(openPR) (dgk) Migräne oder Spannungskopfschmerzen? Diese Frage stellen sich viele Patienten, die entweder unter beiden Kopfschmerzformen leiden oder die sich in der Selbstdiagnose nicht so sicher fühlen. Zu Recht, denn bereits vor einigen Jahren zeigte eine US-amerikanische Studie, dass der Befund „Migräne“ bei über 57 Prozent der überprüften ärztlichen Diagnosen fehlerhaft war. „Die hohe Fehlerquote ist erklärbar. Einige Symptome, wie zum Beispiel Licht- oder Lärmempfindlichkeit, können bei beiden Kopfschmerzformen auftauchen. Außerdem kann der Übergang zwischen Spannungskopfschmerzen und Migräne fließend sein: Was als dumpfer und drückender Kopfschmerz im Hinterkopf begann, ist vielleicht zwei Stunden später eine pochende, halbseitige Migräne“, erklärt Dr. Dietmar Krause, Leiter des Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e.V., Marburg.
Wichtig wird die Unterscheidung der beiden Kopfschmerzformen, wenn es um die richtige Behandlung geht. Standardtherapie zur Behandlung einer akuten Migräneattacke sind Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Triptane. Sie werden von den Fachgesellschaften empfohlen, wenn die Attacke mittelschwer bis schwer ist. Ist der Anfall weniger stark, hilft auch ein freiverkäufliches Kombinationspräparat mit den Wirkstoffen Paracetamol, ASS und Koffein. Studienergebnisse haben jetzt sogar gezeigt, dass die Dreier-Kombination dem Wirkstoff Sumatriptan in Schnelligkeit und Wirkung überlegen ist. Darüber hinaus wirkt die Kombination sowohl gegen den typischen Migräneschmerz als auch gegen Spannungskopfschmerzen, während Triptane nur zur Behandlung der Migräne eingesetzt werden können und bei normalen Kopfschmerzen nicht wirken.
Außerdem sollte der Patient wissen, ob er Triptane grundsätzlich einnehmen darf. Liegt zum Beispiel eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vor, sind Triptane kontraindiziert. Die sichere Wahl ist also im Zweifelsfall ein Kombinationspräparat. Es wirkt schnell und zuverlässig, und ist darüber hinaus auch gut verträglich.
Experten machen allerdings immer wieder darauf aufmerksam, dass die Behandlung chronischer Kopfschmerzen oder starker und häufiger Migräneattacken in die Hände eines Kopfschmerzspezialisten gehört. Wer öfter als zehn Mal pro Monat oder länger als drei Tage nacheinander zu Schmerzmitteln egal welcher Art greift, riskiert einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch.
Weitere Informationen enthält die Broschüre „Kopfschmerzen – Anleitung zur Selbsthilfe“, die mit einem adressierten und mit 1,45 € frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort: Kopfschmerzen, Postfach 1207, 35002 Marburg, angefordert werden kann. Die Broschüre steht auch als pdf-Datei unter der Internetadresse www.forum-schmerz.de zur Verfügung.










