24.02.201608:35 UhrKunst & Kultur
Bild: MAPPING THE GAP (Raumerkundung II)
Häusersprengung in der Briesestraße?, Pressefoto 1967 (Museum Neukölln)
Häusersprengung in der Briesestraße?, Pressefoto 1967 (Museum Neukölln)

(openPR) Der zweite Teil der Ausstellungsreihe „Raumerkundungen“ begibt sich in das urbane Umfeld des Kunst-vereins Neukölln. Die beiden Künstlerinnen Cathérine Kuebel und Birgit Szepanski erkunden darin Lücken, Leerstellen, Spalten, Stolperfallen, Fehlräume und Differenzen der Stadt. Kann es so etwas wie eine „Bestandsaufnahme des Fehlens“ geben oder ist eine Kartografierung des Fehlenden nicht ein Wider-spruch in sich und ein absurdes Unterfangen? Entgegen städteplanerischen und kolonialistischen Vorstel-lungen, Fehlendes durch Ersetzungen und Erneuerungen in eine wiederhergestellte Ordnung zurückzuführen, beziehen sich die Künstlerinnen auf Phänomene und Bedeutungsproduktionen des Flüchtigen, Vergänglichen und Ephemeren im Alltag der Stadt. Ihre Arbeiten gehen aus stadtgeschichtlichen Recherchen und Ortsbegehungen in Berlin-Neukölln hervor. „Mapping The Gap“ ist in diesem Sinne eine künstlerische Strategie, die zu einer Auseinandersetzung mit verschiedenen architektonischen, anthropologischen und temporalen Zwischenräumen in der Stadt führt.



Cathérine Kuebel betrachtet in ihren ortsspezifischen Arbeiten historische, alltägliche und auf den Men-schen bezogene Aspekte des Berliner Ortsteils Neukölln: Wer lebt(e) und wohnt(e) in den Straßen, welche Ereignisse und welche Personen hinterlassen Spuren in der Stadt und wer erzählt davon? Dokumen-tarisches, Fiktionales und Biografisches gehen in ihren Arbeiten narrative Querverbindungen ein. In ihrem „musealen Archiv des fiktiven Herrn W. S.“ ordnet Cathérine Kuebel auf der Straße Gefundenes in eine aus Schaukästen bestehende Sammlung ein. Jedes Fundstück (handgroß) wird katalogisiert, kar-tografiert und gedeutet. Fotografien von Bombenlücken und Häusersprengungen der Nachkriegszeit Ber-lin-Neuköllns bilden für Kuebel Vorlagen für Zeichnungen: Löcher und Absplitterungen in der zerstörten Stadt werden mit biografischen Fehlstellen ergänzt und mit Graphit überzeichnet. Durch das Ausfüllen und Flicken der verschiedenen Lücken entstehen unregelmäßige Muster in der Topografie der Stadt. Mit einer Rauminstallation – eine aus Fäden bestehende Form, die Cathérine Kuebel während der Ausstel-lungsdauer ständig verändert und erweitert – transferiert die Künstlerin das urbane Umfeld des Kunst-vereins Neukölln in den Ausstellungsraum. Für diese Kartografierung entwickelt sie subjektive poetische und soziologische Kriterien.

Birgit Szepanski arbeitet mit vorgefundenen Materialien und bezieht sich mit Archivfotografien, Klei-dungsstücken und einem Videofilm auf städtebauliche und genderpolitische Geschichte(n) des Berliner Bezirkes Neukölln. Ausgehend von zwei Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Archiv des Museums Neu-kölln entwickelt Szepanski aus Second-Hand-Kleidungsstücken Kleiderobjekte, die in Korrespondenz zu den fotografierten Personen (Frauen) und der fotografischen urbanen Umgebung stehen. In dieser Re-Inszenierung wird das alltägliche Leben in Neukölln um 1910 und die architektonischen Veränderungen des Gründerzeitviertels in den 1970er Jahren, wie beispielsweise das Stadtsanierungskonzept Rollberg-viertel, thematisiert. Gleichzeitig werden Fragen nach der Wahrnehmung von Zeit in Bezug zur Fotografie und zum Leben in der Stadt aufgeworfen. Die Diskussionsgegenstände „Frauen und Stadt“ und „Stadtplanung“ spielen auch in zwei weiteren Arbeiten eine Rolle. Die Künstlerin erfindet, in Hommage an die Neuköllner Bibliothekarin Dr. phil. Helene Nathan (1885 – 1940), den Helene Nathan Verlag. In einer Videoarbeit fügt Birgit Szepanski Ansichten von mit Frauennamen benannten Straßen aus dem „Frauen-viertel“ in Berlin-Rudow zusammen mit Ansichten von Straßen aus der Mitte Berlin-Neuköllns, die vorwiegend nach männlichen Namensgebern benannt wurden. Es entsteht eine neue Kartografie der Stadt.

Kuratiert von Susann Kramer

Gefördert vom "Programm Soziale Stadt"
Mit herzlichem Dank an das Museum Neukölln

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