(openPR) Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß die Welt immer tiefer in ein ganzes Konglomerat von Krisen hineinschliddert, ohne daß auch nur die geringsten Chancen einer Besserung sichtbar werden. Im Gegenteil. Die Probleme mehren sich. Daß die verantwortlichen sogenannten Eliten die sich abzeichnenden negativen Entwicklung ökonomischer, sozialer und politischer Art aufhalten werden, erscheint sowohl beim Blick auf die Ereignisse der letzten Jahre wie auch vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen sehr unwahrscheinlich, ja sogar ausgeschlossen. Wir werden uns deshalb auf schwierige Zeiten einstellen müssen.
Daß Investitionen lahmen, der Konsum – dort, wo die Menschen noch das Geld dazu haben – ist noch stabil oder nimmt sogar zu. Das weist darauf hin, daß die kurzfristige Sichtweise überwiegt. Sparen lohnt sich angesichts der Vernichtung von Ersparnissen durch reale Negativzinsen ohnehin nicht mehr und wer weiß, was die Zukunft noch an bösen Überraschungen bringt. Prekäre Arbeitsverhältnisse breiten sich aus. Immer mehr Menschen müssen damit rechnen, nach einem langen Arbeitsleben im Alter auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Und wie sich der Zustrom von Millionen Menschen aus fremden Kulturen auf das Leben und den sozialen Frieden auswirken wird, ist auch noch eine offene Frage.
Warum also an die Zukunft denken, wo doch fraglich ist, ob man überhaupt eine lebenswerte hat?
Menschen, die mit wachen Sinnen das Öffentliche Leben wahrnehmen, sehen täglich, daß die Politiker hilflos an den klebrigen Fäden zappeln, die sie mit ihren unüberlegten Entscheidungen selbst gesponnen haben. Griechenland hätte niemals in die Währungsunion aufgenommen werden dürfen. Jetzt ist es ein – noch längst nicht gelöstes kostspieliges – Dauerproblem. Die konsequente Einhaltung der Verträge von Maastricht hätte gegenüber den notorischen Defizitproduzenten in Südeuropa konsequent durchgesetzt werden müssen. Jetzt ist es zu spät. Dem Islamismus hätte durch eine intelligentere Politik in Palästina, im Irak, in Afghanistan und in Pakistan eine friedlichere Reformation ermöglicht werden können. Nachdem dann alles den Bach herunterging, hätte man wenigstens die Flüchtlinge genau kontrollieren und registrieren müssen, um zu wissen, mit wem man es zu tun hat, statt Freunde und Feinde gleichermaßen einfach herein zu bitten.
Genug der Beispiele für politisches Versagen. Aber es gilt nun einmal: „Von der Zukunft sollten wir nicht mehr erhoffen als wir heute sicherstellen können. Leben findet in der Gegenwart statt und wer (in die Zukunft) überleben will, der muß in der Gegenwart dafür die Voraussetzungen schaffen.“ (Prof. Querulix)
Bei dieser Aufgabe, die Voraussetzungen für eine lebenswerte Zukunft zu schaffen, haben die Politiker weltweit vollkommen versagt. Das ist nicht zum ersten Mal in der Geschichte der Fall und sollte deshalb nicht überraschen. Die Folgen sind deshalb nicht weniger katastrophal. Aber daß es so kommen mußte, liegt im Erbgut des Menschentiers. Das Rudeltier „Mensch“ lebt in einer von ihm selbst geschaffenen Umwelt, der er von seinen genetischen Anlagen her gar nicht gewachsen ist. Er ist zwar in der Lage, immer ausgeklügeltere Werkzeuge herzustellen. Die nutzt er aber mit der Mentalität seiner Urväter. Er gestaltet und verunstaltet damit zugleich unaufhörlich seinen vitalen und materiellen Lebensraum, baut auf und zerstört.
Dieser Vorgang ist sehr komplex und erscheint auf den ersten Blick oft wirr und unverständlich. Betrachten wir die gegenwärtig anscheinend abflauende Tendenz, überflüssiges Geld, das zur Daseinssicherung nicht gebraucht wird, in Schuldtitel und Unternehmensbeteiligungen zu investieren und so „Spekulationsblasen“ gigantischen Ausmaßes zu erzeugen. Auf der anderen Seite werden die Kurse von Edelmetallen, also weit beständigeren Objekten „herunterspekuliert“.
Auf den ersten Blick fast man sich an den Kopf und fragt sich, wie intelligente (nicht unbedingt auch kluge) Menschen so handeln können. Aber bei näherem Hinsehen, wird doch einiges klarer, was zu diesem, durch den Rudeleffekt – auch Nachahmungstrieb genannt, der eigenes Denken erspart – verstärkten Verhalten führt.
Bei industriell genutzten Edelmetallen mag die Baissetendenz von der Furcht der Spekulanten gestützt werden, daß eine Weltwirtschaftskrise unvermeidlich sei. Daß trotzdem die Aktien- und Anleihekurse dicke Blasen werfen, steht dazu zwar im Widerspruch, aber irgendwo muß das Geld ja bleiben, das die Notenbanken in großen Mengen drucken und Banken wie Bankstern zur Verfügung stellen. Der medial angeheizte Herdentrieb tut dann ein Übriges, um unsinnige Handlungen zu fördern.
Um den angesichts der weltweiten und sich immer weiter zuspitzenden Multikrise niedrigen Goldpreis zu erklären, muß man bedenken, daß die USA der einzige Staat ist, der sich allein durch beliebiges Vermehren seiner Währung unbegrenzt auf Kosten anderer Länder verschulden kann. Das verdankt er der (allerdings bereits bröckelnden) Stellung des US-Dollars als Welthandels- und Reservewährung. Sobald jedoch der Geldvermehrung du damit der problemlosen unbegrenzten Verschuldung der Boden entzogen würde, hätten die USA ein riesiges Problem, ihren Haushalt in Ordnung zu bringen. Dann fehlten nämlich viele Milliarden Dollar für Militär, Geheimdienste und Spionage, von der großen Finanzierungslücke bei notwendigen zukünftigen Sozialausgaben gar nicht zu reden.
Da uns das gesamte weltweite von verantwortungslosen Bankstern und Notenbankern ruinierte Finanzsystem vermutlich bald um die Ohren fliegen wird, denken kluge Menschen über die Möglichkeit nach, Währungen gegen die Übergriffe der Politiker und ihrer skrupellosen Helfer zu schützen. Denn die Zerrüttung von Währungen bringt regelmäßig große soziale Probleme mit sich, die auch – die Vorgänge in Deutschland in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts sind ein warnendes Beispiel dafür – für die ganze Welt schwerwiegende politische Konsequenzen und unter Umständen sogar kriegerische Auseinandersetzungen zur Folge haben können.
Wenn Währungen auf der Kippe stehen, sehen sich kluge Menschen nach Alternativen um, die Stabilität versprechen und ihnen ermöglichen, wenigstens einen Teil der Früchte ihrer Arbeit für die Zeit des Alters und der schwindenden Schaffenskraft aufzubewahren. Nicht beliebig vermehrbare Edelmetalle sind dafür immer schon das beste Mittel gewesen und haben sich als Wertaufbewahrungsmittel seit Jahrtausenden bewährt. Die Nachfrage nach Gold ist entsprechend hoch, vor allem in Asien. Dennoch hat sich der Goldpreis im Verlaufe der gegenwärtigen Multikrise um die Hälfte verringert. Der Silberpreis ist noch mehr gesunken. Wie ist das zu erklären?
An einem steigenden Goldpreis kann man ablesen, wie wenig der beliebig vermehrbare US Dollar wirklich wert ist. Denn die internationalen Großspekulanten rechnen (noch) in US-Dollar. Verlöre der Dollar an Vertrauen, ginge die Nachfrage nach Dollars zurück und es wäre bald aus mit dem unbegrenzten Schuldenmachen der USA durch Dollarvermehrung. Der offensichtlichste und deshalb bedeutendste Maßstab für den Wert des US-Dollars ist der Goldpreis. Da sich die USA verständlicherweise auch in Zukunft wohlfeil auf Kosten anderer Länder verschulden wollen, haben sie ein vitales Interesse an der Illusion eines werthaltigen Dollars und unternehmen bzw. unterstützen sicherlich alles, was dazu beitragen kann. An erster Stelle steht da ein möglichst niedriger Goldpreis. Um ihn zu erreichen und zu erhalten, haben die „Rudelführer“ in den USA sicherlich keine Einwände gegen mögliche Kursmanipulationen. Auch werden sie sich über die Unterstützung ihrer in Händen privater Banken befindlichen Notenbank und der Beihilfe von Bankstern freuen, die dabei auch noch gut verdienen können.
Daß dies Spielchen nicht ungefährlich ist und mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit zu erheblichen Turbulenzen in der Finanzwelt führen kann, sollte nicht übersehen werden. Denn der Goldpreis wird weit überwiegend mit Papiergold, also Derivaten bewegt, die von Banken und Bankstern in fast beliebiger Menge erzeugt werden können. Die Menge der weltweit existierenden Derivate ist übrigens nur ungefähr bekannt, erreicht aber spielend die Höhe des Bruttoinlandsprodukts großer Industrieländer. Der Großinvestor und Spekulant Warren Buffett sprach angesichts dieser Tatsache vor längerer Zeit schon von Derivaten als „Massenvernichtungswaffen der Finanzindustrie“. Es besteht also ein beachtliches Risiko, daß im Falle eines Crashs, Bankster und Banken in den Bankrott strudeln – mit allen schlimmen Folgen für die Realwirtschaft und Millionen unschuldiger Bürgerinnen und Bürger. Die Politiker scheint das allerdings überhaupt nicht zu interessieren.
Die Befreiung des Goldpreises von Machinationen skrupelloser Politiker und ihnen verbündeter Bankster – und die wird eines gar nicht mehr so fernen Tages durch nichts mehr aufzuhalten sein – ist eine existenzielle Bedrohung des Geschäftsmodells der herrschenden Klasse der USA. Ein hoher Goldpreis signalisiert den geringen Wert der US-Währung. Bekäme man immer weniger Gold für einen US-Dollar, wäre es klüger, Währungsreserven in Gold zu halten als in Dollar. Ein möglichst niedriger Goldpreis soll deshalb einen hohen Wert des US-Dollars vorgaukeln und Notenbanken und Spekulanten in möglichst vielen Ländern dazu anhalten, den US-Dollar dem Gold als Wertmaßstab und Wertaufbewahrungsmittel vorzuziehen.
Mindestens die Chinesen und die Russen haben bereits begriffen, daß der US-Dollar als Reservewährung eine schlechte, längerfristig sogar eine katastrophale Wahl ist. Sie stocken ihre Goldreserven unter kluger Nutzung des extrem günstigen Goldkurses auf. Kaiser USA stolziert längst nackt in der Welt umher, nur bilden sich allzu viele einfältige Zuschauer noch ein, er trüge herrliche Kleider. Aber sie werden bald das Sehen lernen. Das Lehrgeld allerdings, das Notenbanken dafür zahlen müssen, je länger sie den US-Dollar noch überschätzen oder wider besseres Wissen aus Nibelungentreue an ihm festhalten, zahlen andere für sie, nämlich die Bürgerinnen und Bürger der entsprechenden Länder.
Für die USA ist die bereit in Gang befindliche Entthronung ihrer Währung als Weltleit- und Reservewährung natürlich ein harter Schlag. Sie werden dadurch währungspolitisch ein Land wie jedes andere. Aber sie werden sich nicht davor bewahren können und sollten den Wandel proaktiv angehen. Es wäre Selbstbetrug, sich einzubilden, das Privileg der unbegrenzten Verschuldung auf Kosten anderer Länder können verewigt werden.
Ob es in der „Elite“ der Vereinigten Staaten genug kluge Menschen gibt, das einzusehen und daraus die gebotenen Konsequenzen zu ziehen vermögen? Es sieht bisher nicht so aus. Europa und die USA müssen beide ihr Geschäftsmodell überdenken und es rasch an die Bedürfnisse der großen Mehrheit ihrer Bürgerinnen und Bürger sowie auch den Erwartungen der Bevölkerungen anderer Länder anpassen, wenn sie keine bösen politischen Überraschungen provozieren wollen. Statt die Menschen zu Mitteln (Sklaven) der Profitinteressen ebenso mächtiger wie skrupelloser amoralischer Minderheiten zu erniedrigen, die den Hals nicht voll genug bekommen können, sollte endlich ein weiterer Schritt vom Menschentier hin zum Menschen gemacht werden, indem einzig die Bedürfnisse der Allgemeinheit das politische Handeln bestimmen.
Die weltweite Multikrise wächst unaufhörlich ihrem Kulminationspunkt entgegen. Es scheint, daß sie bereits das Stadium der Verselbständigung, der Unbeherrschbarkeit erreicht hat und alles Bemühen um eine Lösung vergeblich wäre. Trifft das zu, könnten wir uns der sarkastischen Feststellung von Prof. Querulix anschließen: „Krisen sind immer auch Chancen, mit falschen Entscheidungen auf die Folgen vorangegangener falscher Entscheidungen zu reagieren und dadurch wenigstens Entschlossenheit und Handlungsfähigkeit zu demonstrieren.“
Trotz allem durch die Lebenserfahrung gestützten Pessimismus ist aber auch richtig, daß Krisen immer auch Chancen zur Erneuerung sind. Aus der Asche erblüht schließlich immer wieder neues Leben. Es kommt nur darauf an, die Chancen richtig im Sinne des Allgemeinwohls zu nutzen – eine Verpflichtung, der sich die Alphatiere und „Eliten“ – ihren rudeltierischen Instinkten folgend – leider bisher allzu gern entzogen haben.
Friedrich II. (Der Große) hat in einem Brief an die Kurfürstin Maria Antonia v. Sachsen, vom 8.3.1766 in Vorwegnahme des Kant’schen Kategorischen Imperativs formuliert, was jedem Kind zur sozialen Orientierung seines Denkens und Handelns mit auf den Lebensweg gegeben werden sollte: ”Tu’ keinem etwas an, wovon du nicht willst, daß es dir geschehe - in diesem Grundsatz liegt alle Tugend, liegen alle Pflichten des Menschen gegen die Gesellschaft, in die er gesetzt ist.”
Wie die Chance einer grundlegenden Erneuerung der Gesellschaft (in Deutschland) genutzt werden kann, wird in einer kleinen Studie vorgestellt, die schon vor einigen Jahren herauskam. Sie trägt den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“. In dieser Studie wird nicht nur die Machbarkeit eines zum anständigen Leben ausreichenden lebenslänglichen Grundeinkommens für alle Deutschen nachgewiesen, sondern auch ein Programm skizziert, das auf eine Stärkung der sozialen Stabilität und der Voraussetzungen für echtere Demokratie hinausläuft.
Die Studie (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook [PDF] oder ISBN 978-3-943788-32-7, eBook [ePub]) ist für 9,95 Euro beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital und in jeder gut sortierten (Internet.)Buchhandlung erhältlich.
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