(openPR) Die Trennung von Arbeiten und Wohnen hat zu den bekannten Raummustern geführt: Arbeiten in der Stadt, Wohnen am Stadtrand im Grünen. Der gesellschaftliche Wandel und neue Anforderungen durch eine globalisierte Arbeitswelt tragen deutlich zur Vermischung der Lebensbereiche Arbeiten, Wohnen und Freizeit mit der Folge bei, dass sich das Thema „City-Living“ als nachhaltiger Trend ausweitet. Und auch die jungen Senioren in den Vorortsiedlungen kehren in ihrem dritten Lebensabschnitt teilweise zurück in die Städte.
In diesem Zusammenhang erlebt auch das Thema Wohnturm auch in Europa und in Deutschland eine Renaissance und wird als „neue Wohnform“ für die großen deutschen Metropolen diskutiert. Die europäischen und deutschen Städte nehmen hier eine Entwicklung auf, die in den USA bereits seit fast mehr als zwei Jahrzehnten als Postmoderne des Wolkenkratzerbaus bezeichnet wird. Das mischgenutzte Hochhaus ist zu einer Art postmoderner Norm in Manhattan mit zum Teil überraschenden spektakulären architektonischen Resultaten geworden. In Europa wurden zuerst in den Niederlanden interessante Projekte realisiert.
In Deutschland wachsen Wohntürme in verschiedenen Metropolen in den Himmel. Achim Georg von Georg Consulting hat sich im Rahmen einer Vorstudie zum sogeannten Tower 2 in Frankfurt intensiv mit den Potenzialen von Wohntürmen in Deutschland befasst. Im Frankfurter Europaviertel entsteht mit 160 Metern der höchste Wohnturm Deutschlands. Der Tower 2 überragt das von dem amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry am Berliner Alexanderplatz geplante Wohnhochhaus noch um etwa zehn Meter. In Fellbach bei Stuttgart entsteht derzeit ein 107 Meter hoher Wohnriese. Begonnen hat der neue Trend in Hamburg mit dem 2009 von der Hochtief Solutions und der DC Residential fertiggestellten Marco Polo Tower. Der 56 Meter hohe Solitär mit den leicht zueinander gedrehten Geschossen gilt in Architektenkreisen als eine der Landmarken der neuen HafenCity. Etwas kleiner geht es in Düsseldorf zu. Dort ragt seit Herbst vergangenen Jahres das höchste Haus im neuen Quartier Le Flair mit seinen zehn Geschossen fast 35 Meter in den Himmel und bietet Platz für 42 Wohnungen mit bis zu 166 Quadratmetern Wohnfläche. Allen Projekten gemein ist, dass sie für eine besondere Zielgruppe mit überdurchschnittlich hohen Wohnbedürfnissen realisiert wurden.
Achim Georg hat in seinen Untersuchungen festgestellt, dass urbane Wohntürme in Europa jedoch nur an ganz bestimmten ausgewählten Stellen im Stadtgebiet funktionieren. Die Zielgruppe für diese Wohnform ist trotz des feststellbaren Trends noch überschaubar. Serviceleistungen wie in den USA spielen zwar als Vermarktungsinstrument eine gewisse Rolle, werden hierzulande aber hinsichtlich der Zahlungsbereitschaft oftmals überschätzt. Grundsätzlich ist eine möglichst zentrale oder herausragende Lage für eine erfolgreiche Vermarktung wichtig. Wohnen im Wohnturm muss vor allem auch spektakuläre Aussichten auf die Stadt, einen Fluss oder einen Hafen bieten. Der Wohnungsmarktexperte Achim Georg weist zudem darauf hin, dass Wohnen im Wohnturm erst ab einer bestimmten Geschosshöhe seine Wirkung entfaltet. Daher beinhaltet die Sockelbebauung meist Nutzungen aus den Bereichen Handel, Büro, Freizeit und Kultur und stellt somit den urbanen Bezug her, sofern dieser nicht im direkten Umfeld gegeben ist. Auch sollten innerhalb des Turms unter-schiedliche Wohnformen und Grundrisse berücksichtigt werden. Denn nicht allein die Masse und Klasse sind maßgebend, sondern der Geschmack und der individuelle Stil als zeitgemäße Form des kollektiven Wohnens ist ausschlaggebend für den Erfolg – dies haben zumindest alle bisher fertiggestellten Projekte gezeigt!











