(openPR) Elf Flüchtlingsfamilien aus Syrien und dem Irak leben seit vier Wochen in Liebenau. Die Stiftung Liebenau hat dem Bodenseekreis hier Räume zur Verfügung gestellt: die Kirche für den Aufenthalt tagsüber, einen darunter liegenden Saal für Schlaf- und Sanitärräume.
Zurechtfinden in der neuen Umgebung
"Ich esse einen Apfel. Du isst einen Apfel. Wir essen Brot." Deutsch zu lernen, ist nicht leicht. Aber die Lerngruppe in der Kirche St. Maria wächst jeden Tag. Alle lernen sehr konzentriert. Sie wissen. Die Sprache ist wichtig, um sich zurechtfinden zu können in der neuen Umgebung.
48 Personen, davon 24 Kinder und Jugendliche leben zurzeit hier in der Flüchtlingsunterkunft, 60 Plätze stehen insgesamt zur Verfügung. Die Familien kommen aus verschiedenen Landeserstaufnahmeeinrichtungen, sind also schon einige Wochen in Deutschland. In Liebenau bleiben sie, bis über ihren Asylantrag entschieden ist. Jede Familie bewohnt einen privaten Schlafraum im Gallussaal, dem früheren Veranstaltungsraum der Stiftung. Hier wurden auch Sanitäreinrichtungen und Waschmaschinen eingebaut. In der Kirche St. Maria wurde etwa ein Drittel des Kirchenraums abgetrennt und als Aufenthaltsbereich eingerichtet, mit Kinderspielzimmer und Rückzugsmöglichkeiten – und eben für den Deutschunterricht.
Die Stiftung Liebenau hat die Räume zunächst für ein Jahr zur Verfügung gestellt. Während dieser Zeit finden die Gottesdienste in die ebenfalls auf dem Gelände befindliche Schlosskapelle statt. Die Kirchenbänke, die aus der Kirche St. Maria ausgeräumt werden mussten, wurden zusammen mit den Sakralgegenständen eingelagert.
Professionelle Betreuung
Betreut werden die Flüchtlinge von zwei langjährigen Mitarbeitern der St. Lukas-Klinik, die die Sozialarbeit übernommen haben. "Die erste Zeit war nur turbulent, wir waren einfach für alles zuständig", erinnert sich Laura Decker. Die Weihnachts- und Ferienzeit erschwerte die Arbeit für ihr und ihren Kollegen Daniel Lenz noch zusätzlich. "Das größte Problem ist die medizinische Versorgung. Wegen der Ferien finden wir kaum Ärzte, und die Krankenhäuser dürfen keine Medikamente verschreiben." Viele Flüchtlinge haben ernsthafte gesundheitliche Probleme, und selbst ein grippaler Infekt wird wegen der Ansteckungsgefahr zur Herausforderung. Hinzu kommen seelische Belastungen aufgrund schrecklicher Kriegs- und Fluchterfahrungen.
Dennoch: Die neuen Bewohner sind froh, in Liebenau zu sein. "Sie sagen immer wieder, wie dankbar sie sind. Und zu merken, dass sich alle langsam entspannen, auch die Kinder offener werden und Kontakt aufnehmen, macht froh."
Ehrenamtliche gesucht
Für die Alltagsbegleitung der Flüchtlinge werden dringend Menschen gebraucht, die sich ehrenamtlich engagieren. Beim Deutschlernen helfen, zu Ärzten und Behörden begleiten, mit den Kindern spielen, einfach nur da sein als Ansprechpartner: Es gibt viele Möglichkeiten, sich hier einzubringen.
Kontakt
Flüchtlingssozialarbeit der Stiftung Liebenau
Ehrenamtskoordination
Telefon: 07542 10-1402
E-Mail: fluechtlingssozialarbeit(at)stiftung-liebenau.de
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